Dornbirn wird zur Clownstadt

Clowns aus aller Welt sorgten in der Innenstadt für Staunen und Gelächter.
Dornbirn “Who let the Clowns out?” Plötzlich sind da rote Nasen, bunte Kostüme und kuriose Gestalten zwischen Marktständen, Einkaufstaschen und Passanten. Es ist Mittwochvormittag und Wochenmarkt in Dornbirn – und der ist an diesem Morgen noch viel bunter als üblich, denn kurz vor Mittag zieht eine Gruppe von mehr als 50 Clowns über den Marktplatz und sorgt für ausgelassene Stimmung. Sie bleiben stehen, schauen sich um, winken, albern miteinander und lassen sich ebenso interessiert von den Menschen beobachten. Kinder strahlen, manche Marktbesucher bleiben spontan stehen.

Internationale Clownszene zu Gast
Die Clowns sind Teilnehmer der ersten Clownvention, die noch bis Sonntag in Dornbirn stattfindet. Künstlerinnen und Künstler aus Österreich, Deutschland, den Niederlanden, Belgien, Großbritannien, den USA, Argentinien und weiteren Ländern sind dafür angereist. Die Parade ist bewusst keine laute Show. Vielmehr geht es darum, gemeinsam durch die Stadt zu gehen, zu schauen und miteinander in Kontakt zu kommen. Ein Guide wird den Clowns Dornbirn zeigen, und gleichzeitig kann Dornbirn die Clowns bestaunen.

Ein paar Schritte lang geht die Gruppe geschlossen, dann löst sie sich wieder auf. Hier ein kurzer Blick, dort eine kleine Geste, ein Lachen oder eine spontane Begegnung. Die Clowns müssen niemanden auf die Bühne holen, um Aufmerksamkeit zu bekommen. Allein ihr Auftreten reicht. Zwischen den Marktständen wirken sie wie eine Reisegruppe aus einer anderen Welt – “da wäre ich am liebsten auch dabei”, sagt eine Passantin beim Anblick der lustigen Gruppe.

Für die Zirkushalle Dornbirn, die das Event organisiert, ist die Parade Teil eines größeren Projekts. Vom 10. bis 16. August wird die Stadt zum Treffpunkt der zeitgenössischen Clownerie. Fast 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmer nutzen die Woche, um sich auszutauschen, gemeinsam zu experimentieren und neue Kontakte zu knüpfen. Im Mittelpunkt stehen nicht klassische Workshops, sondern selbst organisierte Laboratorien, Clown Jams und Gespräche. Auch eine Clown Lounge, ein Flohmarkt für Kostüme und Requisiten sowie verschiedene Bühnenformate gehören dazu.

Die Idee für die Clownvention stammt von der argentinischen Clownfrau und Lehrerin Lila Monti, mit der die Zirkushalle seit Jahren zusammenarbeitet. Gemeinsam mit Raffaela Rudigier-Gerer, Sebastian Gerer, Olivia Platzer und Bryce Kasson wurde daraus ein internationales Treffen. “Augenhöhe ist dabei das wichtigste Stichwort”, erklärt Gerer. Viele Clowns würden sonst als Einzelkämpfer arbeiten und sich höchstens bei Workshops begegnen. In Dornbirn sollen sie Zeit haben, sich kennenzulernen, voneinander zu lernen und Netzwerke aufzubauen.

Die Parade ist damit nur ein Teil der Clownvention, die noch bis Sonntag in Dornbirn läuft. In den kommenden Tagen stehen weitere öffentliche Vorstellungen auf dem Programm. Im TiK gibt es am Donnerstag eine Open Stage, am Freitag gastiert das portugiesische Duo “A Nariguda”, am Samstag folgt ein internationales Clown-Cabaret. Das genaue Programm findet man unter www.zirkushalle.at cth








