13-jährige Straftäter sorgen weiter für Entsetzen: Betroffene fühlen sich alleingelassen

VN / 23.10.2026 • 16:32 Uhr
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13 Jahre alt und mehr als 300 Straftaten in einem Jahr: “Müssen wir wirklich bis zum 14. Geburtstag warten?“, fragt eine Betroffene.

Neue Details bekannt. Eine Familie wurde binnen weniger Tage gleich zweimal zum Opfer.

Dornbirn, Hörbranz Erst verfolgten sie den 72-Jährigen, dann attackierten sie ihn laut Polizei von hinten und schlugen und traten brutal auf ihn ein. Selbst als der Mann bereits wehrlos und vermutlich bewusstlos am Boden lag, soll einer der Täter weiter auf ihn eingetreten und ihm die Geldtasche geraubt haben. Was sich in der Nacht auf Dienstag in der Marktstraße in Dornbirn abspielte, sorgt weit über die Stadtgrenzen hinaus für Entsetzen. Besonders brisant: Die beiden Täter sind erst 13 Jahre alt und längst keine Unbekannten mehr. Am Freitag wurden weitere Details bekannt.

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Der Syrer und der in Österreich geborene Deutsche sollen allein heuer gemeinsam für mehr als 300 Straftaten verantwortlich sein. Die Palette reicht von Diebstählen und Sachbeschädigungen bis hin zu Einbrüchen und Gewaltdelikten. Angeklagt oder verurteilt werden konnten die beiden bislang nicht, weil die Strafmündigkeit in Österreich erst mit 14 Jahren beginnt.

Wie rücksichtslos die Jugendlichen vorgehen, schildert eine Betroffene den VN. Innerhalb weniger Tage schlugen sie bei der Familie gleich zweimal zu. Zunächst verschwand aus einem Auto eine Geldtasche mit sämtlichen Papieren und der Autoschlüssel. Nur zwei Tage später war auch das Fahrzeug weg. Bei einem Unfall wurde es schließlich so schwer beschädigt, dass es Totalschaden erlitt. „Wie oft muss so etwas passieren, bis endlich etwas unternommen wird? Wer übernimmt die Verantwortung für den entstandenen Schaden? Müssen wir wirklich bis zum 14. Geburtstag warten?“, fragt sich die Frau, die aus Sorge unerkannt bleiben möchte.

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In den vergangenen Monaten wurden immer wieder ähnliche Vorfälle mit strafunmündigen Jugendlichen gemeldet. Welche davon tatsächlich auf das Konto der beiden 13-Jährigen gehen, ist unklar. Nach Informationen der VN wohnen die Jugendlichen in Hörbranz beziehungsweise Dornbirn und sollen in ganz Vorarlberg aktiv sein. Zu ihren bevorzugten Zielen zählen demnach Geschäfte, Trafiken, Kioske, Automaten, Fahrräder und Hofläden. Auch die Familie des in Hörbranz wohnhaften Jugendlichen ist offenbar kein unbeschriebenes Blatt. Ein älterer Bruder des Intensivtäters saß gut informierten Quellen zufolge schon im Gefängnis. Kenner der Szene hatten bereits am Donnerstag von Schulverweisen, Suspendierungen und wiederholten Raufereien berichtet. Mindestens einer der beiden soll im Paedakoop, dem Nachfolgeprojekt der ehemaligen Landessondererziehungsschule Jagdberg, betreut worden sein.

Der brutale Überfall hat auch die Debatte um eine Senkung der Strafmündigkeit neu entfacht. Landeshauptmann Markus Wallner fordert die Möglichkeit einer zwangsweisen Unterbringung. Kinder- und Jugendanwalt Christian Netzer dagegen plädiert für eine Stärkung und mehr Verbindlichkeit in der Jugendhilfe. “Bislang ist fast alles auf Freiwilligkeit aufgebaut”, kritisiert er.

Der 72-Jährige befand sich laut Polizei am Freitag außer Lebensgefahr. Er erlitt mehrere Frakturen im Gesicht und am Unterarm sowie mehrere Verletzungen am Brustkorb und Oberkörper.