Zwischen Ende und Anfang

Kultur / 22.10.2026 • 13:18 Uhr
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Der katalanische Cellist, Sänger und Komponist Carles Muñoz Camarero spielt beim “Begräbnis der Gegenwart”. Julia Wesely

Die Montforter Zwischentöne fragen, was im Augenblick zwischen Gestern und Morgen geschieht.

FELDKIRCH Es gibt Momente, in denen das Alte vorbei ist und das Neue noch keine Gestalt hat. Genau in diesem Zwischenraum siedeln die Montforter Zwischentöne (MOZ) ihre Winterausgabe an. „und jetzt!?“ lautet der Titel, halb Frage, halb Ausruf. Das künstlerische Leitungsduo Silvia Salzmann und Folkert Uhde macht daraus drei Wochen Musik, Tanz, Literatur und Gespräch. Wer vorab wissen will, was ihn erwartet, ist beim „Gruß aus der Küche“ am 6. November im Restaurant Illvy richtig. Salzmann und Uhde stellen dort Künstler und Formate vor, dazu gibt es musikalische Kostproben. Die Vorschau läuft zweimal, um 17 und um 19 Uhr. Der Eintritt ist frei, eine Platzkarte muss aber gebucht werden.

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Den künstlerischen Schwerpunkt setzt am 13. und 14. November der zweite Teil von „in the blink of an eye“.Sarah Mistura

Abschied als Auftakt

Eröffnet wird traditionell mit einem Abschied. Beim „Begräbnis der Gegenwart“ am 9. November im Atrium des Montforthauses hält der Romanist und Kulturtheoretiker Jan Söffner die Trauerrede. Zoe Hutmacher liest, Carles Muñoz Camarero musiziert, Roland Adlassniggs Installation „any way“ gibt dem Übergangsritual seinen Raum. Sie wird um 18 Uhr mit einer Vernissage eröffnet und ist danach bis 15. November frei zugänglich. Wer die Gegenwart zu Grabe getragen hat, darf am nächsten Morgen neu beginnen: Beim Sonnenaufgangskonzert um 7 Uhr bittet Carolina Fink zum „Movement Shopping“, Muñoz Camarero, Monika Bauer und Hutmacher steuern Musik und Text bei.

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Zoe Hutmacher.Thomas Legnon

Den künstlerischen Schwerpunkt setzt am 13. und 14. November jeweils um 19 Uhr im Montforthaus der zweite Teil von „in the blink of an eye“. Die Choreografie von Salzmann und Uhde für Tanz, Musik, Chor und Video knüpft an den ersten Teil an, der im Sommer in der Feldkircher Altstadt gezeigt und dabei gefilmt wurde. Diese Aufnahmen kehren nun großformatig zurück und treffen auf Tanzensemble, Instrumentalisten und den Kammerchor Feldkirch. Was vor wenigen Monaten Gegenwart war, ist nun schon Erinnerung: ein Spiel mit der Zeit, das die Festivalfrage unmittelbar auf die Bühne bringt.

Wissenschaft und Kinderoper

Die Temporäre Universität holt seit 2018 Forschende mit Feldkircher Wurzeln zurück in die Stadt. Heuer spricht am 16. November um 19 Uhr in der Handelsakademie die Mikrobiologin Nadine Präg von der Universität Innsbruck. Ihr Thema ist das verborgene Leben im Boden und wie die Klimakrise diesen empfindlichen Lebensraum verändert, bis hin zur Frage der Ernährungssicherheit. Schulklassen werden zuvor in einem Workshop vorbereitet und gestalten die Diskussion mit. Für das junge Publikum haben die MOZ eine Kinderoper in Auftrag gegeben. „Hey, hey, hey, Taxi!“ nach dem Kinderbuch von Saša Stanišić kommt am 22. November um 16 Uhr gemeinsam mit Volksschulkindern im Montforthaus auf die Bühne. Die Musik stammt von Peter Leipold, das Libretto von Jana Kühn. Serra Tavsanli sitzt am Klavier und erzählt, Christine Marx führt Regie. Das Finale am 30. November im Dom St. Nikolaus trägt den Festivaltitel: Beim traditionellen Adventskonzert treffen Mitglieder des RIAS Kammerchors Berlin auf die Wiener Flötistin Dora Donata Sammer. A-cappella-Gesang, Blockflöte und Elektronik verbinden Musik aus Vergangenheit und Gegenwart.

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Wer das Festival lieber ins eigene Wohnzimmer holt, kann sich noch bis 26. Oktober für einen von fünf „Salons Paula“ bewerben. Ein Gast, etwa der kolumbianische Flötist Juan Carlos Díaz-Bueno, gestaltet eine halbe Stunde zum Thema, danach wird gemeinsam diskutiert. Die Gage übernehmen die MOZ, das Publikum lädt man selbst ein. Bewerbungen gehen an salon@montforterzwischentoene.at.