Neuer Direktor an HTL Dornbirn

Norbert Lenz übernimmt die Leitung der HTL und setzt auf Innovation und Gemeinschaft.
Dornbirn Die Bildungswelt steht vor großen Umbrüchen. Zwischen Digitalisierung und Lehrermangel braucht es an der Spitze von Schulen Führungspersönlichkeiten, die Stabilität mit Innovation verbinden. An der HTL Dornbirn übernimmt diese Aufgabe Direktor Norbert Lenz, der die Schule aus jeder Perspektive kennt. Der langjährige Abteilungsvorstand für Wirtschaftsingenieurwesen und Direktor-Stellvertreter leitet nun die Schule.

Lenz kennt den Schulalltag aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Er war Klassenvorstand, Netzwerkbetreuer und Lehrer, arbeitete als Cisco Instructor Trainer und übernahm schließlich Verantwortung als Abteilungsvorstand. Seine Unterrichtsfächer Mathematik, Informatik und Religion verbinden analytisches Denken mit ethischer Reflexion. Diese Zugänge sollen auch seine „Arbeit als Direktor prägen“, wie er verrät.
Entwicklung als gemeinsamer Prozess
„Schulentwicklung verstehe ich als einen dynamischen, ko-kreativen Prozess“, sagt Lenz. Dafür brauche es Mut und die Bereitschaft, außerhalb bestehender Denkrahmen zu handeln. Das zeigte sich bereits in seiner bisherigen Tätigkeit. Er wirkte an der österreichweiten Neugestaltung des Lehrplans für Betriebsinformatik mit, initiierte die MINT-Zertifizierung und setzte sich für internationale Robotik-Wettbewerbe wie Botball ein.
Innovation ist für Lenz allerdings kein Selbstzweck: „Neuerungen müssen mit Menschlichkeit und einem guten Miteinander verbunden werden. Die Schule soll ein gesunder Lebensraum sein, in dem unterschiedliche Talente und Interessen Platz finden“, so Lenz. Vielfalt aktiv zu fördern, gehört für ihn ebenso dazu wie der Blick auf jene, die sich von technischen Fächern bisher weniger angesprochen fühlen.

Klischees früh entgegenwirken
Ein Beispiel dafür ist das Volksschulprojekt „Code4Talents“. Es soll Kindern früh einen Zugang zum Programmieren ermöglichen und Geschlechterklischees abbauen. Interessen zu wecken und allen Kindern Möglichkeiten aufzuzeigen, sei dabei wichtig. Für Lenz beginnt Schulentwicklung damit nicht erst an der HTL.

Auch die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft bleibt ein wichtiger Bestandteil. Durch Kooperationen mit Partnerbetrieben kennt Lenz die Anforderungen der Praxis: „Eine zeitgemäße Ausbildung muss technische Entwicklungen aufgreifen und zugleich auf die berufliche Realität vorbereiten.“ Diese Verbindung will er weiter pflegen.
Mit Dankbarkeit in die Aufgabe
Bei aller Veränderungsbereitschaft betont Lenz die Bedeutung des Miteinanders. „Als Direktor erfüllt es mich mit tiefer Dankbarkeit, eine so engagierte und starke Schulgemeinschaft aus Fachverantwortlichen, Verwaltung, Lehrpersonen, Eltern sowie Schüler an meiner Seite zu wissen“, sagt er. Sie bilde das Fundament für die gemeinsame Zukunftsgestaltung.

Seiner neuen Aufgabe blickt Lenz mit Vorfreude entgegen. Eine erste Gelegenheit, Gäste in seiner neuen Funktion zu begrüßen, bietet der Tag der offenen Tür am Samstag, 5. Dezember. „Ich freue mich darauf, die Gäste das erste Mal als Direktor zu begrüßen“, zeigt sich der Neo-Direktor in Vorfreude. CTH
