Zweiter Solarpreis für naturhautnah Metzler

Zehn Jahre nach der Auszeichnung für das Betriebsgebäude jetzt ein Preis für das Wohnhaus
Egg Es war ein doppeltes Jubiläum für den Egger Vorzeigebetrieb naturhautnah Metzler, als in Graz der Preis der Eurosolar Austria vergeben wurde: Seit zwanzig Jahren gibt es diese Auszeichnung, die in 13 europäischen Ländern vergeben wird. Parallel dazu wird der Europäische Solarpreis vergeben.

Vor zehn Jahren erstmals
Im Verband Austria Solar sind alle namhaften Anbieter von Solarwärmeanlagen versammelt. Er vertritt die Interessen von über 100 Unternehmen und vergibt in verschiedenen Kategorien den Solarpreis, der 2016 in der Kategorie Solares Bauen an das Egger Unternehmen ging.

Für ein Pilotprojekt, das Ingo Metzler bei der Erweiterung seiner Betriebsstätte gemeinsam mit dem Bürser “Energietüftler” Gebhard Keckeis umsetzte. “Es war schon ein Risiko, auf etwas zu setzen, von dem es nur theoretische Berechnungen, aber keine praktischen Beispiele gab, aber ich war davon überzeugt, dass das System von Gebhard funktioniert – und es hat funktioniert …”, stellt er zehn Jahre später rückblickend einmal mehr stolz fest.

Déjà-vu nach zehn Jahren
Der Landwirt und Unternehmer, der seit rund vier Jahrzehnten mit seiner Firma mit Produkten auf Molkebasis (ein “Abfallprodukt” bei der Käseerzeugung) vor allem mit Kosmetikprodukten erfolgreich ist, hat sich Ende 2023 zwar aus dem operativen Geschäft zurückgezogen und die Leitung seinen Söhnen Manuel, Elias und Lukas übertragen, mit seinem Know-how und seinen Ideen steht er aber der zweiten Unternehmergeneration weiterhin zur Seite.

Auch als es darum ging, das Wohnhaus der Familie (auf eine Art “Kleinwohnanlage” mit vier Wohnungen und Geschäftsräumlichkeiten) zu vergrößern. Man plante einen Totalabriss und Neubau – bei dem das nun erneut ausgezeichnete Heizsystem, das sich schon beim großen Betriebsgebäude bestens bewährt hatte, eingebaut wurde.

Auf dem richtigen Weg
Nach einem Jahr praktischer Erfahrungen wurde das Projekt zum Solarpreis eingereicht – sehr zur Freude nicht nur des Unternehmens, sondern auch des “System-Erfinders” Gebhard Keckeis. Für ihn ist diese Technik inzwischen Routine, hat er sie doch bei mehr als drei Dutzend Projekten in Österreich und im Ausland erfolgreich installiert.
“Wir sind damit auf dem richtigen Weg, dieses Heizsystem ist nicht nur klimaschonend, sondern auch extrem kostensparend”, betont er im Gespräch mit den VN.

Sommerhitze für Winter speichern
Das System von Gebhard Keckeis ist gleichermaßen einfach wie effektiv: “Es nützt die Sonne, um über Solaranlagen Warmwasser zu produzieren”, erklärt der Experte. “Diese Wärmeenergie wird nicht in Speicher, die viel Platz benötigen würden, geleitet, sondern in die Bausubstanz, in ein Röhrensystem in der Bodenplatte, die auf diese Weise aufgeheizt wird und aus der im Winter die Wärme in das Heizsystem des Gebäudes geleitet wird.”

Die technischen Daten
Im Betriebsgebäude liefern 133 m² Solarkollektoren Wärmeenergie für die Beheizung eines Bauvolumens von 14.000 m³ bzw. 1910 m² Bruttogeschossfläche. Gespeichert wird diese Energie in der Bodenplatte, in die Tausende Meter Kupferrohre eingelassen sind. Zusätzlich zur Bodenplatte aus rund 1700 Tonnen Beton werden auch noch 630 Kubikmeter Schotter als Wärmespeicher genützt.
Auf gleiche Art und Weise ist auch das Heizsystem für das Wohnhaus ausgerichtet – und nach einem Jahr Erfahrung damit war es “reif” für den Solarpreis. STP