Nächstes Café in Lustenau schließt seine Türen

VN / 27.10.2026 • 09:49 Uhr
Dilara Haybat schließt ihr Tagescafé mit Ende November.
Dilara Haybat schließt ihr Tagescafé Ende November. Bernadette von Sontagh

Zu wenige Gäste und steigende Kosten: Café Dilara sperrt Ende November zu.

Lustenau Was Anfang 2023 mit viel Zuversicht begonnen hat, endet nach knapp vier Jahren: Das Tagescafé Dilara beim Quartier Pfarrweg in Lustenau schließt Ende November. Zu wenige Gäste und die gestiegenen Kosten machen es für Inhaberin Dilara Haybat (29) zunehmend schwierig, den Betrieb wirtschaftlich zu führen. “Um meine Stammgäste tut es mir sehr leid”, betont sie. Auch die zwei Jassgruppen, die regelmäßig in ihrem Café zusammenkommen, werden ihr fehlen.

Das Café Dilara beim Quartier am Pfarrweg schließt seine Türen.
Das Café Dilara beim Quartier am Pfarrweg schließt seine Türen. Bernadette von Sontagh

Gäste halten sich beim Kaffeetrinken zurück

Man habe gemerkt, dass die Menschen sparen müssen. Ein Kaffee außer Haus ist für viele offenbar nicht mehr selbstverständlich. “Die Menschen gehen eher in ein Restaurant, statt in ein Café”, beobachtet sie. Um die gestiegenen Kosten abfangen zu können, hätte sie ihre Preise erhöhen müssen. “Das wollte ich jedoch nicht.” Schließlich sei für viele Menschen ohnehin schon vieles zu teuer.

Das Café war Dilaras großer Traum. Mit viel Herzblut hat sie ihr Café in den letzten Jahren geführt.
Das Café war Dilaras großer Traum. Mit viel Herzblut hat sie ihr Café in den letzten Jahren geführt. Bernadette von Sontagh

Das Café Dilara hatte sich in Lustenau als Tagescafé etabliert. Am Vormittag servierte Dilara Haybat Frühstück und verschiedene türkische Köstlichkeiten, am Nachmittag standen Kaffee, Kuchen und das gemütliche Beisammensein auf dem Programm. Zudem organisierte sie auf Wunsch Agapen für standesamtliche Hochzeiten, die nebenan im Trauungsraum der Gemeinde stattfanden.

Zum Abschluss möchte die Café-Inhaberin noch einmal mit ihren Gästen zusammenkommen. Am letzten November-Wochenende veranstaltet sie ein Austrinken. Am Sonntag, dem 29. November, wird sie zum letzten Mal ein Buffet für ihre Gäste anbieten.

Bis zum letzten November-Wochenende hat das Café geöffnet. Dann schließt sie ihre Türen für immer.
Bis zum letzten November-Wochenende hat das Café geöffnet. Dann schließt es seine Türen für immer. Bernadette von Sontagh

Vom Café zur Motorradtechnik

Mit dem Ende des Cafébetriebs beginnt für Haybat ein neues Kapitel. Der Gastronomie möchte sie den Rücken kehren und beruflich einen ganz anderen Weg einschlagen: “Ich möchte Motorradtechnikerin werden”, erzählt sie mit einem Strahlen in den Augen. Einen Motorradführerschein hat sie bislang noch nicht, da ihr gesamtes Geld in das Café geflossen sei. Das soll sich nun ändern. Den Führerschein will sie bald nachholen. Ob das Café nach der Schließung weitergeführt wird, ist derzeit offen. Sie weiß nicht, ob es einen Nachfolger für die gemeindeeigene Immobilie gebe. Das wird sich in den kommenden Wochen zeigen. BVS