250 Jahre eindrucksvolle Schulgeschichte

Bei den jüngsten “Götzner Gesprächen” lokale und überregionale Schulgeschichte vermittelt.
Götzis “Da haben wir lange daran gearbeitet, mit dem zusammengetragenen Stoff könnten wir drei Abende gestalten.” So beschrieb der pensionierte Pädagoge und Buchautor Wolfgang Berchtold im Gespräch mit den VN die Recherchen, die er und seine ebenfalls pensionierten Kollegen Georg Schwab und Thomas Kirisits zur Götzner Schulgeschichte betrieben haben. Auch wenn das Ergebnis einem “Streichkonzert” unterzogen werden musste, blieb immer noch sehr viel Interessantes übrig.

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Dasselbe galt für die Präsentation der Erkenntnisse, die der in Göfis aufgewachsene, emeritierte Univ.-Prof. Helmut Fend den zahlreichen Interessent:innen in der Kulturbühne “AmBach” im zweiten Teil des Abends vermittelte. Davor und zwischendurch interpretierte der Chor der Volksschule Markt, deren Neugestaltung der Anlass für den Abend bildete, drei Lieder. Schließlich bedankte sich Bgm. Manfred Böhmwalder bei dem nach 22 Jahren als Direktor in die Pension wechselnden Hannes Rothmund auch mit einem Bild. Er nutzte zudem die Gelegenheit, Claudia Grießinger als die künftige Direktorin vorzustellen.
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In dem mit vielen Folien und Fotos angereicherten dialogischen Rückblick auf 246 Jahre Götzner Schulgeschichte wurde ein Dokument gezeigt, in dem kritisiert wird, dass sich die Lehrer aus Angst um das anfänglich von den Eltern bezahlte Honorar den Erziehungsberechtigten gegenüber berechtigte Kritik an den Schülern vorenthielten. “Heute getrauen sich Kolleg:innen den Eltern aus Angst vor der Bildungsdirektion nichts mehr zu sagen”, merkte Kirisits an.

Er bezeichnete die Einführung der allgemeinen Schulpflicht durch Kaiserin Maria Theresia “für Kinder beyderley Geschlechts” von sechs bis zwölf Jahren als eine “aufklärerische Großtat”. Der Anlass dazu war allerdings der verlorene Krieg gegen die Preußen, der einen Mangel an Bildung gezeigt hatte.

Davor war Bildung vor allem elitär und unter der Kontrolle der Kirche. Eine Überprüfung der Schulpflicht-Einhaltung ergab anno 1770 katastrophale Zustände. Während man sich z. B. in Sulzberg handgreiflich gegen die Schulpflicht wehrte, wurde in Götzis die staatliche Ordnung 1782 eingeführt und die Kommune für das Ausbleiben von Zwischenfällen mit 47 Gulden belohnt.

Geld ist überhaupt im Zusammenhang mit Schule immer ein großes Thema gewesen. Beim Bau von Schulen ebenso wie bei der Bezahlung der Lehrkräfte. Das Publikum bekam das “Lied vom armen Dorfschulmeisterlein” vorgetragen. Von der Entlohnung konnte niemand leben, man musste Zusatztätigkeiten wie Geometer oder Organist ausüben, um über die Runden zu kommen. In der Zeit der Einschulung eines neuen Kollegen bekam dieser zwei Drittel davon, der baldige Pensionist ein Drittel. Damit sich der Staat die Rente für Lehrer-Witwen sparen konnte, mussten Junglehrer oft die Hinterbliebene heiraten.

Den Bau der Götzner Volksschule ermöglichte wesentlich die in Zürich mit einem Luxushotel erfolgreiche Familie Baur, indem sie ihr Götzner Haus für den Zweck versteigern ließ. Auch für einen Ausflug der Schüler nach Meiningen im Schuljahr 1870/71 musste bei finanziell gut gestellten Götznern ein Jahr vorher mit dem Spendensammeln begonnen werden.
Der in seiner aktiven Zeit an vielen internationalen Einrichtungen lehrende, öfters ausgezeichnete Univ.-Prof. Helmut Fend beschrieb seine Schulzeit in Götzis und als Bildungswissenschaftler. Einen Teil der Entwicklung der Unterrichtsmethoden hat er in Ludescherberg als Junglehrer hautnah mitbekommen: neun Schüler unterrichten, die in neun Schulstufen sind. AME




































































