Die Turmzier kehrt auf die Spitze von St. Martin zurück

Die Sanierung der Kirche am Dornbirner Marktplatz geht in die letzte Runde.
Dornbirn Die neue Turmzier der St. Martinskirche ist mehr als eine restaurierte Spitze. Turmkugel, Turmkreuz, Wetterhahn und die neu gestaltete kleine Turmzier markieren den Abschluss eines wichtigen Abschnitts der Sanierung. Kürzlich weihte Pfarrer Josef Schwab die Elemente bei einer Messfeier. Damit ist ein weiterer sichtbarer Teil der Restaurierung abgeschlossen.

Eine besondere Rolle spielt die kleine Turmzier. Teile der bisherigen Ausführung waren stark verwittert und mussten nach Abstimmung mit dem Bundesdenkmalamt neu gefertigt werden. Statt die alte Gestaltung lediglich zu kopieren, entstand ein neues Konzept des Diözesanbauamts. Nach einer Idee von Bauleiter Karl-Heinz Summer und gemeinsamen Überlegungen von Diözese Feldkirch und Pfarrer Dominik Toplek greifen die Symbole zentrale Inhalte des christlichen Glaubens auf: Wasser, Feuer, Eucharistie und der Mantel des heiligen Martin. Sie wurden direkt am Carl-Lampert-Kreuz angebracht.

Restaurierung in vielen Händen
Die Arbeiten an der Turmzier waren Teil der zweiten Sanierungsetappe, die im Frühjahr begonnen hatte. Dafür wurden Dachziegel abgenommen, die Holzkonstruktion erneuert und anschließend dunkelgrüne Biberschwanzziegel verlegt. Auch Spenglerarbeiten, die Fassade, die Turmuhr und die Glockenfenster standen auf dem Programm. Die Arbeiten sollen den historischen Bau langfristig sichern.

An der Turmzier arbeiteten mehrere Fachleute. Vergolderin und Restauratorin Nicolé Mayer überarbeitete die vergoldeten Teile, während die Spenglerei Heinzle und Holzbau Mayer weitere Arbeiten ausführten.
Nach der Weihe fanden sich rasch Paten für die einzelnen Symbole und auch für die Turmkugel. Gleichzeitig gibt es Spenden aus der Pfarre und weit darüber hinaus. “Wir hoffen natürlich sehr, dass die Spendenbereitschaft anhält”, sagt Heidi Achammer, pfarrliche Organisationsleiterin von St. Martin.

Botschaft für die Zukunft
Am 28. September wurde die Turmkugel wieder an der Spitze montiert. Im Inneren befinden sich neue und alte Dokumente – eine Nachricht aus der Gegenwart an jene Menschen, die die Kugel voraussichtlich erst in rund 50 Jahren wieder öffnen werden. Was heute hineingelegt wurde, wird später einmal von einer anderen Generation entdeckt.

Nun werden die letzten Arbeiten abgeschlossen. Nach der Montage der kleinen Turmzier soll das Gerüst in den kommenden Tagen fallen und den Blick auf den erneuerten Kirchturm freigeben. Am Samstag, 17. Oktober, folgt um 11 Uhr die offizielle Turmweihe.
Die St. Martinskirche blickt auf eine lange Baugeschichte zurück. Der heutige Turm wurde 1767 auf rund 60 Meter erhöht. Mit der Sanierung wird dieses markante Bauwerk für die kommenden Jahrzehnte erhalten. Die neue Turmzier verbindet dabei Vergangenheit und Gegenwart: “Sie bewahrt Vertrautes, setzt neue Zeichen und macht sichtbar, wie eng Kirche, Handwerk und Pfarrgemeinde miteinander verbunden sind”, freut sich Heidi Achammer. CTH
