Schröcken heißt Gipfelstürmer willkommen

18. Auflage der großen Seven-Summits-Tour erlebt am Samstag eine Rekordbeteiligung.
Schröcken Am kommenden Samstag steht das kleine Walserdorf Schröcken wieder im Fokus der Ausdauersportler, die sich der großen Herausforderung stellen und die Seven Summits angehen. Ein Rekordstarterfeld von 453 Läuferinnen und Läufern geht dabei auf die große Tour – sieben Gipfel mit 48 Kilometern Streckenlänge und 4300 Höhenmetern über Höferspitze, Juppenspitze, Mohnenfluh, Braunarl, Hochberg, Rothorn und Künzelspitze – jene sieben Gipfel, die das Gemeindegebiet von Schröcken gleichsam wie eine “Krone” eingrenzen. 71 Teilnehmer sind für die kleine Tour, die “Rookie-Tour”, gemeldet, eine “Schnupper-Tour” für Familien.

Unter speziellem Aspekt
Seit den Anfängen dieser Herausforderung steht ein Aspekt im Vordergrund: “Mit dieser Veranstaltung werden Spendengelder für die internationale Hilfsorganisation Rokpa, die Projekte im Himalaya – Nepal und Tibet – unterstützt”, erläutert Eric Leitner, Länderrepräsentant von Rokpa Österreich.

Durch die verheerende Katastrophe in Nepal mit Hunderten Toten und Vermissten und unvorstellbaren Zerstörungen, die ganze Dörfer von der Landkarte gelöscht haben, rückt natürlich auch Rokpa verstärkt ins Blickfeld. “Seven Summits kann natürlich nur ein Tropfen auf den heißen Stein sein, aber über die bei der Veranstaltung hinaus lukrierten Spendengelder wollen wir auch die Aufmerksamkeit und Spendenbereitschaft für die Betroffenen im Himalaya wecken”, so die Seven-Summits-Organisatoren.

Dank an die vielen Helfer
Die Geschichte der Seven Summits geht in die 1950er-Jahre zurück. Damals starteten der spätere Bürgermeister Pius Bischof und sein Freund Alois Schwarzmann das große Abenteuer, an einem Tag alle sieben Gipfel zu bewältigen. Eric Leitner und Jürgen Strolz griffen mehr als ein halbes Jahrhundert später die Idee 2008 wieder auf und ließen im Gedenken an Pius Bischof die “Seven Summits Tour” wieder aufleben. 2009 stellten sich 30 Abenteurer der Herausforderung. Fast doppelt so viele waren es ein Jahr später, 2012 war die Teilnehmerzahl schon auf 85 gestiegen, “und bald mussten wir die Teilnehmerzahl begrenzen”, erinnert sich Leitner.

“Dass heuer mehr als 450 auf die große Tour gehen und weitere gut 70 die kleine Runde in Angriff nehmen, verdanken wir den vielen Helfern, Bergrettern aus der Region, ehemaligen aktiven Teilnehmern, die sich jetzt als Helfer zur Verfügung stellen.”
Petrus als wichtiger “Helfer”
Ein wichtiger “Helfer” ist auch Petrus, denn die Wetterprognosen sind zwar nicht optimal, aber im Vergleich mit früheren Wetterkapriolen sind noch durchaus annehmbare Bedingungen zu erwarten.

Jedenfalls viel besser als 2015 oder 2017, als die Strecke wetterbedingt verkürzt werden musste. 2022 blieben wegen eines frühen Wintereinbruchs gar nur Hochberg, Rothorn und Künzelspitze im Programm, die anderen vier Berge waren wegen Schneedecke gesperrt. Auch im Vorjahr gab es die kuriose Situation: Das Dach der Tour, der höchste Berg des Bregenzerwaldes, die Braunarlspitze, musste gestrichen werden. Im heurigen Wüstensommer fast unvorstellbar: 2025 hatte ein früher Wintereinbruch die Gipfelregion der Braunarlspitze derart vereist, dass es zu gefährlich gewesen wäre, über den Gipfel zu laufen. Das paradoxe Ergebnis: Statt “oben zu bleiben” mussten die Gipfelstürmer von der Mohnenfluh zurück ins Auenfeld und am Fuße der Braunarl vorbei Richtung Hochberg. Mit dem Ergebnis, dass durch die “Verkürzung” die Streckenlänge von 48 auf 54 Kilometer verlängert wurde und zusätzliche 200 Höhenmeter dazukamen. STP

