Lustenau: Revitalisierung am “Neuner” geht weiter

Auf einer weiteren Strecke von 950 Metern wird der Neuner ökologisch aufgewertet.
Lustenau Die Erfolgsgeschichte rund um die Revitalisierung des Entwässerungskanals “Neuner” wird fortgesetzt. Seit Montag laufen die Arbeiten an einem weiteren Abschnitt: Zwischen der Schnellstraße und der Brücke nach der Rosenkranz-Kapelle wird der bislang geradlinige Kanal auf einer Länge von 950 Metern naturnah gestaltet. Einbuchtungen, Totholz und Wurzelstöcke sorgen für abwechslungsreiche Strömungsverhältnisse und wertvolle Rückzugsräume. Davon profitieren vor allem die Fische. Sie benötigen Fließgewässer mit unterschiedlichen Strömungsgeschwindigkeiten und ausreichend Deckungsmöglichkeiten. Ruhigere Wasserstellen sind ideale Voraussetzungen für die Fortpflanzung und das Ablaichen, wie Alfred Mair (79), Obmann des Fischereivereins Bregenzerwald, erklärt.

Neuer Lebensraum für die Fische
Die Dimensionen des Projekts sind beachtlich: Rund 50 Festmeter Holz, das sind in etwa sechs Lkw-Ladungen, werden in den Kanal eingebracht. Zusätzlich finden 100 Wurzelstöcke ihren Platz im Gewässer. Dadurch soll ein pendelnder Verlauf entstehen, der unterschiedliche Fließgeschwindigkeiten ermöglicht. Auf der gesamten Strecke wird außerdem feinkörniger Laichkies eingebracht, damit die Fische geeignete Bedingungen für ihre Fortpflanzung vorfinden.
“Aus dem geradlinigen Kanal wird sehr viel Lebensraum geschaffen”, freut sich Mair. Er betont, dass nicht der gesamte “Neuner” revitalisiert werden muss. Bereits einzelne naturnah gestaltete Abschnitte reichen aus, um den Fischen wertvolle Lebensräume zurückzugeben. Nach Abschluss der Bauarbeiten werden heimische Gehölze gepflanzt. Sie sorgen für wertvollen Schatten.



Erfolgreiche Zusammenarbeit
Umgesetzt wird das Projekt auf Initiative des Fischereivereins Bregenzerwald und der Marktgemeinde Lustenau. Die Mitarbeiter des Flussbauhofes führen die Arbeiten unter der ökologischen Bauaufsicht von Alban Lunardon durch. Bereits jetzt lassen sich dort zahlreiche Fische beobachten. “Hier wird es sich ähnlich wie bei der Feldrast entwickeln”, ist Mair überzeugt.
Mit dem neuen Abschnitt gewinnt der “Neuner” nicht nur ökologisch an Bedeutung, sondern wird auch zu einem weiteren wertvollen Rückzugsraum für die heimische Tier- und Pflanzenwelt. Lustenau darf sich damit auf ein weiteres kleines Naturparadies freuen. BVS