Ein Sommer für “La traviata”

Kultur / 21.08.2026 • 11:07 Uhr
Ein Sommer für "La traviata"
Die Seeproduktion “La traviata” hatte eine Auslastung von 100 Prozent.Roland Paulitsch

Am Sonntagabend gehen die 80. Saison der Bregenzer Festspiele erfolgreich zu Ende.

Bregenz Rund 80 Veranstaltungen standen in fünf Festivalwochen auf dem Programm, und ob die Jubiläumssaison einen neuen Besucherrekord bringt, entscheidet nun das Wetter: Können die drei letzten Vorstellungen von „La traviata” auf der Seebühne stattfinden, zählen die 80. Festspiele mit rund 273.000 Besucherinnen und Besuchern zu den bestbesuchten der Festivalgeschichte.

Ein Sommer für "La traviata"
Beim „Singalong am See” sangen 6.548 Menschen gemeinsam auf der Seetribüne.Anja Köhler/BF

Das Spiel auf dem See war der erwartete Zugpferd-Erfolg. Giuseppe Verdis „La traviata” war heuer erstmals auf der Bregenzer Seebühne zu erleben, Damiano Michieletto inszenierte die Oper vor Paolo Fantins monumentaler, in zahllose Splitter zerbrochener Spiegelwand. Sämtliche Vorstellungen waren bereits vor Ostern ausverkauft. Bleibt eine weitere Wetterabsage aus, werden 193.468 Menschen das Spiel auf dem See gesehen haben – bei einer Wetterabsage und einer Auslastung von 100 Prozent. Rund 44.000 Personen besuchten zudem Seebühnenführungen und Einführungsvorträge.

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Bleibt eine weitere Wetterabsage aus, werden 193.468 Menschen das Spiel auf dem See gesehen haben.VN

Den besucherstärksten Tag der 80-jährigen Festspielgeschichte markierte der 1. August: Rund 15.000 Gäste kamen, allein beim „Singalong am See” sangen 6.548 Menschen gemeinsam auf der Seetribüne. „Die Energie und Begeisterung beim Singalong am See werde ich nie vergessen”, sagt Intendantin Lilli Paasikivi. Der Jubiläumssommer habe gezeigt, wie sehr Vielfalt zum Wesen der Bregenzer Festspiele gehöre – von großen Bühnenereignissen über intime Formate bis zum experimentellen Musiktheater.

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philipp steurer

Zur Entdeckung der Saison wurde im Festspielhaus Leoš Janáčeks selten gespielte Oper „Die Ausflüge des Herrn Brouček”: Yuval Sharons fantasievolle Inszenierung begeisterte Publikum und Feuilletons gleichermaßen, Anerkennung fanden auch Robert Jindras musikalische Leitung, Peter Hoare in der Titelrolle, der Prager Philharmonische Chor und die Wiener Symphoniker. Drei Aufführungen erreichten 4.495 Besucher und eine Auslastung von 98 Prozent.

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Leoš Janáčeks selten gespielte Oper „Die Ausflüge des Herrn Brouček”.BREGENZER FESTSPIELE

Auf der Werkstattbühne entwarfen Daníel Bjarnason und Royce Vavrek mit „The Passion of the Common Man” eine eindringliche Zukunftsvision über Menschlichkeit in einer technologisierten Welt; Netia Jones schuf mit Anne Sofie von Otter einen Abend, der berührte und erschütterte. In „Bach Nirvana” verbanden Angela Hewitt und der Licht- und Videokünstler Mikki Kunttu Bachs Klaviermusik mit abstrakten Lichtwelten. Den Abschluss bildete „YUM!” der chinesischen Komponistin Wen Liu zwischen Oper, Performance Art und Extended Reality. Insgesamt: 2.808 Besucher, 98 Prozent Auslastung.

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Bach Nirvana.BF/Anja Köhler

Im Theater am Kornmarkt zog mit Gaetano Donizettis „L’elisir d’amore” eine farbenfrohe Highschool-Welt ein; die jungen Sänger des Opernstudios erzählten unter der Regie von Anna Kelo die Liebeskomödie als Coming-of-Age-Geschichte. Vier Vorstellungen, 1.984 Besucher, 100 Prozent. Im Schauspiel gastierte das Burgtheater mit Molières „Der eingebildete Kranke” in der Regie von Stefan Bachmann, im Theater KOSMOS folgte Natalie Baudys „under the influence” als Uraufführung – zusammen 1.934 Besucher.

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Gaetano Donizettis „L’elisir d’amore” im Konrmarkttheater.BF/Anja Köhler

Die drei Orchesterkonzerte der Wiener Symphoniker unter Dalia Stasevska, Eva Ollikainen und Petr Popelka spannten einen Bogen von Saariaho, Boulanger und Dvořák bis Ravel und Mussorgski. Mit der Matinee des Symphonieorchesters Vorarlberg werden 5.778 Besucher erwartet, die Kammerkonzerte kamen auf 1.298. An den Jungen Festspielen nahmen 1.678 Kinder und Jugendliche teil.

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Die Wiener Symphoniker unter Dalia Stasevska.Bregenzer Festspiele / Tatjana Schnalzger

2027 eröffnet Othmar Schoecks selten gespielte „Penthesilea” nach Heinrich von Kleists Trauerspiel am 21. Juli den Festspielsommer im Festspielhaus – die Geschichte der Amazonenkönigin und ihrer ebenso leidenschaftlichen wie verhängnisvollen Liebe zu Achill. Auf der Seebühne kehrt „La traviata” zurück, Wiederaufnahmepremiere ist am 22. Juli. Die Festspiele 2027 dauern vom 21. Juli bis 22. August.

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Das Burgtheater gab ein Gastspiel mit dem “Eingebildeter Kranke”.Tommy Hetzel_BURG