Neuer Anfang mit Albatros

VN / 17.07.2026 • 10:57 Uhr
Neuer Anfang mit Albatros
Schüler, Coaches und Prüfer feierten gemeinsam den erfolgreichen Abschluss des Albatros-Programms.Laurence Feider

25 Jugendliche feierten bei der OJAD den erfolgreichen Pflichtschulabschluss.

Dornbirn: “Ich bin richtig happy”, sagt Ayub Abdirizack und hält stolz sein Abschlusszeugnis in den Händen. Vor sechs Jahren kam er aus Kenia nach Vorarlberg, heute ist der Pflichtschulabschluss geschafft. Sein nächstes Ziel steht bereits fest: eine Lehre im Reisebüro. Langfristig möchte er Pilot werden. “Mit dem Pflichtschulabschluss habe ich bessere Zukunftschancen und bin meinem Traum einen Schritt näher gekommen.”

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Mit einem selbst geschriebenen Rap bedankte sich Absolvent Bastian bei den Coaches.

Mit einer feierlichen Zeugnisverleihung endete das Kursjahr des Pflichtschulabschlussprogramms Albatros der OJAD. Den Auftakt bildete ein ruhiger musikalischer Beitrag auf der Hang-Drum, bevor Projektleiterin Miriam Rümmele, Sonja Petrovic von der Pädagogischen Hochschule Vorarlberg und OJAD-Geschäftsführer Stefan Rainer den 25 Absolventinnen und Absolventen zu ihrem Erfolg gratulierten. “Gelernt habt ihr selbst. Wir durften euch auf eurem Weg begleiten und unterstützen. Den ersten großen Schritt in eure Zukunft habt ihr bereits geschafft – viele weitere werden folgen”, betonte Rainer. Gemeinsam mit Familien, Freunden und Wegbegleitern wurde gefeiert, was die Jugendlichen mit viel Einsatz und Ausdauer erreicht hatten.

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Ronja Zech freut sich über ihren erfolgreichen Pflichtschulabschluss und startet im Herbst ihre Ausbildung an der SOB in Bregenz.

Mehr als Schule

Im Mittelpunkt standen dabei nicht nur Zeugnisse, sondern die persönlichen Geschichten der jungen Menschen. Sabine Bechter und Sonja Petrovic fanden bei der Übergabe für jede Absolventin und jeden Absolventen individuelle Worte. Die Gruppe war so vielfältig wie nie: Jugendliche mit Wurzeln in Vorarlberg, Südtirol, Marokko, Syrien und Kenia lernten gemeinsam, unterstützten sich gegenseitig und wuchsen zu einer Gemeinschaft zusammen. Manche nahmen dafür täglich weite Anfahrtswege aus Bürs oder dem Kleinen Walsertal in Kauf.

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Familien, Freunde und Wegbegleiter feierten gemeinsam mit den Absolventinnen und Absolventen.

Wie wichtig diese Unterstützung war, zeigen auch die Rückmeldungen der Jugendlichen. “Albatros fühlt sich an wie Familie”, lautete eine davon. Andere hoben das Vertrauen zu den Coaches oder die Hilfsbereitschaft der Lehrkräfte hervor. Für einen besonderen Gänsehautmoment sorgte Absolvent Bastian, der sich mit einem selbst geschriebenen Rap bei den Coaches bedankte.

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Nach der Zeugnisverleihung blieb Zeit für ein Erinnerungsfoto – und jede Menge gute Stimmung.

Viele Pläne für die Zukunft

Für viele beginnt bereits im Herbst der nächste Lebensabschnitt. Ronja Zech startet ihre Ausbildung an der SOB in Bregenz und möchte später als Kindersozialpädagogin arbeiten. “Alles lief besser, als ich dachte. Selbst in Mathe, meinem früheren Angstfach, konnte ich mit einer Eins abschließen”, erzählt sie. “Alle waren geduldig und hilfsbereit. Ich würde das Albi (Albatros) jedem empfehlen, denn so macht Schule Spaß.” Andere Absolventinnen und Absolventen beginnen eine Lehre oder Ausbildung – etwa in der Pflege, im Sozialbereich, im Einzelhandel, als Tischler oder Kfz-Mechatroniker. Ein Absolvent träumt sogar davon, eines Tages für die syrische Fußballnationalmannschaft aufzulaufen.

Insgesamt wurden in diesem Kursjahr 159 Prüfungen erfolgreich abgelegt. Für die 25 Absolventinnen und Absolventen ist das Zeugnis aber weit mehr als ein Abschluss – es ist der Beginn eines neuen Kapitels. LCF