Deshalb gibt es im Alten Rhein immer mehr Welse

Vor 40 Jahren wurde der mächtige Süßwasser-Raubfisch im beliebten Badegewässer eingesetzt.
Lustenau. Die Welse. Mehr denn je beschäftigen sie jene Menschen, die Gewässer lieben, dort baden oder fischen. Über zwei Meter kann ein ausgewachsener Raubfisch werden. In der Regel sind sie für Menschen völlig ungefährlich, doch in letzter Zeit kam es wiederholt zu unangenehmen Begegnungen von Schwimmern mit den zumeist stoisch am Wassergrund verharrenden Süßwasser-Raubfischen.
60-jährige Welse
“Vor 40 Jahren wurden Welse im Alten Rhein eingesetzt”, berichtet René Schreiber (55), Vorstandsmitglied des Fischereivereins Hohenems und als solcher für die Bewirtschaftung des Alten Rheins bei Lustenau zuständig. Er betont, dass es den großen Raubfischen in diesem Gewässer gut geht und sie dort bei idealen Bedingungen auch prächtig wachsen. “Je wärmer das Wasser, desto leichter vermehren sie sich dort auch”, weiß der Polizist zu berichten. Welse können zwischen 40 und 60 Jahre alt werden.

Immer wieder ziehen Fischer die Räuber aus dem Wasser. Mittlerweile müssen die Welse getötet werden, wenn man sie fängt.
Sicherheit diskutiert
Von 2020 bis 2025 haben die lizenzierten Vorarlberger Fischer insgesamt 247 Welse aus dem Alten Rhein (von Lustenau bis Altach inklusive Kopf-Loch) gezogen. Der größte von diesen war knapp 1,80 Meter.

Die vereinzelten Angriffe von Welsen auf Menschen haben zu einem Gespräch zwischen Schreiber, der nicht nur als Fischer, sondern auch als Kommandant der Lustenauer Sicherheitswache für den Alten Rhein mit zuständig ist, und Bürgermeister Patrick Wiedl (42) geführt.
“Ich will natürlich nicht, dass Menschen bei uns am Alten Rhein zu Schaden kommen”, hält der Gemeindechef fest. Die jüngsten Vorfälle seien dennoch Anlass dafür, über Maßnahmen wie das Anbringen von Warn- und Informationstafeln nachzudenken.

Die schnellen Hechte
Der Alte Rhein ist die Heimat von nicht weniger als 18 Fischarten. Der Wels gehört zu den Warmwasserfischen, ebenso wie Hechte, Karpfen oder Brachsen. Nicht zu dieser Spezies zählen die vereinzelt im Alten Rhein vorkommenden Forellen. “Diese mögen warmes Wasser jedoch nicht”, erklärt Nikolaus Schotzko, Fischereibeauftragter des Landes.

Stichwort Hecht. “Im Gegensatz zum Wels verteidigen die ihr Gelege nicht, es kommt kaum zu Kontakten mit Menschen”, ergänzt Schotzko. Hechte reagieren auf glitzerndes Licht und können sich blitzschnell bewegen.
Von den Fischern werden sie in großer Zahl aus dem Alten Rhein gezogen. “Wir fischen rund 100 Hechte pro Jahr”, weiß René Schreiber.