Tallandschaft im Wandel der Zeit

VN / 25.10.2026 • 06:00 Uhr
Frastanz Gemeindearchivar Thomas Welte führte die Gäste durch die Ausstellung.
Frastanzer Gemeindearchivar Thomas Welte führte die Gäste durch die Ausstellung. Henning Heilmann

200 Jahre Negrellikarte: Ausstellung in der Museumswelt zeigt Entwicklung im Walgau.

Frastanz Wie sahen Frastanz und Nenzing vor 200 Jahren aus? Wo verliefen Flüsse, welche Flächen waren von Auwäldern geprägt und wie entstanden Straßen, Siedlungen und Gewerbegebiete? Die Ausstellung “200 Jahre Negrellikarte in Nenzing und Frastanz – Vom Wandel der Tallandschaft südlich der Ill” in der Vorarlberger Museumswelt in Frastanz wurde am Donnerstag eröffnet und gibt Antworten auf diese Fragen.

Aufregende Zeitreise

Die von den Gemeindearchiven Frastanz und Nenzing gemeinsam gestaltete Ausstellung ist noch bis Anfang November geöffnet. Im Mittelpunkt steht die sogenannte Negrellikarte aus dem Jahr 1826. Sie ist der Ausgangspunkt für eine Zeitreise durch zwei Jahrhunderte Landschaftsgeschichte im Walgau. “200 Jahre Negrellikarte sind ein spannendes Thema”, erklärte Bürgermeister Walter Gohm.

Nenzing Gemeindearchivar Thomas Gamohn blickte auf 200 Jahre Negrellikarte zurück.
Nenzinger Gemeindearchivar Thomas Gamon blickte auf 200 Jahre Negrellikarte zurück. Henning Heilmann

Ausgehend von der rund 200 Jahre alten Karte lässt sich nachvollziehen, wie sich eine ursprünglich naturnahe Flusslandschaft mit ausgedehnten Auwäldern mit der Zeit zur intensiv genutzten Tallandschaft entwickelte. Um das Jahr 1826 waren die Menschen noch von Ehrfurcht vor den Naturgewalten geprägt. “Angst und Respekt vor der Ill, aber auch vor der Meng, der Galina und Samina erklären, dass sich die alten Dörfer im Walgau alle an den Bergrand schmiegen”, blickte Thomas Gamon, Gemeindearchivar von Nenzing, auf die Ausgangssituation vor 200 Jahren zurück.

Thomas Welte, Archivar der Marktgemeinde Frastanz, erläuterte bei der Ausstellungseröffnung die Bedeutung der Negrellikarte.
Thomas Welte, Archivar der Marktgemeinde Frastanz, erläuterte bei der Ausstellungseröffnung die Bedeutung der Negrellikarte. Henning Heilmann

Wie auch Frastanzer Gemeindearchivar Thomas Welte erläuterte, geht es um mehr als die Entwicklung zweier Gemeinden. Historische Karten und spätere Luftbilder zeigen, wie Straßen, Landwirtschaft und Industrie den Talboden geprägt haben und wie der Mensch die Landschaft verändert hat. Immer größere Flächen wurden besiedelt und die oft Hunderte Meter breite Ill gezähmt. Ein besonderes Augenmerk legte Welte auf den “genialen Ingenieur” Alois Negrelli, der auch als Planer des Suezkanals gilt.

Wissen aus erster Hand: Bei der Ausstellungseröffnung standen die historische Karte und ihre Bedeutung für die Entwicklung von Frastanz und Nenzing im Mittelpunkt.
Wissen aus erster Hand: Bei der Ausstellungseröffnung standen die historische Karte und ihre Bedeutung für die Entwicklung von Frastanz und Nenzing im Mittelpunkt. Henning Heilmann

Die Ausstellung will aber nicht nur den Fortschritt dokumentieren, sondern auch zum Nachdenken anregen: Was haben diese Veränderungen ermöglicht, was ist verloren gegangen? Die Dokumente eröffnen einen Einblick in eine Landschaft, die sich stark gewandelt hat und deren heutiges Erscheinungsbild gar nicht selbstverständlich ist. So wären Liebherr und Hydro vor 200 Jahren im Flussbett der Ill gelegen.

Nenzing Gemeindearchivar Thomas Gamon, Ingrid Kornexl, Frastanz Gemeindearchivar Thomas Welte.
Nenzinger Gemeindearchivar Thomas Gamon, Ingrid Kornexl, Frastanzer Gemeindearchivar Thomas Welte. Henning Heilmann

An der Ausstellung wirkten Frastanzer Gemeindearchivar Thomas Welte, Nenzinger Gemeindearchivar Thomas Gamon, Martin Gamon und Julian Bitsche sowie Ingrid Kornexl und Eva Reiter-Kornexl vom Atelier Kornexl in Feldkirch mit.

Weiterhin geöffnet

Die Ausstellung “200 Jahre Negrellikarte” in der Vorarlberger Museumswelt, Obere Lände 3b in Frastanz, ist wie folgt geöffnet: Samstag, 24. und 31. Oktober, jeweils von 13 bis 17 Uhr, Mittwoch, 28. Oktober und 4. November, jeweils von 13 bis 17 Uhr, und Donnerstag, 29. Oktober und 5. November, jeweils von 17 bis 20 Uhr. Die Finissage findet am Samstag, 7. November 2026, von 13 bis 17 Uhr statt.

Manuela und Robert Schöch mit Michaela Gort und Walter Müller.a Gort
Manuela und Robert Schöch mit Michaela Gort und Walter Müller. Henning Heilmann

Zahlreiche Gäste

Unter den zahlreichen Gästen der Ausstellungseröffnung weilten Vizebürgermeisterin Michaela Gort, Altbürgermeister Eugen Gabriel sowie die Gemeinderäte Robert Schöch und Martin Bertsch. HE

Blickten in die Zeitgeschichte zurück: Marilyn und Walter Oswald in der Ausstellung.
Blickten in die Zeitgeschichte zurück: Marilyn und Walter Oswald in der Ausstellung. Henning Heilmann