Erstes Lehrgeld, große Pläne. So starten Lukas und Michael ins Berufsleben

Endlich eigenes Geld, eine tolle Lehrstelle und Perspektiven: Die neuen Lehrlinge wissen genau, was sie wollen.
Lauterach Der erste Arbeitstag ist für viele Jugendliche ein totaler Neustart. Der Wecker klingelt frühmorgens, dann wird die Arbeitskleidung angelegt, und los geht’s. Die VN schauen sich bei verschiedenen Lehrbetrieben um. Den Auftakt macht Huppenkothen. Hier beginnt die Lehre nicht mit langen Erklärungen, sondern direkt in der Werkstatt. Werkzeug ausfassen, Kisten herrichten, mitgehen, zuschauen und dann möglichst schnell selbst Hand anlegen.

Zuhören und folgen
“Sie werden gleich ins kalte Wasser geworfen”, sagt Lehrlingsausbildner Gallus Blank (53). In den ersten Wochen gehe es vor allem um drei Dinge: “Zuhören, folgen und Interesse an den Maschinen zeigen”. Vieles komme dann Schritt für Schritt. “Sie können schon viel und sind auch wirklich interessiert.” Michael Hagspiel bringt als 17-Jähriger bereits einiges an Vorwissen mit. Er hat drei Jahre Landwirtschaftsschule absolviert und ist Facharbeiter Landwirtschaft.

Jetzt lernt er zusätzlich den Beruf des Baumaschinenmechanikers. Was ihn daran begeistert? “Man arbeitet mit den Händen, und man sieht am Abend, dass man etwas geleistet hat, wenn die Bagger wieder laufen.” Besonders gerne fährt er mit auf Baustellen. Dort werden Maschinen teilweise direkt vor Ort gewartet oder repariert. “Wir machen dann einen Service und können helfen”, erzählt Hagspiel.

Auch für den 15-jährigen Lukas Sinnstein ist der Start in den Lehrberuf sehr praktisch geworden. Er hat bereits Bagger aufgebaut und Teile verbauen dürfen. Besonders gefällt ihm, Mietbagger für ihren nächsten Einsatz herzurichten. Sein bisheriges Highlight: einen Bagger komplett aufzubauen. “Das ist schon sehr cool”, sagt er.
Begeisterung für den Lehrbetrieb
Für beide ist die Lehre mehr als ein erster Schritt ins Berufsleben. Lukas Sinnstein, dessen Ausbildung dreieinhalb Jahre dauert, kann sich vorstellen, danach im Unternehmen zu bleiben: “Hier gefällt es mir.” Sein erstes Lehrgeld hat er nicht sofort ausgegeben. Er spart und gönnt sich ab und zu einen Drink.

Sparen für einen Werkzeugwagen
Auch Hagspiel legt sein erstes Geld zur Seite. Sein Ziel ist allerdings konkreter: Er spart auf einen Werkzeugwagen. Damit möchte er später zu Hause sein Auto, seinen Trial und sein Moped richten. Langfristig denkt er noch weiter. “Ich werde noch einige Jahre hier sein, und dann möchte ich gerne mal eine eigene kleine Baggerfirma haben.”
Viele Bewerbungen für zwei Lehrstellen
Dass die Jugendlichen schon früh Verantwortung übernehmen, ist für Ausbildner Gallus Blank Teil des Konzepts. Gleichzeitig beginnt die Auswahl lange vor dem ersten Arbeitstag. “Wir schauen schon gut in der Vorausscheidung, wer für unsere Lehrberufe in Frage kommt.” Entscheidend sei das Gesamtbild. Ob jemand ins Unternehmen passe, merke man relativ schnell. Der Andrang auf die Lehrstellen für Baumaschinenmechaniker sei sehr groß gewesen. “Insgesamt waren es 18 Bewerbungen”, weiß Jenny Prock von der Personalabteilung. “Zwei davon haben es geschafft.” Sie betont dabei auch, dass das Miteinander im Unternehmen eine große Rolle spiele. Die Lehrlingswoche mit Schulungen und Ausflügen sei bei den Lehrlingen sehr beliebt. https://www.vol.at/1735-neue-lehrlinge-starten-ins-berufsleben/10444790
Lehrlinge Vorarlberg gesamt
Alle Lehrberufe: 1.735 Lehrlinge (September und Oktober nicht miteingerechnet)
Favoriten Buben: Metalltechnik, Elektrotechnik, KFZ-Technik
Favoriten Mädchen: Einzelhandel, Büro, Metalltechnik