Für Umbauten ist kein Geld mehr da

Vorarlberg / 16.10.2013 • 18:15 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Landesbibliothek oberhalb von Bregenz muss warten: Vor den Landtagswahlen geht erst mal gar nichts. Foto: VN/Steurer
Die Landesbibliothek oberhalb von Bregenz muss warten: Vor den Landtagswahlen geht erst mal gar nichts. Foto: VN/Steurer

Raumnot hin oder her: Landesbibliothek muss sich mit Umbauplänen vorerst gedulden.

Bregenz. „Die Raumnöte sind uns durchaus bekannt“, bestätigt Landesrat Harald Sonderegger und vertröstet die Verantwortlichen der Vorarlberger Landesbibliothek doch auf die Zeit nach September 2014. Vor den Landtagswahlen werden Um- oder gar Neubauten an Vorarlbergs zentralem Gedächtnis allerhöchstens angedacht.

Fragen gibt es viele: „Da müssen wir uns erst klar werden: Was ist der Auftrag dieser Bibliothek? Was soll sie können?“ Und noch eine Frage fügt der zuständige Politiker hinzu: „Wie viele Bücher müssen wirklich dauernd in den Regalen griffbereit stehen?“ Derzeit steht etwas mehr als die Hälfte der 470.000 Bände im Depot.

 

Laufende Kosten

Bis zu den Landtagswahlen drängen sich ohnedies ganz praktische Notwendigkeiten in den Vordergrund. Kommendes Jahr muss die ganze Beleuchtung der Landes­bibliothek im Bregenzer Gallusstift erneuert werden. Die Bibliothek bezog 1986 ihren heutigen Standort. Vieles ist inzwischen in die Jahre gekommen. Und manches steht vielleicht bald schon nicht mehr zur Verfügung: Noch lagert die Landesbibliothek mehr als 200.000 Bände in die Hallen auf dem Areal der Elektra Bregenz aus. Aber die Räumlichkeiten gehören der Generali-Gruppe. Ein Antrag auf Umwidmung in Wohngebiet ist längst gestellt. Vielleicht müssen sich die Bibliothekare bald schon um neue Lagerräume umsehen.

Dann halt von der Klasse aus

Eine Neukonzeption der Landesbibliothek rückt damit in weite Ferne. Das müsse man sich „in aller Ruhe anschauen“, betont Sonderegger, der in der Regierung u. a. für Kultur und Hochbau zuständig ist. Und die 2300 Gymnasiasten, die in der Landes­bibliothek jährlich im vorwissenschaftlichen Arbeiten auf die Universitäten vorbereitet werden? Die Bibliothek hat gerade mal ein Zimmer, das sich als Seminarraum eignet. Dann, schlägt Sonderegger vor, sollten die Klassen halt nur auf kurzen Besuchen in den Regalen der Bibliothek stöbern, das meiste von Recherche und Handhabung aber digital von der Klasse aus erlernen.

Im Übrigen steht auch das Bregenzer Landhaus, das Anfang der 1980er-Jahre für umgerechnet etwa 40 Millionen Euro errichtet worden ist, zur Sanierung an. Und auch die Landesbeamten müssen sich bis nach der Landtagswahl gedulden: Nur das Heizsystem muss zwingend neu gestaltet werden. Die große Sanierung „auf 20 Jahre hinaus“ steht erst 2017, 2018 ins Haus.

„Es muss jedem klar sein, dass wir den Zuwachs aus Ertragsanteilen aufgebraucht haben“, das Land liege im heurigen Budget „100 Millionen Euro über dem, was leistbar ist“. Dass die Verantwortlichen der Landesbibliothek mit einer gewissen Begehrlichkeit aufs neue Vorarlberg Museum blicken, kann Sonderegger schon nachvollziehen. Aber dieses Projekt habe in einer wirtschaftlich prosperierenden Zeit seinen Anfang genommen. „So einen Bau würde man sich heute nicht mehr zutrauen.“

Wie viele Bücher müssen wirklich in den Regalen stehen?

LR Harald Sonderegger
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