Ein Bischof für 3000 Euro netto

Vorarlberg / 24.10.2013 • 20:17 Uhr
Bischof Bennos Arbeitsplatz am Hirschgraben. Fotos: VN/Hartinger
Bischof Bennos Arbeitsplatz am Hirschgraben. Fotos: VN/Hartinger

Limburg ist weit weg, und Bischof Benno Elbs wohnt wie andere Vorarlberger auch.

Feldkirch. Wie reich ist die Diözese Feldkirch? Man hört Kirche und denkt Limburg. Bischof Benno Elbs fielen zwar noch zwei, drei andere Probleme ein, denen er sich widmen sollte. Aber jetzt hat erst einmal sein Mitbruder Tebartz-van Elst die Themen des Tages diktiert. Also: Kann die Katholische Kirche Vorarlbergs mit Limburg mithalten, wo der Bischofssitz um mindestens 31 Millionen Euro saniert wurde?

Bischof Benno hat sein Büro in der denkmalgeschützten Villa am Hirschgraben ausmalen lassen und einen neuen Schreibtisch reingestellt. Den vorhandenen Dienstwagen – einen zehn Jahre alten Audi mit 200.000 Kilometern – lässt er meist stehen. Er fährt lieber den VW Golf, den er sich vor ein paar Jahren selber gekauft hat. Und auch selber bezahlt? „Klar“, sagt der Bischof, wie er ja auch die 4,50 Euro fürs Mittagessen in der Kantine des Diözesanhauses selber begleicht.

Als Lehrer besser bedient

Und was verdient so ein Bischof in Vorarlberg? Da gibt Finanzkammerdirektor Andreas Weber Auskunft: „Der Bischof verdient 4782 Euro brutto im Monat“, das entspricht einem Nettolohn von knapp 3000 Euro. Benno Elbs war als Kaplan Religionslehrer. „Wenn er das geblieben wäre, hätte er heute mehr Gehalt“, sagt Weber.

Seine Wohnräume ganz in der Nähe hat der Bischof behalten. Einziger neuer Luxus: Schwester Maria ist jetzt Haushälterin und kocht, wenn Gäste kommen.

In der Villa am Hirschgraben steht kommendes Jahr der feuchte Keller zur Sanierung an. Das verursacht Kosten zwischen 150.000 und 200.000 Euro. Für die Sanierung des Gebäudes kann der Bischof auf einen Topf zurückgreifen, der mit 880.000 Euro dotiert ist.

Und wie reich ist die Diözese? Andreas Weber listet auf: Der Diözese gehören das Diözesanhaus, das Bildungshaus St. Arbogast, die Feldkircher Johanniterkirche und das Studieninternat Marianum in Bregenz. In einem eigenen Fonds liegen rund 13 Millionen Euro, um die Pensionen der Priester zu bezahlen.

Und weiter? „Nichts weiter.“ Der Dom in Feldkirch zum Beispiel gehört der Dompfarre St. Nikolaus. Aber ist die Diözese nicht reich an Waldbesitz und Liegenschaften? Die sogenannten „Pfründe“ werden von den Pfarren verwaltet. Früher wurde so Pensionsversicherung betrieben. Heute leben manche Pfarren ganz gut davon, jüngere haben gar nichts. Kann die Diözese auf dieses Vermögen denn nicht zurückgreifen? „Nein“, sagt Weber, der dieser Tage für kommendes Jahr wieder ein Diözesanbudget von etwa 23,5 Millionen an Einnahmen und Ausgaben erstellt.

Den Golf hat sich der Bischof vom eigenen Gehalt gekauft.
Den Golf hat sich der Bischof vom eigenen Gehalt gekauft.
Blick ins bischöfliche Wohnzimmer. Fotos: VN/Hartinger
Blick ins bischöfliche Wohnzimmer. Fotos: VN/Hartinger