Was in der HTL Rankweil alles passiert, bevor die Schüler kommen

Obwohl die Klassen noch leer sind, gibt es für die Direktorin, Lehrpersonen, Schulwarte und die Verwaltung bereits viel zu tun.
Rankweil Zwar beginnt die Schule erst nächste Woche, doch schon jetzt ist in der Höheren Technischen Bundeslehr- und Versuchsanstalt (HTL) Rankweil viel los. Die Sommerschule ist am Laufen, die Räume werden geputzt, der Rasen gemäht, die Bücher sortiert, der Stundenplan erstellt und unzählige Vorbereitungen getroffen. “In einer Schule passiert viel, von dem Außenstehende gar nichts mitbekommen”, sagt Direktorin Judith Zeiner (49). Sie selbst gönne sich in den Sommerferien nur drei Wochen Auszeit und nutze sogar diese, um ihren Deutschunterricht vorzubereiten.


Der Stundenplan
Die Liste der Schulstartvorbereitungen an einer Schule mit rund 950 Schülern und knapp 130 Lehrpersonen ist lang. Zu den wichtigsten zählen, dass die Schüler den Klassen zugeordnet sind, die Lehrer ihre Lehrfächerverteilungen haben und es einen Stundenplan gibt. Letzteres zählt zu den herausforderndsten Aufgaben.

Zwei Lehrpersonen widmen sich der Stundenplanerstellung. In der ersten und letzten Ferienwoche wird intensiv daran gearbeitet. Aber auch unterm Schuljahr muss vor allem wegen temporärer Ausbildungsgruppen der Stundenplan angepasst werden. “Es ist sehr komplex”, beschreibt einer der Zuständigen, Stephan Michel (54). Die Räume sind knapp, vor allem der Turnsaal reicht für die Anzahl der Schüler kaum aus.

Vorbereitungen ohne Ende
Judith Zeiner und die drei Abteilungsvorstände müssen vor Schulbeginn noch einiges vorbereiten: etwa Konferenzen und Gruppenteilungen sowie Organisatorisches für Diplomarbeiten und neue Lehrpersonen. Geplant und koordiniert werden müssen auch die Wiederholungsprüfungen, die an den ersten zwei Schultagen stattfinden.

Aber auch für Themen, die noch weiter in der Zukunft liegen, müssen schon jetzt Vorbereitungen getroffen werden. Etwa für die vorgezogenen Maturaprüfungen in der zweiten Schulwoche oder die zahlreichen Veranstaltungen im Herbst: von Erasmusbesuchen bis hin zum Maturaball und dem Tag der offenen Tür.

“Es gibt eigentlich keinen Stillstand”, sagt der Bautechnik-Abteilungsvorstand Hannes Riedmann (57). Genauso wie Zeiner verbrachte auch er in den Sommerferien viel Zeit in der Schule. Andere Lehrpersonen, denen ein hoher Qualitätsanspruch wichtig ist, nutzten ebenfalls manchmal die Räumlichkeiten, um zum Beispiel Projektversuche durchzuführen. Unterrichtsvorbereitungen werden allerdings auch gerne von zu Hause aus erledigt. “Es ist ein Irrglaube, dass wir drei Monate im Jahr Urlaub machen”, erwähnt Zeiner.

Mehr als nur Lehrpersonen
Für Direktorin Zeiner ist klar: Eine Schule funktioniert nur durch vereinte Kräfte. Nevin Kaya (54) begann gemeinsam mit anderen zwei Wochen vor Schulbeginn, sämtliche Räume zu reinigen. Einer der beiden Schulwarte, Christian Nesensohn (42), ist unter anderem damit beschäftigt, Tische und Stühle herzurichten. “In der ersten Ferienwoche habe ich bereits mit Vorbereitungen in den Klassenräumen begonnen. Dann ging ich in den Urlaub, und jetzt bin ich schon seit der vierten Woche wieder im Einsatz”, erzählt er. Seine Tätigkeiten reichen von der Instandhaltung bis hin zum Rasenmähen. “Langweilig wird mir nicht.”


Die Schulverwaltung ist während der Sommerferien bis auf drei Wochen besetzt. Verwaltungsassistentin Beatrix König (57) bereitet unter anderem Schulpartnerschaften vor, während aktuell die Organisation der Schulbücher einen großen Teil ihrer Zeit beansprucht. “Sechs Paletten sind angekommen und mussten sortiert werden”, erklärt sie. Außerdem rufen schon einige Eltern an.
An der HTL Rankweil wird klar: Für viele Mitarbeiter hat die Schule schon längst begonnen.