Zweiter Solarpreis für naturhautnah Metzler

VN / 22.10.2026 • 17:38 Uhr
Seniorchef Ingo Metzler und Gebhard Keckeis mit den Auszeichnungen, die für das innovative Heizsystem gleich zweimal verliehen wurden.
Seniorchef Ingo Metzler und Gebhard Keckeis mit den Auszeichnungen, die für das innovative Heizsystem gleich zweimal verliehen wurden. peter strauss

Zehn Jahre nach der Auszeichnung für das Betriebsgebäude jetzt ein Preis für das Wohnhaus

Egg Es war ein doppeltes Jubiläum für den Egger Vorzeigebetrieb naturhautnah Metzler, als in Graz der Preis der Eurosolar Austria vergeben wurde: Seit zwanzig Jahren gibt es diese Auszeichnung, die in 13 europäischen Ländern vergeben wird. Parallel dazu wird der Europäische Solarpreis vergeben.

Stolz präsentieren Gebhard Keckeis (li.) und Lukas Metzler vor dem mit dem Solarpreis ausgezeichneten Wohn- und Geschäftshaus die Trophäen und Urkunden von 2026 und 2016. PETER STRAUSS
Stolz präsentieren Gebhard Keckeis (li.) und Lukas Metzler vor dem mit dem Solarpreis ausgezeichneten Wohn- und Geschäftshaus die Trophäen und Urkunden von 2026 und 2016. peter strauss

Vor zehn Jahren erstmals

Im Verband Austria Solar sind alle namhaften Anbieter von Solarwärmeanlagen versammelt. Er vertritt die Interessen von über 100 Unternehmen und vergibt in verschiedenen Kategorien den Solarpreis, der 2016 in der Kategorie Solares Bauen an das Egger Unternehmen ging.

Konventionelle Wärmespeicher beanspruchen viel Platz – Gebhard Keckeis und Ingo Metzler nützen vorhandene Bausubstanz (Beton der Bodenplatte und dazu noch eine Schottersschicht) als Speicher, indem Tausende Laufmeter Kupferrohre in diese eingelassen wurden.
Konventionelle Wärmespeicher beanspruchen viel Platz. Gebhard Keckeis und Ingo Metzler nützen vorhandene Bausubstanz (Beton der Bodenplatte und dazu noch eine Schotterschicht) als Speicher, indem Tausende Laufmeter Kupferrohre in diese eingelassen wurden. peter strauss

Für ein Pilotprojekt, das Ingo Metzler bei der Erweiterung seiner Betriebsstätte gemeinsam mit dem Bürser “Energietüftler” Gebhard Keckeis umsetzte. “Es war schon ein Risiko, auf etwas zu setzen, von dem es nur theoretische Berechnungen, aber keine praktischen Beispiele gab, aber ich war davon überzeugt, dass das System von Gebhard funktioniert – und es hat funktioniert …”, stellt er zehn Jahre später rückblickend einmal mehr stolz fest.

Tausende Besucher dürfen im Egger Vorzeigebetrieb Jahr für Jahr begrüßt werden. Bei der Betriebsführung werden sie auch über das zukunftsweisende Heizsystem mit Solaranlage an der Fassade und dem Energiespeicher informiert.
Tausende Besucher dürfen im Egger Vorzeigebetrieb Jahr für Jahr begrüßt werden. Bei der Betriebsführung werden sie auch über das zukunftsweisende Heizsystem mit Solaranlage an der Fassade und dem Energiespeicher informiert. peter strauss

Déjà-vu nach zehn Jahren

Der Landwirt und Unternehmer, der seit rund vier Jahrzehnten mit seiner Firma mit Produkten auf Molkebasis (ein “Abfallprodukt” bei der Käseerzeugung) vor allem mit Kosmetikprodukten erfolgreich ist, hat sich Ende 2023 zwar aus dem operativen Geschäft zurückgezogen und die Leitung seinen Söhnen Manuel, Elias und Lukas übertragen, mit seinem Know-how und seinen Ideen steht er aber der zweiten Unternehmergeneration weiterhin zur Seite.

