Von den alten Griechen bis zur Familie Schindler

Die inatura lud zur Eröffnung der neuen Sonderausstellung “Verstehen Sie Strom?”.
Dornbirn Was haben Bernstein, zuckende Froschschenkel und ein Vorarlberger Textilunternehmer gemeinsam? Auf den ersten Blick nicht viel. Tatsächlich erzählen sie aber die Geschichte der Elektrizität – von den ersten Beobachtungen im antiken Griechenland bis zur modernen Energieversorgung. Antworten auf diese und viele weitere Fragen rund um die Elektrizität liefert die neue Sonderausstellung “Verstehen Sie Strom?”.

“Es ist immer eine besondere Zeit, wenn eine neue Sonderausstellung eröffnet wird. Bis zur letzten Minute wird geschraubt und programmiert”, begrüßte inatura-Direktorin Ruth Swoboda die zahlreichen Gäste bei der Eröffnungsfeier. Gleich doppelt durfte gefeiert werden: Neben der neuen Sonderausstellung wurde auch der neu gestaltete Übergang in die Dauerausstellung eröffnet, der Besucher künftig in die Themenwelt des Hauses einführt und zugleich die langjährigen Partnerschaften der inatura sichtbar macht.

Als “Mastermind” hinter der Ausstellung holte Swoboda anschließend Beat Grabher auf die Bühne. Ziel sei es gewesen, das Thema Strom so aufzubereiten, dass auch komplexe Zusammenhänge verständlich werden. Wer sich aufmerksam durch die rund 20 bis 30 Meter lange Ausstellung bewege, könne am Ende verstehen, “was Strom eigentlich ist”. Dafür spannt die Ausstellung einen weiten historischen Bogen – von Thales von Milet, der bereits vor über 2000 Jahren die besondere Eigenschaft von Bernstein beschrieb, über Luigi Galvanis berühmte Experimente mit Froschschenkeln und Alessandro Voltas erste Batterie bis hin zu Michael Faraday, Nikola Tesla und Thomas Edison.

Einen besonderen Platz nimmt dabei der Vorarlberger Elektropionier Friedrich Wilhelm Schindler ein. Er elektrifizierte bereits 1884 seinen Betrieb in Kennelbach, meldete rund 2000 Patente an und gilt als Wegbereiter der Elektrifizierung Vorarlbergs sowie der heutigen illwerke vkw.
Strom interaktiv erleben
Dass Wissenschaft alles andere als trocken sein muss, zeigt die Ausstellung an zahlreichen interaktiven Stationen. Besucher können selbst zur “menschlichen Batterie” werden, an Magnetskulpturen experimentieren, mit einem Handgenerator Strom erzeugen oder spielerisch erleben, wie ein Pumpspeicherkraftwerk funktioniert und warum ein stabiles Stromnetz ständiges Gleichgewicht erfordert.

Swoboda lud die Gäste ein, sich für den Rundgang Zeit zu nehmen: “Lesen Sie die Geschichten, testen Sie und probieren Sie aus – es sind viele coole Typen dabei.” Ihr persönlicher Favorit sei der britische Chemiker Humphry Davy, ein Pionier der modernen Elektrochemie. Mit seinen mutigen Experimenten entdeckte er zahlreiche chemische Elemente, und zu seinen Schülern zählte der berühmte Physiker Michael Faraday.

Gemeinsam entwickelt
Entstanden ist die Sonderausstellung in Zusammenarbeit mit zahlreichen Partnern. Im Rahmen der Eröffnungsfeier diskutierten Gerhard Frainer (Liebherr-Werk Nenzing), Quido Salzmann (illwerke vkw), Harald Giesinger (Dornbirner Sparkasse) und Landesstatthalter Harald Sonderegger über die Bedeutung starker Partnerschaften. Neben dem Energieinstitut Vorarlberg war vor allem die FHV maßgeblich an der Gestaltung beteiligt. Studierende des Masterstudiengangs Design und Creative Leadership entwickelten gemeinsam mit der inatura und den illwerke vkw interaktive Vermittlungsformate, die wissenschaftliche Inhalte verständlich und erlebbar machen. “Als Kultureinrichtung sind wir auf starke Partner angewiesen”, betonte Swoboda und bedankte sich bei “diesem wunderbaren Netzwerk”.LCF














