Freundin eingesperrt und misshandelt

Streit in Koblacher Wohnung eskalierte, 23-jähriger Unterländer vor Gericht.
Feldkirch Im März dieses Jahres soll es laut Strafantrag in Koblach zu einem Zwischenfall gekommen sein, den die Staatsanwaltschaft nun als Körperverletzung und versuchte Nötigung anklagte. Ein 23-jähriger Unterländer soll seine Freundin eingesperrt haben und misshandelt haben. „Danach stieß er die 16-Jährige auf das Bett, klappte einen Leatherman auf und packte sie am Hals. Er brachte das Opfer zu Boden, die junge Frau erlitt eine Prellung“, so die Staatsanwaltschaft.
Aussage gegen Aussage
Zurzeit ist der junge Mann arbeitslos und Vater von einem Kind. Seine Strafkarte weist vier Eintragungen auf, drei davon sind einschlägig. „Ich bin bereit zu kooperieren“, sagt er. Die Einvernahme des Unterländers bei Richterin Kathrin Feurle verläuft etwas mühsam.
Der junge Mann scheint irgendwie abwesend. Er habe die junge Frau nur gebeten, dass sie bei ihm bleiben solle. Die Zeugin erzählt eine andere Version. Sie habe gehen wollen, er habe sie gezwungen zu bleiben. „Ich hatte Angst. Bring mich nicht um“, gab das Opfer vor der Polizei zu Protokoll. Der Angeklagte verneint, dass er grob war, dass er sie an den Haaren gepackt habe und ihr die Türe nicht geöffnet habe. „Ihre Schilderungen sind falsch“, so der junge Mann. „Jemand muss ihr das eingeredet haben, dass sie das aussagen soll“, vermutet der Beschuldigte, der stark verlangsamt spricht. Fotos zeigen Rötungen am Hals der Frau. Für die Fotos hat der Mann keine Erklärung.
Zeugin bestätigt
Die 16-Jährige Schülerin verweist auf ihre Aussage vor der Polizei. Sie habe dort die Wahrheit gesagt. Als ihr Freund ihr Handy sah, mit dem das Mädchen eine Freundin anrufen wollte, nahm er ihr es weg. Er stellte sich vor die abgesperrte Türe und ließ sie nicht raus. Aggression und Traurigkeit hätten schlagartig gewechselt, so die Zeugin.
Sein Bruder hörte den Streit und forderte ebenfalls, sein Bruder solle die Türe öffnen. Der Angeklagte habe sie dann am Hals gepackt und an den Haaren gerissen, sie sei zu Boden gefallen. Das Mädchen hatte Angst, weil der junge Mann auch ein Messer aufgeklappt und diesen auf das Bett geworfen habe. Dabei handelte es sich um einen Leatherman. Die beiden jungen Leute waren mal zusammen, dann wieder getrennt, seit längerer Zeit hatten sie jetzt keinen Kontakt zu einander.
Vater am Wort
„Mein Sohn kam blutig geschlagen nach Hause. Die beiden gingen in sein Zimmer“, erinnert sich der Vater. Der Vater hörte eine laute Diskussion und ein Rumpeln. „Ich forderte ihn auf, er solle aufsperren, das Mädchen kam raus und meine Frau tröstete sie“, so der Vater. Eine Zeit später kam der junge Mann in die Valduna, dann wieder raus und die beiden junge Leute versöhnten sich auch wieder. Verurteilt wird der 23-Jährige dennoch. Und zwar wegen Körperverletzung und versuchter Nötigung. Die Haftstrafe wird mit vier Monaten auf Bewährung und einer Geldstrafe in Höhe von 720 Euro ausgemessen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.