“Prolog der Finsternis” regte zum Nachdenken an

300 Jugendliche diskutierten in Dornbirn über Demokratie, Geschichte und Verantwortung.
Dornbirn Rund 300 Jugendliche haben sich in Dornbirn im Rahmen einer Veranstaltungsreihe mit den Themen Demokratie, Ausgrenzung und gesellschaftlicher Verantwortung auseinandergesetzt. Im Mittelpunkt stand der mehrfach ausgezeichnete Kurzfilm “Prolog der Finsternis” des deutschen Filmemachers Carsten Degenhardt, der gemeinsam mit zahlreichen Bildungseinrichtungen und Organisationen nach Dornbirn geholt wurde. Der Regisseur war persönlich vor Ort und diskutierte mit den Schülerinnen und Schülern über die Botschaften seines Films.

“Prolog der Finsternis” führt die Zuschauer ins Deutschland des Jahres 1933. Im Mittelpunkt stehen zwei Jungen, deren Lebenswege sich angesichts der politischen Entwicklungen grundlegend verändern. Während einer von ihnen zunehmend der Ideologie des Nationalsozialismus verfällt, kämpft der andere um seine Familie und insbesondere um seine Schwester mit Down-Syndrom. Die historische Handlung schlägt dabei bewusst eine Brücke in die Gegenwart und stellt die Frage, welche Verantwortung jeder Einzelne heute trägt.
Besonders deutlich wird die Verbindung historischer Ereignisse mit aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen. Der Film arbeitet unter anderem mit Originalzitaten heutiger AfD-Politiker und zeigt auf, wie sich Sprache verändern und zur Ausgrenzung von Menschen beitragen kann.

Im Anschluss an die Vorführung stand Regisseur Carsten Degenhardt den Jugendlichen Rede und Antwort. Gemeinsam wurde darüber diskutiert, wie wichtig Zivilcourage, Mitgefühl und demokratische Haltung in einer zunehmend polarisierten Gesellschaft sind. Auch Johannes Spies von erinnern.at sowie Christian Weiskopf, Obmann von jugendornbirn, betonten die Bedeutung solcher Bildungsangebote: Demokratie lebe von Beteiligung, Respekt und dem offenen Dialog.
Die Veranstaltungsreihe wurde von jugendornbirn gemeinsam mit der HLS Dornbirn, der HTL Dornbirn, der PTS Dornbirn, den Dornbirner Jugendwerkstätten, der Offenen Jugendarbeit Dornbirn, dem Jüdischen Museum, der aha Jugendinformation sowie erinnern.at organisiert. Ziel der Kooperation ist es, historische Zusammenhänge verständlich zu vermitteln und junge Menschen für demokratische Werte und gesellschaftliche Verantwortung zu sensibilisieren. cth
