An dieser Lustenauer Schule wird Eltern der Schulstart einfacher gemacht

Der Elternverein der MS Rheindorf zeigt, wie der Schulbeginn am Montag für alle Beteiligten stressfreier ablaufen kann.
Lustenau Viele Eltern kennen das: Die Kinder brauchen zum Schulstart noch Schulumschläge, Malfarben und vielleicht auch Sägeblätter, für die man wieder ganz woanders hinfahren muss. Der Pinsel muss in einer bestimmten Stärke sein, doch wenn man im nächstgelegenen Laden steht, ist genau dieser ausverkauft. Denn eine große Schar an Eltern desselben Ortes hat die gleiche Einkaufsliste bekommen.
“Ich musste einmal für eines meiner Kinder zehn Meter neonfarbene Wolle für die Schule besorgen”, erinnert sich Christine Bösch-Vetter, Obfrau des Elternvereins der Mittelschule (MS) Rheindorf in Lustenau, kurz vor dem Schulbeginn am Montag. “Wenn die Lehrperson einen oder zwei Knäuel besorgt hätte, hätte das für die gesamte Klasse gereicht.” Solche Beispiele gibt es an einigen Schulen. Um Eltern zu entlasten, hat die MS Rheindorf Vorkehrungen getroffen.

Kein Materialstress
“Eltern rufen immer wieder bei uns an und fragen nach der Einkaufsliste für den Schulstart”, erzählt Direktorin Christine Hopfner. “Doch bei uns gibt es die nicht.” Über die vergangenen Jahre hat sich der Elternverein dafür eingesetzt, dass gewisse Materialien wie verschiedenfarbiges Nähgarn, Zeichenpapier und Pinsel ausreichend in der Schule vorhanden sind. Außerdem setzt er sich im Herbst mit den Lehrpersonen zusammen und erfragt, welche zusätzlichen Dinge für das kommende Schuljahr gebraucht werden, um diese gegebenenfalls gesammelt zu besorgen. Die Kosten werden vom Elternverein durch einen jährlichen Elternbeitrag von elf Euro sowie durch Veranstaltungen gedeckt.

“Es soll eine Erleichterung für alle sein – für Eltern, Kinder und Lehrpersonen”, sagt Bösch-Vetter, die außerhalb ihrer Funktion im Elternverein Abgeordnete zum Vorarlberger Landtag (Grüne) ist. “Auch ohne diese ganzen Dinge müssen Eltern schon genug Grundausstattung wie Klebstoff und Sportschuhe besorgen.”
Maximale Entlastung
Doch auch die Schulhefte und Umschläge müssen die Eltern nicht selbst kaufen. Diese stapeln sich schon eine Woche vor Schulbeginn in Kartons in der Schule, wobei es statt Umschlägen verschiedenfarbige Papierlaschen zum Aufkleben gibt. Im Laufe der nächsten Woche wird in der ersten Stunde des jeweiligen Fachs alles Nötige von der Lehrperson mitgenommen, sodass alle Schüler gleich mit dem richtigen Material ausgestattet sind. Somit kann der Unterricht sofort losgehen. “Wenn die Schüler während des Schuljahres noch Hefte brauchen, kommen sie einfach zu mir, und ich besorge sie”, erklärt die Schulsekretärin Gabriele Kergel. Sie kümmert sich um die gesamte Organisation und Umsetzung.



Weil die Schule größere Mengen kauft, bekomme sie diese auch zu einem guten Preis. “Eine Beschwerde, dass es zu teuer ist, gab es noch nie. Im Gegenteil: Wir erhalten viele positive Rückmeldungen”, erzählt Direktorin Hopfner. Da zu Schulbeginn hohe Kosten auf die Eltern zukommen, war es der Schule wichtig, dass sie die Hefte nicht sofort zahlen müssen. “Man hat dafür bis zu den Herbstferien Zeit.” Möglich ist das durch das Schulstartkonto, wobei der Elternverein das Geld für das Material vorfinanziert. Seit vergangenem Jahr ist außerdem eine Onlinebezahlung möglich.

Einen weiteren wichtigen Vorteil beim einheitlichen Besorgen der Hefte und anderen Materialien sieht Hopfner darin, dass für alle Kinder derselbe Qualitätsstandard gewährleistet ist. “Somit muss sich niemand schämen”, betont sie. “Aber ohne einen gut funktionierenden Elternverein wäre das alles nicht möglich.”