Vorarlbergs Pflege im Umbruch – Gabriele Fellner macht Dinge anders

11.05.2026 • 19:57 Uhr
Vorarlbergs Pflege im Umbruch – Gabriele Fellner macht Dinge anders
Gabriele Fellner leitet den Pflegelehrling Stella Gutgsell beim Blutdruckmessen an.VN

Sie engagierte sich früh für jungen Nachwuchs und innovative Modelle – heute profitieren viele davon.

Feldkirch Gabriele Fellner hat als Pflegedienstleiterin und Ausbildungsmanagerin viel im Antoniushaus der Kreuzschwestern in Feldkirch bewirkt. Unter ihrer Führung wurde es dreimal in Folge – in den Jahren 2019, 2022 und 2025 – mit dem Gütesiegel „Ausgezeichneter Lehrbetrieb” prämiert. Außerdem wurde es aufgrund familienfreundlicher Arbeitsbedingungen im Jahr 2024 mit dem Staatspreis „Familie & Beruf“ ausgezeichnet.

Vorarlbergs Pflege im Umbruch – Gabriele Fellner macht Dinge anders
Gabriele Fellner wollte schon als Volksschulkind Krankenschwester werden – schlussendlich wurde es zu einer Lebensaufgabe, in die sie sehr viel Herzblut investierte.VN

Befürworterin von Entwicklung

Bevor die 60-Jährige aus Mäder ins Antoniushaus kam, arbeitete sie mehrere Jahre lang als Pflegeausbildnerin in der Schweiz. Aufgrund der dort anderen Strukturen lernte sie ein damals in Österreich noch unbekanntes Modell kennen: die duale Ausbildung, also eine Art Pflegelehre. Eine wichtige Erfahrung, von der sie später profitierte.

Vor über 15 Jahren begann Fellner schließlich als Pflegedienstleiterin im Antoniushaus zu arbeiten. In dieser Funktion verantwortete sie auch das Qualitäts- und Ausbildungsmanagement. Kurz nach ihrem Start wurde im Pflegeheim die neue Betriebsdienstleisterlehre eingeführt. Auch wenn der Schwerpunkt dabei nicht auf Pflege, sondern auf Organisation und Verwaltung liegt, hat Fellner diese mitgestaltet.

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Gabriele Fellner ist unter anderem dafür zuständig, Mitarbeitende auf dem Weg zur Ausbildung als Praxisanleiter oder Lehrlingsausbildner zu fördern und mit den Lehrlingen an der Vertiefung der Theorie zu arbeiten.VN

Jahre danach wurde das Thema „Pflegelehre“ im Land immer lauter. Trotz kritischer Stimmen setzte sich Fellner klar dafür ein. „Ich finde es großartig, junge Menschen in die Pflege einzubringen.“ Während des Entwicklungsprozesses wurde sie des Öfteren angefragt, ihr Wissen zur dualen Ausbildung in der Schweiz sowie ihre Erfahrungen mit der Betriebsdienstleisterlehre zu teilen.

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Zu Gabriele Fellners Tätigkeiten im Antoniushaus zählen auch viele administrative Aufgaben.VN

Einbindung junger Menschen

Als die Pflegelehre vor drei Jahren in Vorarlberg eingeführt wurde, war das Antoniushaus in Feldkirch unter den ersten Lehrbetrieben, die diese anboten. Einer der Hauptunterschiede zu alten Ausbildungsmodellen ist dabei das Alter. „Die Pflegelehre kann man bereits mit 15 Jahren beginnen“, erklärt Fellner. „Es gab noch immer genug kritische Stimmen, unter anderem weil es etwas ganz Neues war und man Sorge hatte, dass die Anleitung zu viel Zeit in Anspruch nehmen werde.“ Doch die Pflegedienstleiterin blieb stets positiv gestimmt. Für sie ist die Arbeit mit jungen Menschen in der Pflege spannend und bereichernd, da sie viel Dynamik und Motivation mitbringen.

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Gabriele Fellner unterstützt Pflegelehrling Lina Angar beim Richten der Medikamente.VN

„Pro Jahr haben wir jetzt um die 60 Auszubildende aus Pflegeschulen, und sieben machen aktuell eine Pflegelehre.“ Diese Entfaltung im Antoniushaus sei laut Fellner nur durch die Unterstützung und die gewährten Freiheiten ihres Chefs möglich gewesen. Jenseits dieser Bescheidenheit ist jedoch erkennbar, dass sie die treibende Kraft dahinter war.

Seit vergangenem Jahr hat Fellner die Pflegedienstleitung abgegeben und ist aktuell ausschließlich für das Qualitäts- und Ausbildungsmanagement zuständig. Ende nächsten Jahres geht sie in Pension, bleibt aber möglicherweise weiterhin in der Landesberufsschule Feldkirch tätig, wo sie seit zwei Jahren zusätzlich im Fachbereich Pflege unterrichtet. „Ich sehe diese Tätigkeit als Verantwortung für die nächste Generation.“

Für ihr Engagement wurde Gabriele Fellner mit dem Vorarlberger Pflegeaward 2026 in der Kategorie „Pflegeheim“ ausgezeichnet. „Für mich ist dieser Preis noch ein krönender Abschluss vor meiner Pension.“

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