Mit viel Erfahrung zurück im Ländle

Altachs neuer und sichtlich gereifter Rückkehrer will den nächsten Schritt machen.
Altach Es ist mehr als nur die Geschichte eines jungen Fußballers, der mit 13 Jahren und vielen Träumen im Gepäck sein Glück in der Red-Bull-Akademie suchte. Es ist die Geschichte eines 24-Jährigen, der trotz seines noch jugendlichen Alters viel Erfahrung und Qualität mitbringt und sich nun so richtig zu Hause fühlt. Nach fünf Stationen in fünf Jahren hat sich sein Wunsch nach mehr Beständigkeit mit der Vertragsunterschrift beim SCR Altach erfüllt.
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Benjamin Böckle ist wieder zurück im Ländle, nicht als Gegner, sondern als Spieler des heimischen Bundesligaklubs. Seine Träume von damals hat er sich bewahrt. Der aus Lauterach stammende defensive Außenspieler weiß um die guten Möglichkeiten, als Fußballer im Rheindorf den nächsten Schritt zu machen.

Ein Blick zurück lohnt sich allemal und bringt die Erkenntnis, wie schnell Erfolg und Misserfolg im Fußball Hand in Hand gehen können. Denn seine Zeit in der RB-Akademie verbrachte er mit Spielern wie Dominik Szoboszlai (FC Liverpool), der heute einen Marktwert von mehr als 100 Millionen Euro hat. Aber auch die Ex-Altacher Dijon Kameri oder Csaba Bukta waren ebenso Teamkollegen wie die ÖFB-Teamspieler Nicolas Seiwald, David Affengruber oder Alexander Prass. Zudem spielte er zusammen mit Benjamin Šeško, Junior Adamu oder Karim Adeyemi. Groß ist seine Freude, nun wieder mit Vesel Demaku oder Goalie Daniel Antosch gemeinsam im Team zu stehen.

Seinen neuen Karriereschritt geht er mit viel Demut, aber auch mit großem Esprit an. Weiß er doch um seine Rolle im Team, auch wenn er sich nicht zu den “Lauten” zählt. “Ich reflektiere gerne, aber ich kann auch meine Meinung kundtun, wenn ich es für nötig halte.” In dieser Beziehung hat er in den vergangenen Lehrjahren einiges aufgesaugt: 50.000 Zuschauer in einem Zweitligaspiel. Eine ganze Stadt, die für ihren Verein lebt. Kabinen mit Profis, die Bundesliga-Erfahrung mitbringen. Böckle hat in den vergangenen Jahren erlebt, wie groß Fußball werden kann und wie schnell er einen Spieler auch erdet.

“Deutschland ist von den Fans her gewaltig”, sagt Böckle. Besonders in Düsseldorf habe er gespürt, welche Wucht ein Verein entwickeln kann, wenn eine Stadt voll hinter ihm steht. “In der Stadt steht die Fortuna für Fußball.” Solche Eindrücke prägen. Ebenso wie die tägliche Arbeit mit Spielern, die schon in der deutschen Bundesliga gespielt haben. Böckle hat beobachtet, zugehört und versucht, das Beste für sich herauszunehmen.
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Seine Karriere verlief danach nicht schnurgerade. Sie führte ihn durch unterschiedliche Ligen, Klubs und Drucksituationen. Mit Preußen Münster erlebte er einen Aufstieg, der zunächst kaum denkbar schien. Nach der Hinrunde lag das Team noch 17 Punkte hinter Regensburg, dann folgte eine Serie, die alles drehte. “Keiner hat mit uns geplant”, erinnert sich Böckle. Gerade deshalb sei dieser Lauf so besonders gewesen.

Auf der anderen Seite stand der Abstiegskampf mit der WSG Tirol. Nach knapp verpasstem oberen Play-off wurde aus der Hoffnung auf attraktive Duelle mit Sturm oder Rapid plötzlich eine Saison, in der jeder Punkt zur Existenzfrage wurde. Die Spielweise änderte sich, der Druck ebenfalls: weniger Risiko, mehr lange Bälle, mehr Kampf um die Null. Böckle sagt, er habe versucht, rasch umzuschalten. Grübeln sei nicht sein Stil. “Jetzt geht es wirklich um den Klassenerhalt”, habe die Devise gelautet.

Altach hatte ihn schon länger auf dem Zettel. Der Verein kämpfte um ihn, präsentierte ihm eine sportliche Perspektive und einen Plan. Denn bei Rapid, wo er unter Vertrag stand, war er auf seiner Position nicht die erste Wahl. Die Entscheidung für Altach war deshalb eine Mischung aus Überzeugung und Heimatgefühl. “Als Vorarlberger habe ich natürlich gewusst, da werde ich mich schnell wohlfühlen.”

Und dann sind da ja noch die anstehenden Derbys. Altach gegen Austria Lustenau. Böckle hat zuletzt das Wiener Derby erlebt und weiß, was solche Spiele auslösen können. “Das sind einfach coole Spiele”, sagt er. Mehr Pathos braucht es vorerst nicht. Die Vorbereitung läuft, die Saison kommt schnell genug.
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Und was sollen die Altach-Fans über Benjamin Böckle sagen? Seine Antwort ist bodenständig. Er selbst will alles für den Verein geben. Er hofft zudem, dass die Anhänger die Mannschaft unterstützen. Und er hätte nichts dagegen, wenn die eine oder andere Grätsche von ihm bejubelt wird – oder gar ein Tor.