Vorarlberger helfen von Herzen

Vorarlberg / 14.06.2013 • 18:43 Uhr
In Hüttau holen sich Manuela Wimmer und ihre Tochter Bianca bei der Caritas Soforthilfe ab. Foto: Caritas
In Hüttau holen sich Manuela Wimmer und ihre Tochter Bianca bei der Caritas Soforthilfe ab. Foto: Caritas

Das ist Hilfsbereitschaft: Bislang 315.000 Euro Spenden für Hochwasseropfer im Osten.

Schwarzach. (VN-tm) Als in Vorarlberg längst wieder die Sonne lachte, während das Ausmaß der Schäden im Osten Österreichs erst langsam offenbar wurde, blieb die Solidarität nicht auf der Strecke. Diözese Feldkirch, Caritas Vorarlberg, Land und VN baten die Vorarlberger gemeinsam um Hilfe. Und die reagierten postwendend.

Bis Freitag früh lagen 315.000 Euro auf dem Spendenkonto der Hochwasserhilfe. Für kommenden Sonntag bat der künftige Bischof Benno Elbs die Pfarrgemeinden um ihre Kollekte: Auch dieses Geld, das während der Gottesdienste gesammelt wird, soll jenen Menschen zugute kommen, denen Wasser und Schlamm alles genommen haben. Weder infrastrukturelle Schäden noch Versicherungsfälle werden aus dem Topf bedient. „Die Caritas unterstützt Hochwasseropfer mit finanzieller Soforthilfe, mit Beratung und dem langen Atem des Mitgefühls, der bis nach der Rückkehr in den Lebensalltag der Menschen reicht“, versicherte Caritas-Präsident Franz Küberl, der am Donnerstagnachmittag in besonders betroffenen Gemeinden in Niederösterreich und Oberösterreich den Opfern Mut zusprach.

Die stehen freilich vor gewaltigen Aufgaben. Schwere Regenfälle und über die Ufer getretene Flüsse haben in ganz Österreich alleine 22.000 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche überflutet. Der Schaden für die heimische Landwirtschaft ist im Vergleich zum Hochwasser 2002 viel größer, weil heuer noch kaum geerntet oder gemäht werden konnte. Laut ersten Erhebungen waren vom Hochwasser in Oberösterreich 274 Bauernhöfe, in Niederösterreich bis zu 20, in Salzburg schätzungsweise 15 bis 20 und in Tirol fünf „in erheblichem Ausmaß“ betroffen.

Verlässliche Partner vor Ort

Die Vorarlberger Hochwasserhilfe macht sich auf mehreren Kanälen ein Bild der Lage. Das Team von Landeshauptmann Markus Wallner wird über seine Kollegen in den betroffenen Bundesländern Härtefälle recherchieren. Die Vorarlberger Caritas stützt sich auf ein Netzwerk, das in den betroffenen Gemeinden längst im Einsatz ist.

In Salzburg und dem Tiroler Unterland hat die Caritas mehr als 1100 Hochwasseropfern in akuter Not bereits geholfen. In Oberösterreich eröffnete die Caritas sieben Hochwasserbüros, wie etwa in Schärding: „Die Leute, die nicht damit gerechnet hatten, dass es auch sie treffen könnte, haben nichts aus den Wohnungen in Sicherheit gebracht“, berichtet eine Caritas-Mitarbeiterin. „Sie kommen weinend zu uns und sagen: wir haben einfach nichts mehr.“

In Niederösterreich haben sich 17 Pfarren an der Auszahlung von Soforthilfe beteiligt; die Caritas hat drei Hochwasserbüros eingerichtet. Für Vorarlberg garantieren Diözese Feldkirch, Caritas, Land und VN, dass die Spendengelder ohne einen Cent Abstrich den Opfern zugute kommen. Diese Spenden sind überdies steuerlich absetzbar. ##Thomas Matt##

Bei Klosterneuburg sind Soldaten pausenlos im Einsatz. Foto: APA
Bei Klosterneuburg sind Soldaten pausenlos im Einsatz. Foto: APA

Spendenkonto: Raiffeisenbank Feldkirch, Kto. Nr. 40006, BLZ 37422, Kennwort: Katastrophe Österreich/Hochwasser 2013