Neue Kameras sollen in Lustenau Verkehrsdaten in Echtzeit liefern

Lustenau analysiert mit neuen Kameras an Straßenlaternen den Verkehr.
Lustenau An mehreren Straßenlaternen in Lustenau sind neue Kameras zur Verkehrsmessung installiert, so wie beispielsweise an der Ecke Hofsteigstraße/Hagenmahd oder Sägerstraße/Vorachstraße. Sie sollen künftig in Echtzeit erfassen, wie viele Autos, Radfahrer und Fußgänger auf bestimmten Straßen der Marktgemeinde unterwegs sind.
Das Projekt wurde bereits vor fünf Jahren gestartet. Kleinere Tagesauswertungen, wie beispielsweise für den Mini-Kreisel am Wiesenrain, sind erfolgt. Langfristige Erhebungen scheiterten bislang jedoch an einer unzuverlässigen Datenübermittlung. Nun ersetzt die Gemeinde die bisherigen Geräte durch kompakte und wetterfeste Kameras.

Keine Überwachung
Mit den Kameras werden ausschließlich Verkehrsteilnehmende gezählt. “Die Kameras zeichnen auf, wie viele Pkw, Lkw, Radfahrer und Fußgänger bestimmte Straßen nutzen. Autokennzeichen oder gar Gesichter werden nicht erfasst und auch nicht gespeichert. Für uns sind ausschließlich die statistischen Daten wichtig”, erklärt Nicholas Hofer, Tiefbauamtsleiter der Marktgemeinde Lustenau. Die Aufnahmen selbst werden gelöscht. Lediglich die daraus gewonnenen Zahlen werden in Echtzeit an einen Computer übermittelt. Dadurch kann die Gemeinde beispielsweise nachvollziehen, wie sich der Verkehr verändert, wenn eine Straße wegen Bauarbeiten gesperrt ist. “So können wir sehen, wohin der Verkehr fließt, wenn irgendwoanders etwas vorübergehend nicht passierbar ist”, erklärt der Tiefbauamtsleiter die Vorteile der Verkehrsmessgeräte.
Grundlage für Verkehrsplanung
Die erhobenen Daten sollen künftig auch bei der Verkehrsplanung im Ort helfen. Ziel sei es, dass live gesehen werden kann, wie viele Autos bestimmte Straßen an unterschiedlichen Tagen passieren. Aufwendige manuelle Verkehrszählungen könnten dadurch reduziert werden. Gezählt werden nicht nur motorisierte Verkehrsteilnehmende. Auch Radfahrer und Fußgänger fließen in die Auswertung mit ein. So lässt sich etwa feststellen, wie stark ein Zebrastreifen genutzt wird oder an welcher Stelle ein zusätzlicher Fußgängerübergang sinnvoll sein könnte.

Die ursprünglich installierten Kameras werden nun eins zu eins ausgetauscht. Einige der neuen Kameras hängen bereits seit drei Monaten, und es gab keinen technischen Ausfall, heißt es seitens des Tiefbauamtes. Die Geräte sollen nun ein Jahr lang im Testbetrieb laufen. Anschließend wird die Gemeinde die Verkehrsdaten auch der Öffentlichkeit im Internet zugänglich machen, ähnlich wie bei den online einsehbaren Landeszählstellen. “Wir möchten die Daten übersichtlich aufschlüsseln, sodass jeder sehen kann, wie viele Autos, Radfahrer oder Fußgänger an einem bestimmten Tag in der Gemeinde unterwegs sind”, sagt der Tiefbauleiter. Wenn sich die neue Technik im Testbetrieb bewährt, sollen weitere Verkehrsmesskameras in Lustenau folgen. Die statistischen Daten unterstützen die Verantwortlichen bei künftigen Entscheidungen im Bereich der Verkehrsplanung. BVS