Wenn jährlich Tausende Besucher nach Egg kommen, dann werden sie nicht nur über die Produktion des Betriebes informiert, sondern auch über die innovativen Klimaschutzmaßnahmen von naturhautnah Metzler.
Wenn jährlich Tausende Besucher nach Egg kommen, dann werden sie nicht nur über die Produktion des Betriebes informiert, sondern auch über die innovativen Klimaschutzmaßnahmen von naturhautnah Metzler. peter strauss

Auch als es darum ging, das Wohnhaus der Familie (auf eine Art “Kleinwohnanlage” mit vier Wohnungen und Geschäftsräumlichkeiten) zu vergrößern. Man plante einen Totalabriss und Neubau – bei dem das nun erneut ausgezeichnete Heizsystem, das sich schon beim großen Betriebsgebäude bestens bewährt hatte, eingebaut wurde.

Der unternehmerische Mut, ein neuartiges Heizsystem mit einer riesigen Solaranlage – einer der größten im Land – auf dem Dach des neuen Betriebsgebäudes zu installieren, hat sich für Ingo Metzler gelohnt: Die Heizkosten konnten damit um rund 80 Prozent gesenkt werden.   
Der unternehmerische Mut, ein neuartiges Heizsystem mit einer riesigen Solaranlage – einer der größten im Land – auf dem Dach des neuen Betriebsgebäudes zu installieren, hat sich für Ingo Metzler gelohnt: Die Heizkosten konnten damit um rund 80 Prozent gesenkt werden.   peter strauss

Auf dem richtigen Weg

Nach einem Jahr praktischer Erfahrungen wurde das Projekt zum Solarpreis eingereicht – sehr zur Freude nicht nur des Unternehmens, sondern auch des “System-Erfinders” Gebhard Keckeis. Für ihn ist diese Technik inzwischen Routine, hat er sie doch bei mehr als drei Dutzend Projekten in Österreich und im Ausland erfolgreich installiert.

“Wir sind damit auf dem richtigen Weg, dieses Heizsystem ist nicht nur klimaschonend, sondern auch extrem kostensparend”, betont er im Gespräch mit den VN.

  Verstärkt wird der Einspareffekt bei den Heizkosten noch durch eine PV-Anlage an der Fassade des Wirtschaftsgebäudes. Sie liefert den Strom für die Wärmepumpe.  
Verstärkt wird der Einspareffekt bei den Heizkosten noch durch eine PV-Anlage an der Fassade des Wirtschaftsgebäudes. Sie liefert den Strom für die Wärmepumpe.   peter strauss

Sommerhitze für Winter speichern

Das System von Gebhard Keckeis ist gleichermaßen einfach wie effektiv: “Es nützt die Sonne, um über Solaranlagen Warmwasser zu produzieren”, erklärt der Experte. “Diese Wärmeenergie wird nicht in Speicher, die viel Platz benötigen würden, geleitet, sondern in die Bausubstanz, in ein Röhrensystem in der Bodenplatte, die auf diese Weise aufgeheizt wird und aus der im Winter die Wärme in das Heizsystem des Gebäudes geleitet wird.”

Nach dem Vorbild des Betriebsgebäudes wurde auch das neue Wohn- und Geschäftshaus mit dem zukunftsweisenden Heizsystem ausgestattet.
Nach dem Vorbild des Betriebsgebäudes wurde auch das neue Wohn- und Geschäftshaus mit dem zukunftsweisenden Heizsystem ausgestattet. peter strauss

Die technischen Daten

Im Betriebsgebäude liefern 133 m² Solarkollektoren Wärmeenergie für die Beheizung eines Bauvolumens von 14.000 m³ bzw. 1910 m² Bruttogeschossfläche. Gespeichert wird diese Energie in der Bodenplatte, in die Tausende Meter Kupferrohre eingelassen sind. Zusätzlich zur Bodenplatte aus rund 1700 Tonnen Beton werden auch noch 630 Kubikmeter Schotter als Wärmespeicher genützt.

Auf gleiche Art und Weise ist auch das Heizsystem für das Wohnhaus ausgerichtet – und nach einem Jahr Erfahrung damit war es “reif” für den Solarpreis. STP