Die “Casette” in Dornbirn macht Vintage zum besonderen Familienprojekt

Die Familie Prax vereint in der CampusVäre Mode, Kunst und Design. Was hinter dem Geschäft steckt, das sich laufend verändern soll.
Dornbirn Wer das Wort “Casette” hört, denkt vermutlich zuerst an die Musikkassette und damit an vergangene Zeiten. Für die Betreiber des neuen Concept Stores in der Halle 4 der CampusVäre in Dornbirn hat der Name jedoch vielerlei Bedeutungen. Er steht für den Vintagecharakter, den die Musikkassette mit sich bringt, erinnert aber auch an eine Schmuckkassette. Übersetzt bedeutet “casette” zudem so viel wie “kleines Häuschen”. Genau darin spiegelt sich auch das Konzept ihres neuen Geschäfts wider: Die “Casette” soll ein kleines Zuhause auf Zeit sein, ein Ort zum Entdecken, an dem Vintage-Mode, Kunst und Design gleichermaßen ihren Platz finden.

Hinter der Idee zum neuen Geschäft stehen Margot, Peter und ihr Sohn David Prax. “Wir wollten ein Geschäft eröffnen, das es so in Dornbirn noch nicht gibt”, sagt Margot Prax. In der neu eröffneten CampusVäre, in der auf 12.000 Quadratmetern Büros, Verkaufsflächen und Veranstaltungsräume errichtet wurden, hat die Familie Potenzial gesehen. “Hier kommen ganz unterschiedliche Leute aus dem kreativen Bereich zusammen, das hat es für uns so spannend gemacht.” Während David Prax in München lebt und arbeitet, kümmern sich Margot und Peter Prax vor Ort um das Geschäft. “Wir sind jetzt beide in Pension, aber wir brauchen eine Aufgabe”, sagt Margot Prax. Dass sie für ein neues Projekt nun auch die nötige Zeit haben, bezeichnet sie als Luxus. “Es ist schön, dass wir jetzt ein Familienprojekt haben.”

Das Familienprojekt prägt auch die Auswahl in der “Casette”. Gemeinsam suchen sie aus, was im Geschäft seinen Platz findet. Zwischen Vintage-Mode und Möbelstücken finden sich Bilder, Kosmetik und Accessoires. Aktuell sind auch limitierte Objekte des Künstlers Matthias Garnitschnig erhältlich. “Uns sind besondere Sachen wichtig, die nicht von der Stange sind und die man nicht an jeder Ecke findet”, sagt David Prax. Besucher sollen dabei auch auf Dinge stoßen, nach denen sie vielleicht gar nicht gezielt gesucht haben.

Die “Casette” soll aber auch ein Ort der Begegnung sein. Regelmäßige Veranstaltungen und Ausstellungen gehören zum Konzept und sollen immer wieder neue Perspektiven eröffnen. “Wir wollen einen Ort schaffen, der Interesse in verschiedenen Bereichen weckt, an dem man sich wohlfühlt und gerne einmal vorbeikommt”, sagt David Prax. Wie das Veranstaltungsprogramm soll sich auch das Angebot im Geschäft laufend verändern.


Gerade bei der Kunst möchte die Familie einen möglichst niederschwelligen Zugang schaffen. “Man muss nicht in eine Galerie gehen, wo es vielleicht eine gewisse Hemmschwelle gibt”, sagt Prax, die selbst schon viele Jahre in der Kunstszene aktiv ist. Ihr Anspruch ist klar: “So niederschwellig wie möglich, aber so qualitätsvoll wie erforderlich.”

Auch bei der Vintage-Mode kommt es der Familie auf Qualität an. Die meisten Stücke stammen aus Frankreich, wo es einen großen Markt für hochwertige Vintage-Kleidung gibt. “Es ist ein großer Unterschied zu Secondhand”, betont David Prax. Viele der Kleidungsstücke seien noch in einem sehr guten Zustand und kaum von Neuware zu unterscheiden. Bei den Herren-Sakkos etwa finden sich Modelle, wie sie heute teilweise gar nicht mehr hergestellt werden. “Die Machart war noch ganz anders, da war einfach mehr Qualität dahinter als bei heutiger Mode.”

Bewusst setzt die Familie auf Einzelstücke. “Es ist nicht wie in einem Modegeschäft, wo wir sagen: Dann bestellen wir die weißen T-Shirts eben wieder nach. Stattdessen kommt das nächste besondere Stück”, sagt David Prax. So kann etwa eine Vintage-Tasche von Burberry schon bald einem anderen Fundstück Platz machen. “Der Laden entwickelt sich ständig weiter.”

Offizielle Eröffnung: 3. Oktober, 17 Uhr, mit einer Ausstellung von Edith Hofer, Öffnungszeiten aktuell: Mittwoch, Donnerstag 11 bis 15 Uhr, Freitag: 11 bis 17 Uhr, Samstag: 11 bis 15:30 Uhr. Alle Infos unter casette.at






