“Fast traurig, wenn die Wunde heilt” – Patrizia Künz setzt neue Maßstäbe in der Pflege

In Koblach und Mäder zeigt sich, wie moderne Hauskrankenpflege aussehen kann.
Koblach/Mäder “Es gibt Patienten, die fast traurig sind, wenn ihre Wunde verheilt ist, weil der Kontakt mit uns dann nicht mehr nötig ist”, erzählt Patrizia Künz schmunzelnd. Sie ist Pflegeleiterin der Krankenpflegevereine Koblach und Mäder. Auch stetig steigende Mitgliederzahlen sind ein Zeichen von guter Arbeit.


Innovative Ideen
Die Zielgruppe des Krankenpflegevereins sind pflegebedürftige Erwachsene jeden Alters, die zu Hause Unterstützung benötigen: von älteren Menschen über chronisch Kranke bis hin zu Personen nach einem Krankenhausaufenthalt. Während manche nur einmalige Hausbesuche brauchen, werden andere über Jahre hinweg begleitet, teils bis zum Lebensende. Voraussetzung für die Inanspruchnahme ist eine Mitgliedschaft.
Künz ist seit rund 30 Jahren in der Pflege tätig und seit fünf Jahren Pflegeleiterin in Koblach. In dieser Rolle hat sie bereits viele neue Ideen umgesetzt, um Arbeitsprozesse effektiver und innovativer zu gestalten. Zum Beispiel hat die 51-Jährige ressourcenschonendere Dienstzeiten eingeführt, viele Prozesse digitalisiert und die Heimhilfen so delegiert, dass sich ihr fünfköpfiges Team aus diplomierten Gesundheits- und Krankenpflegerinnen auf fachliche Tätigkeiten fokussieren kann.

Für ein professionelleres Auftreten hat sich die Feldkircherin für eine einheitliche Dienstkleidung eingesetzt. Außerdem wurde auf ihre Initiative hin das Wundmanagement von Hausbesuchen auf ambulante Termine im Krankenpflegeverein umgestellt. Das erspart dem Team einerseits viel Zeit und andererseits fördert es die Selbstverantwortung der Patienten. “Unser Wundmanagement hat einen derart guten Ruf, dass eine Frau trotz ihres Wohnorts in einer anderen Gemeinde unbedingt zu uns kommen wollte”, erzählt Künz.


Doch die diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin treibt nicht nur die Optimierung von Arbeitsprozessen voran, sondern investiert auch in ihre eigene Weiterentwicklung: Im vergangenen Jahr absolvierte sie neben ihrer Vollzeitbeschäftigung das Masterstudium Gesundheits- und Pflegemanagement.
Einsatz fürs Team
Mitarbeiterinnen schätzen an Künz sowohl ihr strukturiertes Vorgehen, das klare Abläufe und Sicherheit im Arbeitsalltag gewährleistet, als auch ihr großes Engagement für das Team. Sie habe stets ein offenes Ohr und schaffe ein Arbeitsumfeld, in dem man sich wertgeschätzt und ernst genommen fühlt. Außerdem setzt sie sich für einen guten Teamzusammenhalt ein: “Ich habe einen jährlichen Betriebsausflug und ein vierteljährliches Teambuilding eingeführt, die als Dienstzeit gelten.”

Künz berichtet, dass einmal eine Mitarbeiterin zögerlich nach einem dreiwöchigen Urlaub fragte. Schlussendlich erhielt sie von der Pflegeleiterin vier Wochen frei. “Ich habe so gut wie keine Krankenstände im Team”, schildert sie als Zeichen für das offenbar hohe Wohlbefinden der Mitarbeiterinnen. Der Krankenpflegeverein hat im vergangenen Jahr auch das Gütesiegel der “Betrieblichen Gesundheitsförderung” erhalten, das die Gesundheit von Mitarbeitenden und Führungskräften in den Fokus rückt.

An Künz’ Einsatz ist ihre Leidenschaft für die Arbeit klar erkennbar. Deshalb wurde sie mit dem Vorarlberger Pflegeaward 2026 in der Kategorie “Mobiler Hilfsdienst und Hauskrankenpflege” ausgezeichnet.