“Wir waren nicht auf unserem Level”

In Linz spielt Altach nicht in Normalform, die Massombo-Rückkehr bedeutet (noch) keinen Normalzustand.
Linz Zur Überraschung fehlte auf der Linzer Gugl aus Altacher Sicht dann doch viel. Leider, wie Patrick Greil anmerkte. “Wir haben weder Druck draufgebracht, noch waren wir hinten stabil oder haben Chancen kreieren können. Wir waren heute zu keinem Zeitpunkt in der Lage, gefährlich zu werden”, brachte es der Kreativposten auf den Punkt. Man habe dem LASK in die Karten gespielt, sagte Trainer Ognjen Zarić nach der 0:3-Niederlage, denn: “Wir wollten es unbedingt vermeiden, hier einen frühen Rückstand zu fressen.”
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Keine drei Minuten dauerte es bis zur Führung der Gastgeber, der glänzend aufgelegte Christoph Lang wurde nicht wirklich gestört und traf ins kurze Eck. Man brauche ohnehin einen guten Tag, um aktuell gegen den Champions-League-Teilnehmer zu punkten, da dürfe man sich so etwas erst recht nicht erlauben, meinte Zarić: “Der LASK ist zu gut.”
Auch in weiterer Folge konnte sich Altach aus dem Druck kaum befreien, Tormann Dejan Stojanović war es zu verdanken, dass es nicht früher deutlich wurde. Spätestens mit dem 2:0 nach einer Ecke war das Spiel aber gelaufen, erneut traf Lang, dieses Mal per Kopf (19.). Der Grund, dass bei Altach defensiv wenig zusammenlief, war einfach: Abwehrchef Benedikt Zech fehlte mit einem Muskelfaserriss. “Man hat gemerkt, dass das seine Spuren hinterlassen hat”, sagte Zarić. “Gerade nach dem frühen Gegentor waren wir mit der neu aufgestellten Fünferkette verunsichert”, sagte auch Stojanović. “Wir haben eine halbe Stunde lang reagiert und nicht agiert, das war ein großes Problem.” Man habe gewusst, dass es schwer werde – könne jedoch besser spielen als gezeigt. „Aber sie haben es auch gnadenlos bestraft”, sagte Zarić.

Ob der Gegner wirklich so gut war, da war Greil sich unsicher. “Direkt nach dem Spiel ist man sauer auf sich. Wir waren nicht auf unserem Level, wir waren nicht wettkampffähig.” In Ballbesitz sei man nicht sauber genug gewesen, habe zudem keine hohen Ballgewinne verzeichnet. “Das macht es schwer, Sicherheit reinzukriegen oder Umschaltsituationen zu kreieren.”
Die zweite Halbzeit sei in Ordnung gewesen, sagte Zarić: “Aber der LASK war 2:0 in Führung, das lassen sie sich nicht mehr nehmen.” Florian Flecker erzielte in der Schlussphase sogar noch das 3:0 (89.), wirklich nahe am Anschlusstreffer war Altach nie.
Tür ist offen, aber: “Er ist in der Bringschuld”
Immerhin bietet sich Zarić in der Offensive wieder eine neue alte Option. Yann Massombo gab nach zwei turbulenten Wochen infolge seines bestreikten Auswärtsspiels bei Sturm Graz sein Comeback, er wurde zur zweiten Halbzeit eingewechselt. “Ich bin froh, dass das Thema vorbei ist”, sagte Zarić. Über Massombos sportliche Qualitäten brauche man nicht reden, aber: “Es ist klar, dass das nicht von heute auf morgen abgehakt ist. Er muss seinen Beitrag leisten, um wieder voll im Team drin zu sein. Die Mannschaft hat ihm die Tür geöffnet, er muss durchgehen.”

Alle dürften ihm den Alleingang auch noch nicht vollends verziehen haben. Nach zwei Wochen seien die Gemüter zumindest bei ihm ein wenig abgekühlt, sagte Greil: “Er ist kein schlechter Mensch. Natürlich hätte er es anders lösen müssen, aber das weiß er selber.” Stojanović sagte: “Schlussendlich sind wir alle Angestellte des Vereins, der trägt die Entscheidung, wir müssen uns unterordnen.” Man habe viele Gespräche geführt, auch mit Massombo selbst. “Ich denke schon, dass er in der Bringschuld ist.”