Warum am Grasjoch jetzt 15 Millionen Euro verbaut werden

Am Grasjoch stehen umfangreiche Veränderungen bevor. Welche Projekte die Silvretta Montafon bis zur WM 2027 umsetzt und wo Gäste davon profitieren.
St. Gallenkirch Anlässlich der FIS Snowboard-, Freestyle- und Freeski-Weltmeisterschaften 2027 investiert die Silvretta Montafon (SiMo) 15 Millionen Euro in ihre Infrastruktur. Am Grasjoch laufen derzeit mehrere Bauprojekte.


Die bisherige Freeride-Station an der Grasjochbahn neben der Pistenrettung wird in ein modernes Selbstbedienungscafé umgewandelt. Die bestehenden Informationstafeln zu Neuschnee und Lawinenlage werden erneuert, sodass das Café mit 40 Sitzplätzen Treffpunkt der Freerider bleibt. Als Gegenpol zur Grasjochhütte soll es hipper und urbaner wirken, erklärt Projektverantwortliche Iris Zugg.


Sehen und Gesehenwerden
Die neue „Powder Base“ soll zu einem Ort des „Sehen und Gesehenwerdens“ werden, berichtet Gastrochef Markus Stemer. Vor der Fassade entsteht eine Lounge mit Markise, da die Sonne dort bereits in der Früh scheint. Entlang der Fensterfront bieten Barhocker freie Sicht nach draußen. Ziel sei es, den Vorplatz der Bergstation der Grasjochbahn stärker zu beleben. An der Theke werden Getränke, Kaffee aus der Siebträgermaschine sowie kleine Speisen wie Kuchen und Sandwiches angeboten.


Aus Stall wird Gastraum
Gegenüber der „Powder Base“ befindet sich die Grasjochhütte, die – vorbehaltlich einer Baugenehmigung – erweitert wird. Der angrenzende Stall, der bisher als Unterstand für kranke Tiere diente, wird in einen Gastraum mit 60 zusätzlichen Sitzplätzen umgebaut. Gerade bei Schlechtwetter verfüge das Restaurant über zu wenige Sitzplätze im Innenbereich, sagt Markus Stemer. „Jeder Sitzplatz ist Gold wert.“



Große Fenster sorgen künftig für mehr Tageslicht im Gastraum. Durch erhöhte Sitznischen bleibt der frühere Stallgang als solcher erkennbar. Verarbeitet werden Holz, Stein und grober Putz, wie er für Stallgebäude typisch ist. „Man soll den Stall noch erkennen“, sagt Iris Zugg. Sie begleitet die Gastronomieprojekte konzeptionell, während Architekt Christian Pfeifer die Planung und Bauleitung verantwortet.


Für die Bewerbe der WM 2027, insbesondere im Ski- und Snowboardcross sowie im Slopestyle, wird viel Schnee benötigt. Deshalb investiert die SiMo zusätzlich in die Beschneiung. Auch die Talabfahrt nach Schruns erhält eine neue Beschneiungsanlage. „Die Projekte sind schon länger in der Pipeline, aber die WM ist ein guter Grund, das jetzt anzugehen“, sagt Iris Zugg.


Gebrauchter Sessellift
Die Bauarbeiten für den neuen Fredalift haben bereits begonnen. Die SiMo hat dafür einen gebrauchten Sessellift aus Sölden erworben. Das sei nachhaltiger, sagt Thomas Ettenberger, Bereichsleiter Vertrieb und Marketing. „Die alte Bahn war ein Nadelöhr. Das verbessern wir jetzt.“


„Wir haben immer einen sportlichen Zeitplan“, sagt Iris Zugg. Im Dezember soll der neue 4er-Sessellift in Betrieb gehen. Derzeit werden die Einzelteile der Anlage aufbereitet, lackiert und montiert, während Stützen, Seil, Steuerung und Klemmen erneuert werden. Die Talstation wird etwas versetzt, die Bergstation bleibt am bisherigen Standort. Dank Photovoltaik wird die Bahn zu 100 Prozent mit Ökostrom betrieben. Die kuppelbare Anlage ermöglicht ein langsameres Ein- und Aussteigen und erhöht so den Komfort.


Für Venue-Manager und Skiklubtrainer Benedikt Erhard bedeutet der neue Fredalift eine deutliche Verbesserung für den gesamten Trainingsbetrieb. Die kürzeren Fahr- und Wartezeiten machen das Training effizienter. Der neue Lift sei sowohl für den Nachwuchs als auch für Gäste komfortabler. „Das ist eine riesige Bereicherung für beide Seiten“, sagt Erhard. Zudem trainieren dort jährlich rund 1000 internationale Athleten. Das Gelände eigne sich zwar ideal für Cross-Bewerbe, doch dafür sei eine leistungsfähige Beschneiung unverzichtbar.

