Zukunft für “Kultur am Bahnhof” ungewiss

Am Freitag fand die vorerst letzte Ausgabe des Begegnungsformats statt.
Dornbirn Begegnungen schaffen, Berührungsängste abbauen und Menschen unterschiedlicher Herkunft miteinander ins Gespräch bringen: Das ist das Ziel von “Kultur am Bahnhof”. Martin Hagen, Obmann des Fördervereins für Jugendkultur und Offene Jugendarbeit, ist überzeugt: “Eine friedliche Koexistenz durch gemeinsame Akzeptanz ist möglich, wenn man will – wenn man anderen etwas Gutes unterstellt und nicht nur Misstrauen entgegenbringt.”

Erfolgreiche Kooperation
2024 als Pilotprojekt gestartet, fand “Kultur am Bahnhof” auch heuer zweimal statt. “Bahnhöfe waren einst Sehnsuchtsorte. Wir möchten den Dornbirner Bahnhof mit Straßenkunst, kulturellen Angeboten und Begegnungsräumen beleben. Und es funktioniert – wir erleben lächelnde Menschen und Menschen, die miteinander ins Gespräch kommen”, so Martin Hagen. Hinter dem Format stehen neben dem Förderverein die OJAD, die koje und der Verein “Caravan mobile Kulturprojekte”, der für die künstlerischen Acts verantwortlich ist. Mitgetragen wird es von zahlreichen Partnern aus dem Kultur-, Sozial- und Jugendbereich.

Positive Stimmung
Auch diesmal bot sich den Passanten auf dem Bahnhofsvorplatz ein buntes Bild. Beim Mitmachzirkus der Zirkushalle Dornbirn waren alle Interessierten eingeladen, erste Jonglierversuche zu machen. Verpflegung gab es von Kaplan Bonetti, OJAD, Ex & Hopp und “Coffee with Cops”. Spannende Begegnungen gab es im “Büro für Arbajteri” des Stadtmuseums Dornbirn und der städtischen Stelle “Zusammenleben in Vielfalt”.

60 Jahre nach dem Anwerbeabkommen zwischen Österreich und Jugoslawien stehen dabei die Lebensgeschichten jener Menschen im Mittelpunkt, die damals nach Vorarlberg kamen, um hier zu arbeiten. “Viele Menschen sind stehen geblieben und haben ihre ganz persönlichen Erinnerungen als frühere Gastarbeiter aus dem ehemaligen Jugoslawien mit uns geteilt”, so Barbara Motter.


Das aha war mit einem Glücksrad vertreten und suchte das Gespräch mit den jugendlichen Bahnhofsnutzern. Ebenfalls vor Ort war die Jugendnotschlafstelle anker mit einem Info- und Mitmachstand. Für die musikalische Umrahmung sorgte erneut das Saxophonensemble “I Sax Blos” der Musikschule Dornbirn. Auch das Wetter spielte mit und verstärkte die positive Stimmung am Dornbirner Bahnhof, der in der öffentlichen Wahrnehmung häufig mit negativen Schlagzeilen verbunden ist.

Förderung gewünscht
Ob es Kultur am Bahnhof auch im kommenden Jahr geben wird, ist noch nicht sicher. Finanziert wurde die Veranstaltungsreihe heuer privat über den Förderverein. Für eine Fortsetzung im kommenden Jahr wünschen sich die Organisatoren auch öffentliche Unterstützung. “Wir würden uns freuen, wenn es seitens der Stadt Dornbirn den sichtbaren Willen zur Fortsetzung dieser Veranstaltung gäbe, die jedes Mal ein Erfolg und ein schönes Beispiel für die Kooperation verschiedener Einrichtungen ist. Wir setzen auf Zusammenarbeit statt Ausgrenzung”, so Martin Hagen. Gerade für die Menschen im Bahnhofsumfeld sei es wichtig, einen “Ort des Ankommens und der beginnenden Beziehungen” zu schaffen. LCF



