Kindergarten für Hörgeschädigte schließt

VN / 23.09.2026 • 10:55 Uhr
LZH Dornbirn
Das LZH Dornbirn verliert ein besonderes Angebot. VN

Mobiles Unterstützungsangebot löst die seit 1989 bestehende Einrichtung ab.

Dornbirn Vermutungen gab es schon länger. Jetzt wurden sie zu Fakten. Der Kindergarten im Landeszentrum für Hörgeschädigte wird definitiv mit Juli 2027 geschlossen. Die VN berichteten. Stattdessen soll es für hörbeeinträchtigte Kinder ein mobiles Unterstützungsangebot in den Kindergärten ihrer Heimatgemeinden geben. Das teilte das Land in einer Aussendung mit. „Wir bedauern, dass der Kindergarten künftig nicht mehr in seiner bisherigen Form an unserem Standort weitergeführt wird. Zugleich werden wir die Neuausrichtung konstruktiv mitgestalten und die besonderen Kompetenzen unseres Teams verstärkt direkt zu den Kindern und in die Gemeinden bringen“, kommentierte Direktor Johannes Mathis die Entscheidung. Wichtig sei die bestmögliche Begleitung der Kinder für ein Leben in Selbstständigkeit und Teilhabe. Hintergrund der Schließung ist der Rückzug des Landes aus der Personalkostenförderung. Damit fehlten dem LZH rund 200.000 Euro.

Landeszentrum für Hörgeschädigte
Direktor Johannes Mathis bedauert die Entscheidung, will die Weiterentwicklung aber mittragen.

Zusätzliche Förderstunden

Derzeit werden in dem 1989 von Mathis eingerichteten Kindergarten für Hör- und Sprachbildung des LZH sieben Kinder begleitet. Das Angebot richtet sich an Kinder mit schweren peripheren oder zentralen Hörbeeinträchtigungen, Kinder mit zusätzlichen Behinderungen sowie hörende Kinder gehörloser Eltern. Mit der nun geplanten Weiterentwicklung kommt die fachliche Unterstützung künftig verstärkt zu den Kindern. „Sie können dadurch gemeinsam mit anderen Kindern einen Kindergarten in ihrem vertrauten Lebensumfeld besuchen und werden dort bedarfsgerecht durch die Fachkräfte des LZH begleitet“, heißt es in der Darstellung des Landes. Die bestehenden Mittel des Sozialfonds würden gezielt in den Ausbau der mobilen Frühförderung überführt. „Damit stärken wir die Unterstützung vor Ort und setzen einen weiteren konkreten Schritt in Richtung eines inklusiven Bildungssystems“, argumentiert Soziallandesrätin Martina Rüscher.

Das fachliche Angebot werde nicht reduziert, sondern neu ausgerichtet, die frei werdenden Ressourcen des bisherigen stationären Angebots zum großen Teil in zusätzliche mobile Förderstunden überführt. Dadurch könne die audiopädagogische Expertise des LZH künftig breiter im ganzen Land eingesetzt werden. Die Neuausrichtung folge zudem den Grundsätzen der Sozialfondsstrategie 2030, vorhandene Mittel bedarfsgerecht, wirksam und möglichst wohnortnah einzusetzen. Rüscher verweist auf das Projekt „JUMI – Jupident mobile Inklusion“, mittels dem ein mobiles Team der Stiftung Jupident Kinder und pädagogische Fachkräfte direkt in den elementarpädagogischen Einrichtungen unterstützt.