Autocross – Rosti gegen die jungen Wilden

Motorsport-Legende aus Alberschwende will auch mit 79 Jahren weiter mitmischen.
Langen, Alberschwende Der Bregenzerwald ist ein guter Boden für Motorsport – dieser gab erst kürzlich beim Käsklatsch mit einer großen Fahrzeugschau ein kräftiges Lebenszeichen. Gleichzeitig wurde diese Präsentation zum Anlass genommen, auf das 1. Int. Autocross-Rennen in Langen am 8. und 9. August hinzuweisen und für dieses PS-Spektakel kräftig die Werbetrommel zu rühren.
Unter Federführung des Motorsportclubs Bregenzerwald geht es am Samstag, 10:30 Uhr, mit den Trainingsläufen los, am Nachmittag steigen dann die ersten Rennläufe und um 19:30 Uhr die After-Race-Party.
Sonntag, 9 Uhr, beginnt der dritte Rennlauf, und am Nachmittag wird mit den Finalläufen und dem Super-Finale abgeschlossen. Um 18:30 Uhr ist Siegerehrung.
Aller Augen auf Rosti gerichtet
Mittendrin, nicht nur dabei, wird die Wälder Motorsport-Legende Josef Rosti Gmeiner versuchen, einmal mehr mit den jungen Wilden mitzuhalten.
“Irgendwann wird Schluss sein – aber jetzt noch nicht …”, verriet der Ausnahme-Rennfahrer anlässlich der Schau beim Käsklatsch den VN. Seine Kollegen und Kontrahenten durften ihm bei dieser Gelegenheit zur Vollendung des 79. Lebensjahres gratulieren, denn wenige Tage zuvor feierte er Geburtstag.
Einfacher, so räumte er ein, sei es nicht geworden, dem Ansturm der jungen Wilden Paroli zu bieten, aber “noch traue ich mir zu, ins erste Viertel des Klassements hineinzufahren. Wenn’s gut läuft, ist auch das Podium drin, wenn es ganz gut läuft, sogar ganz oben”, sieht er sich nach wie vor als seriösen Sieganwärter.

Zuletzt fuhr er in Bayern bei einem Rennen in die Top sechs, in Weißenbach wurde er als Zweiter abgewunken und im Zillertal lag er sogar in Führung, als er “abgeschossen” wurde, denn die jungen Wilden “zeigen keinerlei Respekt vor dem Alter”, schmunzelt Rosti sportlich: “So ist nun mal unser Sport, damit muss man rechnen …”, hegt er keinen Groll.
Eigentlich zwei Oldtimer
Nicht nur der Mann hinter dem Lenkrad ist ein außergewöhnlicher Oldie, auch sein Bolide ist ein echter Oldtimer: “Angefangen habe ich vor mehr als 50 Jahren mit Autoslaloms. Als wenig später der Polo auf den Markt kam, habe ich dieses Modell für Cross- und Eisrennen umgebaut”, schildert er seinen rennfahrerischen Werdegang. An Rosti – so wird sein Polo genannt – ist nicht mehr viel original, denn zum einen wurde das Fahrzeug um rund einen halben Meter verlängert und natürlich der Motor “getauscht”. Statt des Original-Aggregats des Polo II, der je nach Version mit einem Vierzylinder-Motor mit 45 bis 110 PS ausgestattet war, brüllen im Rosti zwei Motorrad-Motoren mit einem Mehrfachen an Pferdestärken.
“Die brauche ich auch”, meint Josef Rosti Gmeiner mit einem angriffslustigen Funkeln in den Augen, denn “meine jungen Konkurrenten fahren meist mit Buggys, die gegenüber meinem Boliden ihre Vorteile haben, vor allem wendiger sind als Rosti”.
Routine und Akribie
Im Kampf mit den Konkurrenten, die meist zwei Generationen jünger sind als er, wirft Rosti seine ganze Routine in die Waagschale, und den neuesten Entwicklungen bei den Fahrzeugen hält er mit totaler Akribie entgegen: “Nach jedem Renneinsatz wird Rosti komplett überarbeitet, um technische Defekte zu vermeiden.” Auch das ist ein wichtiger Trumpf in seinem Ärmel – “aus Rosti alles herausholen und sich auf die Technik voll verlassen zu können, kann am Ende den Ausschlag geben”, ist für ihn Motivation, ungezählte Stunden zu investieren, um an seinem Boliden “herumzuschrauben”. STP
