Ein Kirchenbau der Nachkriegszeit

VN / 21.10.2026 • 11:24 Uhr
Postkare der neu errichten Kirche in Bings mit dem Schulgebäude
Postkarte der neu errichteten Kirche in Bings mit dem Schulgebäude. Museumsverein Klostertal

Die Pfarrkirche Bings wurde nach Plänen von Werner Pfeifer errichtet.

Bludenz In der aktuellen Ausstellung im Klostertal wird auch die Pfarrkirche von Bings präsentiert. Bald nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges stellten sich die Verantwortlichen in den Orten Bings, Stallehr und Radin angesichts der steigenden Bevölkerungszahl der Frage einer Vergrößerung der alten Kirche von Stallehr bzw. eines Kirchenneubaues. Eine Erweiterung – das stellte sich schnell heraus – kam nicht infrage, weshalb schon 1945 ein Neubau diskutiert wurde.

Die treibende Kraft für den Bau einer Pfarrkirche in Bings war der aus Buchboden stammende Pfarrer Michael Bertel, der über 42 Jahre hinweg das seelsorgerische Leben in den Orten Bings, Stallehr und Radin prägte. Zunächst musste die Frage des Standorts zwischen Bings und Stallehr entschieden werden, was sich einige Jahre lang hinzog. Nachdem diese entschieden war, konnte der Bau nach den Plänen von Werner Pfeifer 1953 begonnen werden.

Transport der Glocken zur neuen Kirche
Transport der Glocken zur neuen Kirche Museumsverein Klostertal

Die Bauarbeiten, an denen sich die Bevölkerung intensiv beteiligte, dauerten zwei Jahre. Für die Innenausstattung der neuen Pfarrkirche waren maßgeblich der Maler Hubert Fritz aus Bludenz und der Bildhauer Huber Fessler aus Hörbranz verantwortlich. Die Weihe der Kirche zur heiligsten Dreifaltigkeit erfolgte schließlich am 25. September 1955. In der Chronik hielt Pfarrer Michael Bertel fest: “So war denn 1955 das große Jahr der Vollendung und Erfüllung geworden. Man muss wohl sagen: Es geschahen Wunder über Wunder. Schweren Zeiten der Sorge sind herrliche Freudentage gefolgt. Der Herr war mit uns. So viel Segen ist vom Himmel geflossen, dass nun alle Erwartungen weit übertroffen sind.”

Architekt aus Schruns

Werner Pfeifer, geboren 1919 in Schruns, war einer der produktivsten Architekten Vorarlbergs nach dem Zweiten Weltkrieg. Kurze Zeit arbeitete er 1940 während seines Studiums für Clemens Holzmeister in Ankara. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs eröffnete Pfeifer in seinem Elternhaus in Schruns ein Planungsbüro.

Mit seinen bis zu 15 Mitarbeitern war er in den 1960er- und frühen 1970er-Jahren für viele Bauten in der Region Bludenz und darüber hinaus verantwortlich. Niederlassungen gründete er auch in Dornbirn und Strebersdorf bei Wien. Nach seinem frühen Tod 1972 wurde das Büro geschlossen.