Franz Schuberts Spätwerke begeisterten in der Bildsteiner Basilika

VN / 13.10.2026 • 11:19 Uhr
Oben von links: Birgit Plankl, Lea Elisabeth Müller, Clemens Breuss, Michael Schwendinger.
Oben von links: Birgit Plankl, Lea Elisabeth Müller, Clemens Breuss, Michael Schwendinger. Merbod Sohm

Benjamin Lack mit Projektchor und Orchester Maria Bildstein machten Schubert zum Erlebnis.

Bildstein Bis auf den letzten Platz gefüllt war die Basilika Maria Bildstein beim Konzert des Projektchors und des Orchesters Maria Bildstein unter der Gesamtleitung von Domkapellmeister Benjamin Lack. Mit der “Missa solemnis” in Es-Dur und dem “Tantum ergo” standen zwei bedeutende geistliche Werke Franz Schuberts auf dem Programm. Die Solopartien gestalteten Birgit Plankel (Sopran), Lea Elisabeth Müller (Alt), Clemens Breuss (Tenor I), Stefan Rüf (Tenor II) und Michael Schwendinger (Bass). Chor, Solisten und Orchester überzeugten durch klangliche Vielfalt, musikalische Geschlossenheit und spürbare Hingabe.

Projektchor und Orchester Maria Bildstein musizierten unter Benjamin Lack.
Projektchor und Orchester Maria Bildstein musizierten unter Benjamin Lack. Merbod Sohm

Franz Schubert (1797–1828) ist vor allem als Meister des Liedes weltberühmt. Doch auch seine Kirchenmusik verbindet die formale Klarheit der Wiener Klassik mit jener emotionalen Tiefe, die bereits auf die Romantik vorausweist.

Benjamin Lack überzeugte mit einem Dirigat von großer Natürlichkeit und Eleganz.
Benjamin Lack überzeugte mit einem Dirigat von großer Natürlichkeit und Eleganz. Merbod Sohm

Werke, die Schubert selbst nie gehört hat

Die Große Messe in Es-Dur entstand 1828, im letzten Lebensjahr des Komponisten. Das umfangreiche Werk vereint festliche Klangfülle mit innigen, nachdenklichen Momenten. Vom bittenden “Kyrie” über das strahlende “Gloria” bis zum eindringlichen “Agnus Dei” lotet Schubert die Ausdruckskraft der liturgischen Texte aus. Die Messe wurde erst nach seinem Tod uraufgeführt.

vorne: Domkapellmeister Benjamin Lack, Birgit Plankl, Clemens Breuss, Stefan Rüf
Vorne: Domkapellmeister Benjamin Lack, Birgit Plankl, Clemens Breuss, Stefan Rüf. Merbod Sohm
Zum Teil wurden historische Instrumente gespielt.
Zum Teil wurden historische Instrumente gespielt. Merbod Sohm

Einen ruhigeren, von tiefer Innerlichkeit geprägten Akzent setzte das ebenfalls 1828 entstandene “Tantum ergo”. Der lateinische Hymnus zur eucharistischen Anbetung erhält bei Schubert eine feierliche, zugleich warme musikalische Gestalt.

Beide Werke zeigten eindrucksvoll die Vielfalt von Schuberts geistlichem Schaffen. Dank der sorgfältigen musikalischen Gestaltung und des fein abgestimmten Zusammenspiels aller Beteiligten entfaltete die Musik in der besonderen Akustik der Basilika ihre volle Wirkung.

Lauter glückliche Gesichter nach der Aufführung.
Lauter glückliche Gesichter nach der Aufführung. Merbod Sohm

Nach dem letzten ausgeklungenen Ton (und 34 Sekunden absoluter Stille) würdigte das Publikum die Leistung aller Mitwirkenden mit großem Schlussapplaus und Bravo-Rufen.

Wie aber konnte Schubert solche Klangwelten erschaffen? Auf die Frage, wie ihm das Komponieren von so großartigen Werken trotz seiner Erkrankung gelang, antwortete der sichtlich beglückte Dirigent Benjamin Lack nach der Aufführung: “Er hatte das Handwerk beherrscht und war von Gott geküsst.” MSO

Ein sichtlich beglückter Benjamin Lack nahm den lang anhaltenden Schlussapplaus entgegen und bedankte sich bei den Mitwirkenden und dem Publikum.
Ein sichtlich beglückter Benjamin Lack nahm den lang anhaltenden Schlussapplaus entgegen und bedankte sich bei den Mitwirkenden und dem Publikum. Merbod Sohm
Vollste Konzentration bei Solisten, Choristen und Orchester.
Vollste Konzentration bei Solisten, Choristen und Orchester. Merbod Sohm
Orchesterbesetzung wie in der handschriftlichen Originalpartitur.
Orchesterbesetzung wie in der handschriftlichen Originalpartitur. Merbod Sohm