Momente in unserem Garten

Das “Forum für aktuelle Kunst” holte in Feldkirch seine neuen Mitglieder vor den Vorhang.
Feldkirch Zur Eröffnung seiner neuen Ausstellung “Moments in our Garden” lud der Verein “KunstVorarlberg” neulich in die Villa Claudia in Feldkirch. Gerne gefolgt war der Einladung auch Stadträtin Natascha Soursos. Gewidmet ist die Schau den neuen Vereinsmitgliedern Stefan Gander-Schwarzenauer, Benny Gleeson, Lothar Aemilian Heinzle, Claudia Polz und Gerda Tschofen.
“Herzlich willkommen in unserem wunderschönen Garten der Künste.” Mit diesen Worten eröffnete Laurence Feider ihre Vernissagerede. “Manche Gärten sind ordentlich angelegt, andere wachsen wild und dürfen sich frei entfalten”, betonte sie. Gerade diese Vielfalt mache einen Garten aus. Und so sei das schließlich auch mit der Kunst. “Jeder der fünf Künstler hat seinen eigenen Raum gestaltet.” Die einzelnen Positionen stünden für sich, zugleich würden sie jedoch miteinander in Beziehung treten.

Die fünf Positionen
Wie KunstVorarlberg mitteilt, verknüpfe Stefan Gander-Schwarzenauer aus Dornbirn in seiner Bildserie “Kreuzgang des Animismus” christliche Passion mit einer technisierten, dystopischen Science-Fiction-Welt. Seine psychedelisch anmutenden Zeichnungen hinterfragten den Verlust des Geheimnisvollen durch Digitalisierung und Künstliche Intelligenz. Seine Geschichte ende jedoch mit Hoffnung.

Der ehemalige Drummer Benny Gleeson aus Dornbirn habe vor zehn Jahren zur bildenden Kunst gefunden. Der Künstler zeige Selbstporträts auf epoxidharzstabilisierten Trommelfellen.
Lothar Ämilian Heinzle aus Bludenz, kurz “LeLo”, sei langjähriger Leiter der Meisterklasse für Kommunikationsdesign an der Graphischen in Wien. Er zeige Arbeiten aus der Reihe “Lineamente”. Es handle sich um Reduktionen einer Lichtinstallation an der Bludenzer Dreifaltigkeitskirche auf Seidenpapier. Schrift löst sich hier von sprachlicher Bedeutung.

Absolventin des Londoner Central Saint Martins College sei Claudia Polz aus Götzis. Sie setze sich mittels Malerei, Zeichnung, Installation und Fotografie mit existenziellen Konditionierungen auseinander. Ihre Werke untersuchten die Entwicklung des Menschen auf der Zeitachse sowie seine sozialen Bezugsfelder und fungierten als subtile Spiegelungen gesellschaftlicher Beobachtungen.

Die Natur als zentralen Ausgangspunkt nehme Gerda Tschofen aus Schruns. Wie das Forum für aktuelle Kunst weiter schreibt, entstünden ihre grafisch wirkenden Mischtechniken aus der Erinnerung an tief eingeprägte Sinneswahrnehmungen. In einem Prozess, der von experimenteller Offenheit getragen sei, bewege sich die Künstlerin im formalen Spiel mit Farbe, Linie und Fläche fortwährend zwischen Realität und Abstraktion.

Petra Perg, Büroleiterin von KunstVorarlberg, erklärte im Gespräch, die fünfköpfige Aufnahmekommission trete seit jüngerer Zeit zweijährlich (zuvor jährlich) zusammen. Interessenten könnten sich bewerben. Die fünf Neuzugänge seien unterschiedlich, spannend und hätten ihre “Premiere” gut gelöst mit diesen “Moments in our garden”. In einem Garten könne man alles pflanzen, es wachse alles. Zur Vernissage habe sich viel Publikum in der Villa eingefunden, “auch viele Künstlerkollegen, was mich gefreut hat”, so Petra Perg. Viele, die die Villa noch nicht kannten, hätten sich begeistert gezeigt von den Räumlichkeiten. Große Freude bereiteten den Besuchern auch die musikalischen Beiträge von Sonja Marina.
Die Öffnungszeiten der bis 22. November dauernden Ausstellung sind Freitag von 16 bis 18 Uhr, Samstag von 15 bis 18 Uhr sowie Sonntag von 10 bis 12 und 15 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei. SCO













