Ein nachhaltiger Schulalltag

1200 Schüler der HAK Bregenz lernten, wie sie bewusster mit Ressourcen umgehen können.
Bregenz Eine Tomate kann eine erstaunliche Reise hinter sich haben, bevor sie auf unserem Teller landet. Sie wächst beispielsweise in den Niederlanden, wird zum Waschen nach Polen transportiert und schließlich in Österreich verpackt. Wie sinnvoll solche Wege sind, darüber sollen sich die Jugendlichen Gedanken machen. Genau das ist eines der Anliegen von Florian Wiesbauer, Lehrer an der HAK Bregenz und Organisator des dritten Umwelttages. Am Donnerstagvormittag drehte sich für die rund 1200 Schüler und 120 Lehrpersonen alles um Klimawandel, Energie, Abfall und Nachhaltigkeit. Zahlreiche Unternehmen, Institutionen und Privatinitiativen waren gekommen, um Wissen anschaulich zu vermitteln.
“Ich erwarte mir nicht, dass jeder Schüler nach diesem Tag umzudenken beginnt. Aber wenn es den einen oder anderen anspricht, bin ich zufrieden”, sagt Florian Wiesbauer. Gerade an einer wirtschaftlich ausgerichteten Schule ist es wichtig, Zusammenhänge aufzuzeigen. Unser Wirtschaftssystem basiert auf globalen Transportketten, die Energie benötigen und Spuren hinterlassen. “Ich möchte, dass die Schüler überlegen, ob sie Nahrungsmittel brauchen, die um die halbe Welt fliegen, ehe wir sie essen”, erklärt Wiesbauer. Zudem stellt sich die Frage, mit welchen Strategien dem Klimawandel entgegengetreten werden kann.


Kleine Schritte, große Wirkung
Angesichts globaler Herausforderungen fühlen sich Einzelne oft machtlos. Doch die Summe vieler kleiner Entscheidungen kann einiges bewirken. Besonders spannend für die Jugendlichen war herauszufinden, wie groß der eigene ökologische Fußabdruck ist. Häufige Flugreisen und Autofahrten vergrößern den persönlichen Fußabdruck. Ronja Gerstner hat Ideen für ihren Alltag: “Ich muss nicht immer in den Urlaub fliegen, ich kann stattdessen mit dem Auto fahren, wenn es möglich ist. Und im Alltag mehr zu Fuß gehen.” Es sind einfache Vorsätze, die sich unmittelbar umsetzen lassen.

Reparieren statt wegwerfen
Auch abseits der Mobilität gab es viel zu entdecken. Die Firma Loacker erklärte, worauf es bei der richtigen Mülltrennung ankommt. Eine Recycling-Modeschau zeigte, dass Secondhand-Kleidung eine Alternative zum Neukauf sein kann.



Beim Reparaturcafé erfuhren die Jugendlichen, dass kaputte Gegenstände nicht gleich im Abfall landen müssen. Und beim Stand der VKW wurde ersichtlich, wie viel Strom erzeugt werden muss, damit Wasser zu kochen beginnt. Das Repair Café aus Lochau demonstrierte, wie Löcher in Kleidungsstücken geflickt und mit modischen Stickereien verschönert werden können.

So wird aus vermeintlich Altem etwas Neues und Nachhaltigkeit ganz praktisch erlebbar. Direktorin Martina Reutin zeigte sich stolz über den Umwelttag. Ziel sei es, bei den Jugendlichen ein Bewusstsein für ihr Handeln und die Umwelt zu schaffen. “Steter Tropfen höhlt den Stein”, sagte sie.

Denn große Veränderungen geschehen selten von heute auf morgen. Vielleicht denkt der eine oder andere beim nächsten Einkauf an die weit gereiste Tomate. Vielleicht wird ein Kleidungsstück repariert, statt es wegzuwerfen, oder ein kurzer Weg zu Fuß zurückgelegt. BVS






