Wohlverdiente Dankbarkeit

Die 72. Eugen-Russ-Ausfahrt wurde für 700 besondere Gäste zu einem Erlebnis.
Bregenz Zwischen zwei Tiefs bäumte sich noch einmal ein Hoch auf. Grad so, als ob sogar der Wettergott den rund 700 besonderen Gästen auf der “Sonnenkönigin” seinen Respekt zollen wollte. So war der 72. Eugen-Russ-Ausfahrt einmal mehr herrliches Herbstwetter beschieden. Bewohnerinnen und Bewohner aus 33 Pflegeheimen und ihre Begleitung sowie zahlreiche freiwillige Helfer genossen einen unterhaltsamen Nachmittag auf hoher See. Hannelore Madlener (80) vom Haus Tosters in Feldkirch ließ in ihre Gefühlswelt blicken: “Ich bin dankbar, dass es diese Möglichkeit gibt und freue mich jedes Mal auf den Ausflug.” Daran ändert selbst ihre starke Sehbehinderung nichts. “Ich genieße mit anderen Sinnen”, sagt sie lächelnd.

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Eine einfache Frage
Der Bodensee, auf dessen Wasser die Sonne ein Meer von Diamanten zauberte, gehörte fast ganz der “Sonnenkönigin”. Nur vereinzelt zogen Fischer- und Segelboote ihre Spuren in die sanft wogenden Wellen. An Bord erinnerte VN-Herausgeber Eugen A. Russ an die Initiatoren dieser traditionsreichen Veranstaltung, Toni und Rosa Russ. “Sie wollten den Menschen eine Freude bereiten”, blickte der Verleger auf das von seinen Eltern verfolgte Anliegen. “Wer macht mit?”, lautete die einfache Frage. Viele ehrenamtliche Helfer schlossen sich an. Der Gedanke hielt sich über die Jahre. “Dankbarkeit darf nicht anonym bleiben, sie braucht eine sichtbare Geste”, verdeutlichte Eugen A. Russ. Die Ausfahrt sei einer der schönsten Tage im Jahr. Dem stimmte auch Diözesanbischof Benno Elbs zu: “Diese wertschätzende Dankbarkeit berührt.”

Eine besondere Ehre
Es ist eine verdiente Dankbarkeit, denn diese Menschen haben das Land mit aufgebaut, haben Familien versorgt und Angehörige betreut. Hermi Giger (58) lebt seit zwei Jahren im Haus Tosters, und so lange nimmt sie an der Eugen-Russ-Ausfahrt teil: “Es hat mir schon beim ersten Mal gefallen, deshalb bin ich heute wieder dabei”, lautet die schlichte Antwort. Für Hannelore Madlener ist es die dritte Teilnahme. Die siebenfache Mutter lebt gerne im Heim, schätzt aber, “einmal an einem anderen Ort sein zu können”. Hannelore ist mit ganzem Herzen bei der Veranstaltung dabei. Es ist ein fantastisches Erlebnis abseits des Alltags. Eine besondere Ehre wurde Anni Tschabrun (102) aus dem Sozialzentrum Bürs zuteil. Als älteste Passagierin durfte sie kurz das Ruder übernehmen. Kapitän Roger Bauer (48) ließ diese Geste gerne zu: “Es ist schön, Senioren so glücklich zu sehen.” Anni Tschabrun selbst nennt als Rezept für ihr hohes Alter: “Zufrieden und positiv sein.”

Kulinarik und Unterhaltung
Ein Fixtermin ist die Eugen-Russ-Ausfahrt auch für viele Ehrengäste. Neben der Herausgeberfamilie kamen unter anderem VN-Ombudsmann Erich Schwärzler, der Schwarzacher Bürgermeister Thomas Schierle, Hildegard Breiner, die “Ma hilft”-Repräsentantinnen Marlies Müller und Gaby Nussbaumer sowie Alessandro Rupp, Geschäftsführer der Vorarlberg Lines. Zum ersten Mal machte der neue Militärkommandant, Brigadier Robert Dialer, seine Aufwartung. Auch Kulinarik und Unterhaltung kamen nicht zu kurz. Für Stimmung sorgte das Duo “Wald2”, für Spannung der Zauberer Robert Ganahl. Für das leibliche Wohl wurde mit einer feinen Jause gesorgt. Den stimmungsvollen Auftakt beziehungsweise Abgang lieferte, auch schon traditionell, die Militärmusik Vorarlberg unter Leitung von Wolfram Öller. Ein außergewöhnlicher Tag war es außerdem für Roberto Kalin. Er begleitete die 72. Eugen-Russ-Ausfahrt bereits zum 25. Mal als Moderator.












