Ein Lobgesang auf die Schöpfung

Kultur / 13.10.2026 • 11:19 Uhr
Ein Lobgesang auf die Schöpfung
Am Sonntag, 18. Oktober, findet in der Basilika Rankweil um 19 Uhr das Konzert „Dein ist das Lob“ statt.vmh

Der Frauenchor Memento erinnert in der Basilika Rankweil an den 800. Todestag von Franz von Assisi.

rankweil Am 3. Oktober 1226 starb Franz von Assisi. In seinen letzten Lebensjahren schuf er jenen Text, der als eines der frühesten Zeugnisse der italienischen Literatur gilt und bis heute zu den bekanntesten Gebeten des Abendlandes zählt: den Sonnengesang. Darin preist der Heilige Gott für Bruder Sonne und Schwester Mond, für Wind, Wasser und Feuer und schließlich sogar für den leiblichen Tod. Zum 800. Todestag widmet sich ein Konzert in der Basilika Rankweil diesem Lobgesang auf die Schöpfung.

Am Sonntag, 18. Oktober, um 19 Uhr gestaltet der Frauenchor Memento unter der Leitung von Michael Fliri den Abend „Dein ist das Lob“. Mit ihm musizieren die Altistin Veronika Dünser, die Flötistin Anja Nowotny-Baldauf und Gerda Poppa an der Orgel. Sie spannen einen Bogen vom Mittelalter bis in die Gegenwart.

Den Auftakt macht das anonym überlieferte „Canticum fratris solis“ in einer Bearbeitung von Gerda Poppa. Die „Messe modale“ von Jehan Alain legt eine Klammer um das Programm. Der französische Organist und Komponist fiel 1940 mit nur 29 Jahren im Zweiten Weltkrieg. Seine Messe verbindet die Strenge des gregorianischen Chorals mit den Klangfarben der französischen Moderne. Kyrie und Gloria erklingen zu Beginn, Sanctus, Benedictus und Agnus Dei beschließen den Abend.

Uraufführung

Dazwischen erklingt der Sonnengesang in neuen Vertonungen. Der 2018 verstorbene Hermann Seidl führt in seinem dreiteiligen „Sonnengesang“ von Wolken und Wind, Mond und Sonne über den „zweiten Tod“ bis zum abschließenden Hymnus. Das Motiv vom „zweiten Tod“ stammt aus den Schlussversen des Franziskus. Ulrich Knörr widmet seine „Drei Miniaturen“ dem Bruder Wind, der Schwester Sonne und der Schwester Wasser.

Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Youtube angezeigt.

Einen eigenen Akzent setzt die Französin Cécile Chaminade. Ihre „Ballade à la lune“ und die „Sérénade aux étoiles“ wenden sich jenen Gestirnen zu, die auch Franziskus besingt: dem Mond und den Sternen.

Vor dem Finale steht eine Uraufführung. Gerda Poppa hat das Titelwerk „Dein ist das Lob“ geschrieben. Sein Name greift die Eingangsworte des Sonnengesangs auf. So schließt sich ein Kreis: Die Organistin des Abends eröffnet das Programm mit ihrer Bearbeitung und steuert auch sein jüngstes Werk bei.

Der Eintritt kostet 18 Euro, Studierende 8 Euro, Jugendliche unter 18 Jahren frei. Karten an der Abendkassa.