Rechenzentren im KI-Boom: Auch in Vorarlberg steigt das Interesse

Wie Vorarlberger Unternehmen die Infrastruktur hinter der künstlichen Intelligenz ausbauen.
Schwarzach Viele Vorarlbergerinnen und Vorarlberger nutzen die Künstliche Intelligenz (KI) täglich. Sie genießen den Komfort schneller Antworten, doch vermutlich denken nur die wenigsten daran, was eigentlich dahintersteckt: KI-Anwendungen brauchen leistungsstarke Server zur Verarbeitung der Daten. Diese stehen in Rechenzentren, die entweder speziell auf KI ausgelegt sind oder neben anderen Anwendungen auch KI-Server beherbergen. Letzteres gewinnt auch für Vorarlberger Unternehmen an Bedeutung. Für viele davon ist dabei das Wichtigste, dass sie durch eigene KI-Server mehr Sicherheit und Kontrolle über ihre Daten und deren Verarbeitung haben.

KI-Server im Land
Manche Vorarlberger Unternehmen haben ihre bestehenden Rechenzentren um eine eigene KI-Infrastruktur erweitert, etwa die illwerke vkw. Diese nutzen sie vor allem für interne Anwendungen und ergänzen sie durch Cloud-Dienste, die über das Internet von externen Anbietern bereitgestellt werden. Auch das Land Vorarlberg betreibt einen eigenen KI-Server in seinem allgemeinen Rechenzentrum in Bregenz.
Daneben gibt es Unternehmen, die Rechenzentren betreiben, in denen Kunden ihre eigenen KI-Server unterbringen können. Ein Beispiel sind die Stadtwerke Feldkirch. Deren Infrastruktur nutzt unter anderem Martin Nigsch: “Für unsere Kunden sind dort KI-Server im Wert von rund einer Million Euro eingemietet”, sagt der Geschäftsführer von “feld.ai”. “Diese Server verursachen monatliche Betriebskosten wie Miete und Strom von über 10.000 Euro.”

Für KI-Anwendungen benötigen Rechenzentren mehr Strom als für andere digitale Dienste. Bei den Stadtwerken Feldkirch lasse sich der tatsächliche zusätzliche Stromverbrauch allerdings nicht pauschal beziffern, da er von mehreren Faktoren wie der eingesetzten Hardware und den jeweiligen Anwendungen abhänge. Der Strom für das dortige Rechenzentrum werde “umweltfreundlich in den Wasserkraftwerken an der Ill erzeugt”.
Auch bei VOLhighspeed in Schwarzach gibt es seit rund zwei Monaten ein neues Rechenzentrum, in das sich Kunden unter anderem mit KI-Servern einmieten können. Ein Teil des benötigten Stroms stamme aus Solaranlagen. KI-Server benötigen allerdings nicht nur mehr Energie als herkömmliche Server, sondern erzeugen auch mehr Wärme. Diese Abwärme soll im Winter zum Heizen des Russmedia-Bürogebäudes genutzt werden. Ein Rechenzentrum im vorarlbergnahen Gais in Appenzell Ausserrhoden nutzt die Abwärme unter anderem zum Erhitzen und Verarbeiten von Milch in einer Bergkäserei.


Größere Dimensionen
Laut der Internationalen Energieagentur (IEA) soll sich der Stromverbrauch von Rechenzentren vom Jahr 2025 bis 2030 annähernd verdoppeln. Damit würden sie rund drei Prozent des weltweiten Strombedarfs benötigen. Bei KI-fokussierten Rechenzentren soll sich der Stromverbrauch im selben Zeitraum verdreifachen.
Um diesen Bedarf zu decken, entstehen vermehrt Rechenzentren. So hat die Deutsche Telekom Anfang dieses Jahres eine KI-Fabrik in München in Betrieb genommen. Im oberösterreichischen Kronstorf entsteht derzeit ein Google-Rechenzentrum, wobei der dafür benötigte Strom sowie Fragen zum Wasser- und Flächenverbrauch für Diskussionen sorgen. Darüber hinaus ist Goldbeck Rhomberg derzeit am Bau eines Rechenzentrums im Großraum Zürich beteiligt.
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Die Vorarlberger Firma Photeon Technologies setzt an einem anderen Punkt an: Sie entwickelte eine Chiplösung, die den Energiebedarf von Hochleistungsrechenzentren deutlich senken soll. Diese Innovation wurde vor Kurzem von einem global tätigen Unternehmen aus Singapur gekauft.