Filmischer Streifzug durch Nenzings Geschichte

Einblicke in vergangene Zeiten und in eine einzigartige Naturlandschaft.
Nenzing Wie hat Nenzing früher ausgesehen? Was gibt es über die Marktgemeinde filmisch zu erzählen? Welches sind die schönsten und interessantesten Gegenden des Ortes? Fünf Dokumentarfilme, die am Donnerstag, 5. November, von 19 bis 22 Uhr auf dem Dachboden des Wolfhauses in Nenzing gezeigt werden, geben Antwort auf diese Fragen. Denn nach zwei sehr gut besuchten Filmabenden im Frühjahr erwartet das Publikum erneut eine besondere Auswahl aus dem umfangreichen Nenzinger Filmschatz – organisiert vom Nenzinger Gemeindearchiv mit Thomas Gamon.
Historische Einblicke
Wohl kaum eine Gemeinde in Vorarlberg verfügt über eine derart vielfältige Sammlung an Dokumentarfilmen wie die Marktgemeinde Nenzing. Den Auftakt des Nenzinger Filme-Abends macht von 19 bis 19.30 Uhr der Film “Das Nenzinger Dorfbuch”. Der Nenzinger Lehrer Josef Köppl hielt darin bereits 1941, mitten im Zweiten Weltkrieg, das damalige Gemeindeleben fest. Die Dokumentation ist weitum eine Besonderheit: Sie zeigt den Alltag der Menschen in einer Zeit, in der das Ortsbild noch ohne Autos und Lastwagen auskam. Auch die damals üblichen Symbole der NS-Zeit fehlen in den Aufnahmen.
Nenzinger Berge – die oberste Etage
Anschließend geht es hoch hinaus: “Nenzinger Berge – die oberste Etage” entstand 2003 anlässlich des von der UNESCO ausgerufenen “Jahres der Berge”. Primus Huber und das Archiv der Marktgemeinde Nenzing dokumentierten dabei die Bergwelt aus einer außergewöhnlichen Perspektive. Mithilfe eines Hubschraubers und eines Sportflugzeugs wurden sämtliche Gipfel überflogen und die alpine Landschaft von oben filmisch festgehalten. Von 20 bis 21 Uhr steht mit “Der Himmelspäher” der Nenzinger Himmel im Mittelpunkt. Richard Scherer widmete sich über mehrere Jahre hinweg dieser einzigartigen Natur- und Kulturlandschaft. Der zweite Teil seiner filmischen Dokumentation zeigt eindrucksvolle Aufnahmen heimischer Wildtiere wie Gämsen, Steinböcke und Adler. Gleichzeitig begleitet das Publikum den Filmemacher auf seinen Wanderungen durch die Bergwelt.
Vom Wildbach bis zu den alten Bergwiesen
“Die Meng – von der Quelle bis zur Mündung in die Ill” zeichnet von 21 bis 21.30 Uhr den Weg des Flusses nach. Am Barthümeljoch entspringend, verändert die Meng im Verlauf ihres Weges zunehmend ihren Charakter: Aus einem Wildbach wird ein vom Menschen intensiv genutzter Flusslauf, der auf seinem letzten Kilometer sogar in ein enges Bachbett gezwängt wird. Auch dieser Dokumentarfilm stammt von Primus Huber und dem Archiv der Marktgemeinde Nenzing.
“Zagold – der Bauer Martin Tschabrun”
Den Abschluss bildet von 21.30 bis 22 Uhr der Film “Zagold – der Bauer Martin Tschabrun”. Er erinnert an die frühere Bewirtschaftung der Flächen oberhalb des Dorfes, die als Magerheuberge genutzt wurden. Martin Tschabrun gehört zu den letzten Bauern, die diese traditionelle Form der Bewirtschaftung gemeinsam mit ihrer Familie teilweise noch in Handarbeit weiterführen. Der Eintritt ist frei. Ein Besuch ist auch für einzelne Filmvorführungen möglich. EM