Edi 2000 – der Mann hinter dem Lächeln

Hinter dem Allroundkünstler und Entertainer Edi 2000 verbirgt sich ein melancholischer Mensch.
Lustenau Es gibt wieder ein Lebenszeichen vom Lustenauer Original Edi 2000. Am 22. August tritt der Allroundkünstler als Alleinunterhalter bei einem großen Kinderfest in Fußach auf – beim Seerestaurant Schwedenschanze (ab 14 Uhr). Unter anderem wird Edvard Vidmar alias Edi 2000 die Gäste mit einer Zaubershow begeistern und Kindern das Malen beibringen. Der vielseitige Künstler – er zaubert, zeichnet Porträts und malt Acrylbilder, spielt Mundharmonika und singt – freut sich schon auf das Fest. Denn: “Am glücklichsten bin ich, wenn ich auf einer Bühne stehe und Kindern eine Freude machen kann.”
Wenn Edi nach einem Auftritt nach Hause kommt, erwartet ihn dort niemand. “Diese Leere schmerzt.” Edi fühlt sich manchmal einsam. “Alles, was ich habe, ist meine Tochter Ramona. Zum Glück sehen wir uns regelmäßig.” Mit der Mutter von Ramona war Edi sieben Jahre verheiratet. “Dann hat sie mich verlassen.” Edi, der im Jahr 1947 im ehemaligen Jugoslawien das Licht der Welt erblickte, suchte sein ganzes Leben nach Liebe. “Ich habe sie bis heute nicht gefunden”, bedauert er. Edi würde sich eine Partnerin wünschen, die mit ihm tanzen und wandern geht.

Seine Suche nach Liebe begann schon als Kind. “Ich hatte eine lieblose Kindheit.” Seinen Vater lernte er nie kennen. “Partisanen erschossen ihn bei meiner Taufe. Sie stürmten in die Kirche und schossen wild um sich.” Seine Mutter überlebte. “Sie wurde in ein Arbeitslager verschleppt. Mich, den drei Monate alten Säugling, steckten sie in ein Kinderheim. Wir Kinder wurden dort von Klosterschwestern betreut. Sie brachten uns das Singen, Tanzen und Zeichnen bei. Aber wenn ich nicht gehorchte, wurde ich geschlagen und in die Kartoffelkammer gesperrt.”
Mit sechs Jahren wurde Edi von einem Ehepaar adoptiert. Von seinem Ziehvater Mateus lernte Edi das Zaubern, seine Ziehmutter Liza zeigte ihm, wie man Mundharmonika spielt. Mit 15 wollte Edi nach Deutschland flüchten, in der Hoffnung auf ein besseres Leben. Doch seine ersten Ausreiseversuche aus dem ehemaligen Jugoslawien scheiterten. “Deswegen landete ich mehrmals im Gefängnis.”

Schließlich gelang es dem jungen Mann aber, sich bis nach Vorarlberg durchzuschlagen. Lustenau wurde zu seiner neuen Heimat. Dort lernte er mit Rosa Gruber eine ältere, alleinstehende Frau kennen. Sie schloss ihn wie einen eigenen Sohn ins Herz. “Sie bemutterte und verwöhnte mich. Ich zog zu ihr in ihr Häuschen, wo ich nach Feierabend den großen Garten pflegte.” Zu der Zeit arbeitete Edi, der dem Lustenauer Männergesangsverein und dem Höchster Amateurboxverein beitrat, am Bau. Später machte er sich mit einer Fugenfirma selbstständig.
In seiner Freizeit trat er als Zauberer, Musiker, Maler und Entertainer auf und brachte die Menschen zum Lachen. Oft lachte er nur für sein Publikum, obwohl ihm eher zum Weinen zumute war. Nach außen hin war der traurige Clown – so bezeichnete er sich einmal selbst – fröhlich und humorvoll. Innerlich aber hat er viel Leid und Einsamkeit erlebt.

Edi wird im nächsten Jahr 80 Jahre alt, aber weil er nur eine geringe Rente bekommt, arbeitet er manchmal noch als Maler. Er zaubert mit Pinsel und Farbe schöne Bilder auf (Häuser-)Wände. “So kann ich mich finanziell über Wasser halten.” Der 79-Jährige ist froh, dass er fit ist und noch viel Energie hat. Vor wenigen Wochen wäre seine Gesundheit aber beinahe zu Schaden gekommen. “Ich hatte in Südtirol einen Autounfall. Ein Lkw fuhr mir auf. Ich blieb zum Glück unverletzt, aber mein Auto hatte einen Totalschaden.”