“Ich fahre viel langsamer als früher” – Fünf einfache Tipps für weniger Spritverbrauch

VN / 30.09.2026 • 13:21 Uhr
"Ich fahre viel langsamer als früher" – Fünf einfache Tipps für weniger Spritverbrauch
Michael Hörer aus Lindau ist Lkw-Fahrer und weiß, wie man effizient Auto fährt. VN/DJSOHM

Hohe Spritpreise machen jede Fahrt zur Kostenfrage. ÖAMTC-Instrukteur Michael Bartl zeigt, an welchen kleinen Stellschrauben Autofahrer drehen können, und Passanten erzählen, wie sie selbst im Alltag Sprit sparen.

Dornbirn Die Spritpreise sind hoch, und guter Rat ist teuer. In weiten Teilen Vorarlbergs kostet ein Liter Super 95 am Mittwoch (30. September 2026) rund zwei Euro. Für Diesel müssen Autofahrer noch tiefer in die Tasche greifen: Der Liter kostet im Schnitt 2,20 Euro. Michael Bartl, technischer Kfz-Instruktor des ÖAMTC Vorarlberg, kennt die wichtigsten Tipps fürs Spritsparen.

"Ich fahre viel langsamer als früher" – Fünf einfache Tipps für weniger Spritverbrauch
Michael Bartl – technischer Kfz-Instruktor beim ÖAMTC Vorarlberg. VN/DJSOHM

“Das vorausschauende und konstante Fahren ist die erste Stellschraube”, sagt Bartl. Wer den Verkehr aufmerksam beobachtet, muss weniger abrupt bremsen und kann das Fahrzeug länger rollen lassen. Gerade im Alltag summieren sich solche kleinen Veränderungen. Starkes Beschleunigen und unnötiges Bremsen kosten dagegen Energie bzw. Kraftstoff.

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Einen einfachen Ansatzpunkt sieht Bartl beim Reifendruck. Dieser sollte regelmäßig kontrolliert werden. “Da kann man auch gegenüber den Herstellerangaben vielleicht auch 0,2 Bar den Reifendruck erhöhen”, erklärt der Fachmann. Das könne das leichte Rollen des Fahrzeugs unterstützen und damit beim Sparen helfen.

Weniger Tempo, weniger Verbrauch

Auch die Beladung spielt eine Rolle. Alles, was nicht gebraucht wird, sollte nicht dauerhaft mittransportiert werden. Schneeketten im Hochsommer oder ein Skiträger, der monatelang am Fahrzeug bleibt, sind für Bartl typische Beispiele. “Zusätzliche Belastungen treiben den Kraftstoffverbrauch in die Höhe”, sagt er.

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Thorsten Fröb aus Leipzig betont, dass er in Deutschland niemals so vorsichtig Auto fahren kann wie in Österreich oder der Schweiz. VN/DJSOHM

Und wie gehen Autofahrer mit den hohen Spritpreisen um, und hat sich ihr Fahrverhalten dadurch verändert? Thorsten Fröb aus Leipzig fährt nach eigenen Angaben bewusst im Ökomodus. Auf der Fahrt aus der Schweiz habe er die Auswirkungen geringerer Geschwindigkeiten bemerkt: Mit seinem großen Diesel sei er mit rund fünf Litern unterwegs gewesen und habe nach mehr als 1000 Kilometern noch mit einer Tankfüllung fahren können.

Gerade auf der Rheintalautobahn, die in vielen Bereichen fast den Charakter einer Stadtautobahn angenommen hat, stellt sich die Frage nach der Geschwindigkeit. Für Bartl ist klar: “Wenn ich 130 km/h fahre, brauche ich mehr Sprit.”

Start-Stopp-Systeme sind wichtige Treiber

Auch die Start-Stopp-Automatik moderner Fahrzeuge kann beim Sparen helfen. Bartl spricht von möglichen Einsparungen von rund 0,2 bis 0,3 Litern. Die Systeme seien inzwischen so weit entwickelt, dass der Motor teilweise schon beim Ausrollen vor einer Kreuzung abstellt und anschließend komfortabel wieder startet.

"Ich fahre viel langsamer als früher" – Fünf einfache Tipps für weniger Spritverbrauch
Michael Hörer aus Lindau rät zum effizienten Schalten. VN/DJSOHM

Michael Hörer aus Lindau setzt ebenfalls auf effizientes Fahren. Als Lkw-Fahrer hat er das energiesparende Fahren trainiert. “Früh hochschalten und den Motor im Drehzahlbereich ziemlich weit unten fahren”, ist sein Tipp. Ebenso wichtig sei die Anpassung der Geschwindigkeit. Und noch etwas spart bei ihm Geld: Er fährt zum Tanken auch nach Österreich.

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Manuela Weber Weinzirl aus Lauterach kümmert sich ehrenamtlich um Tiere und muss daher viel Auto fahren. VN/DJSOHM

Manuela Weber Weinzirl aus Lauterach versucht dagegen, vorausschauend zu fahren und Staus oder rote Ampeln früh zu erkennen. Ganz aufs Auto verzichten kann sie nicht. Sie ist ehrenamtlich im Tierschutz tätig und versorgt unter anderem Futterstellen und verletzte Streunerkatzen.

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Pascal Auglirsch aus Lauterach nimmt oft das Rad. VN/DJSOHM

Pascal Auglirsch aus Lauterach verfolgt schließlich die konsequenteste Variante: Er versucht, das Auto möglichst oft stehen zu lassen. “Ich fahre prinzipiell viel Fahrrad”, sagt er. Sein persönlicher Beitrag zum Spritsparen beginnt damit also schon vor dem Einsteigen.

5 Tipps zum Sparen

Bartls wichtigste Empfehlung lässt sich auf wenige Punkte herunterbrechen: vorausschauend fahren, unnötiges Gewicht vermeiden, Reifendruck kontrollieren, Geschwindigkeit und Klimaanlage mit Maß einsetzen und das Fahrzeug regelmäßig warten. Auch der richtige Reifen zur richtigen Saison sei wichtig. Wartungsmängel können den Kraftstoffverbrauch ebenfalls erhöhen.

5 Tipps für weniger Spritverbrauch

  • Vorausschauend fahren: Verkehr beobachten, früh vom Gas gehen und unnötiges Bremsen vermeiden.
  • Reifendruck prüfen: Regelmäßig kontrollieren. Laut ÖAMTC-Instrukteur Michael Bartl können etwa 0,2 Bar mehr als die Herstellerangabe helfen.
  • Unnötiges Gewicht entfernen: Nicht benötigte Dinge und Dachträger erhöhen den Verbrauch.
  • Tempo und Klimaanlage bewusst einsetzen: Höhere Geschwindigkeiten kosten mehr Kraftstoff.
  • Auto regelmäßig warten: Auch passende Saisonreifen und ein sauberer Luftfilter tragen zu einem sparsamen Verbrauch bei.

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