Sabotageakt in Lustenau: “Es war eine minutiös vorbereitete Aktion”

Nachdem ein Unbekannter mutwillig seine zwei Neubauten mit Wasser überflutet hatte, spricht Vandalismusopfer Bernhard Maier-Hämmerle über das Schadensausmaß und Verdachtsmomente.
Lustenau: “Wenn er einen maximalen Schaden anrichten wollte, dann hat er das geschafft”, sagt Bernhard Maier-Hämmerle über den unbekannten Täter, der vermutlich in der Nacht auf den vergangenen Samstag über Schläuche seine zwei neu errichteten Einfamilienhäuser in der Lustenauer Vorachstraße mit Wasser überflutete (die VN berichteten).
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Dabei konnte man noch von Glück sagen, dass einem Nachbarn am Sonntagvormittag ein Schlauch aufgefallen war, der durch ein gekipptes Fenster gesteckt worden war. Das Wasser stand zu diesem Zeitpunkt in beiden Objekten bereits 30 Zentimeter hoch. “Nur ein paar Zentimeter höher, und das Wasser wäre in den Stromkreis geraten und hätte das ganze elektrische System zerstört.”

Mit Hilfe der Feuerwehr konnte das Wasser rasch abgepumpt werden. Was bleibt, ist ein dennoch immenser Schaden. “Was bereits fertiggestellt war, muss nun neu erstellt werden”, sagt Maier-Hämmerle speziell im Hinblick auf die insgesamt vier völlig beschädigten Einbauküchen in den beiden Einfamilienhäusern.
Und dann erst der Schaden, der durch das Wasser an und in den Gipskartonwänden entstand. “Alles musste aufgerissen werden, um das Wasser aus den Hohlräumen zu kriegen”, so der Besitzer.
“Schneller als die Schimmelbildung”
Acht Trocknungsgeräte und Entfeuchter laufen Tag und Nacht. Eine langwierige Prozedur, aber: “Es geht nun darum, schneller als die drohende Schimmelbildung zu sein. Aber bis alles entfeuchtet ist, wird das noch mindestens fünf Wochen dauern”, schätzt Maier-Hämmerle. Dadurch ist das letztendliche Schadensausmaß höher als die zurzeit vorsichtig angepeilten 50.000 Euro. Die Gebäude sind versichert, doch nur ihrer vorgesehenen Nutzung als Einfamilienhäuser entsprechend. Die Versicherung von Schäden durch Vandalismus ist nun die Gretchenfrage, die es zu klären gilt.

Und doch gibt es da etwas, das deutlich zur Schadensbegrenzung beiträgt. Nämlich den Besitzer selbst. Maier-Hämmerle ist von Beruf Bauleiter und somit vom Fach. “Mein Vorteil ist, dass ich selbst am besten weiß, was zu machen ist”, sagt er. Vieles kann von ihm selbst wieder instand gesetzt werden. “Dann habe ich noch Nachbarn und Freunde, die mich dabei tatkräftig unterstützen. Sehr viel Mitgefühl für meine Situation zeigt auch meine Firma”, zeigt sich der geschädigte Hausbesitzer trotz aller Sorgen erfreut.
Die Sache mit den Schläuchen
Am vergangenen Montag machte Maier-Hämmerle seine Aussage bei der Polizei. Die ermittelt derzeit auf Hochtouren, um auf die Spur des Saboteurs zu kommen. Auch wenn der Geschädigte selbst keine Vorstellung hat, wer ihm das angetan hat und aus welchem Grund auch immer: In einem Punkt ist er sich sicher: “Es war eine von Haus aus minutiös vorbereitete Aktion. Ich bin mir sicher, dass der Täter jemand aus meinem Bekanntenkreis ist. Er verwendete exakt dieselben Schläuche mit Kupplungen und der Länge, wie ich sie selbst besitze. Aber es waren nicht meine Schläuche. Leider ist er während seiner nächtlichen Aktion, die höchstens ein paar Minuten dauerte, niemandem aufgefallen. Es gibt zwar Videokameras, die bei den Nachbarhäusern installiert sind, doch sie alle sind in die andere Richtung fokussiert”, bedauert Maier-Hämmerle.
