“Ahna&Ähne” tischten im Siebensachen auf

Omas und Opas luden am Freitag zu Kaffee und Kuchen. Dahinter steht ein besonderer Zweck.
Bregenz Es ist Freitagmorgen, in Bregenz regnet es, und nur wenige Passanten laufen mit ihren Schirmen durch die Straßen. Doch aus dem ersten Stock im Second-Hand-Laden “Siebensachen” in der Kornmarktstraße hört man fröhliche Stimmen. Schon im Gang auf dem Weg zur Stiege duftet es nach frisch gebackenem Kuchen und Kaffee. Der Verein “Ahna&Ähne” hat am Freitag, 21. August, ein weiteres Pop-up-Café in Bregenz veranstaltet.
Für jeden ist ein Stück dabei
Vier Helferinnen sind zusammen mit Vereinsobmann Wolfgang Sila und Organisatorin Susanne Nagel vor Ort. Schon kurz nach der Eröffnung des Pop-up-Cafés sind fast alle Tische belegt. Einige Senioren und Seniorinnen sind gekommen, um ein Stück Kuchen zu genießen, manche auch mit ihren Enkelkindern. Die Auswahl ist groß: von einfachem Schokokuchen über saftigen Zucchinikuchen bis hin zur Blaubeerjoghurt-Torte ist alles dabei. Auch die Helferinnen sind dabei und probieren ihre selbst gebackenen Kreationen.

Der Name “Ahna&Ähne” hat einen simplen Hintergrund. Er steht im Vorarlberger Dialekt für Oma und Opa, denn genau das sind fast alle Vereinsmitglieder. Gegründet wurde der Verein, um ältere Menschen zusammenzubringen und gemeinsam aktiv zu sein. Ein Mitglied ist Herta Pichler. Die 63-Jährige ist erst seit Kurzem im Verein. “Kuchen backe ich bis jetzt noch nicht, aber ich bin helfende Hand und packe dort an, wo ich kann”, erzählt Pichler. Sie ist Vereinsmitglied geworden, weil sie die Idee dahinter gut findet und diese unterstützen will.
Das Programm besteht hauptsächlich aus Kuchenbacken. Neben Pop-up-Cafés, die auch in anderen Gemeinden schon stattfanden, bewirtschaftet der Verein in Bludenz ein festes Café, in dem der selbst gebackene Kuchen von Oma und Opa zusammen mit Kaffee verkauft wird. Auch in Hard befindet sich eine Backstube, allerdings noch ohne dazugehöriges Café. Dafür bräuchte es noch mehr Mitglieder, meint Vereinsobmann Wolfgang Sila. “Wir sind in Bludenz in unserem Café mit 34 Leuten schon an der unteren Grenze und könnten eigentlich noch ein paar mehr gebrauchen”, sagt Sila.

Der Verein wächst noch stark, und es kommen immer mehr Ahnas und Ähnes dazu. Finanziert wird er durch private Investoren und das Café in Bludenz. Die Mitglieder helfen alle ehrenamtlich mit. Bei ihnen herrscht kein Zeitdruck, wer kommen will, kann kommen, es ist jedoch niemand verpflichtet. “Es soll einfach in erster Linie Spaß machen und die Leute zusammenbringen”, sagt Sila. Doch in dem Verein wird nicht nur gebacken. Manche Mitglieder helfen auch bei der Planung der Events oder beim Verkauf.
Große logistische Aufgabe
Eine Herausforderung, die häufig unterschätzt wird, ist das Einkaufen der Zutaten. Zuerst muss jedes Rezept auseinandergenommen werden, dann wird alles eingekauft. “In den Läden kennt man mich schon”, sagt Susanne Nagel lachend. Jedes Rezept kommt von den einzelnen Omas und Opas im Verein und ist so verschieden wie die Kuchen selbst. Gebacken wird den ganzen Tag lang, und zwar alle zusammen. JUF