Übungen für Kämpferherzen

„CrossFit“ ist ein neues Trainingskonzept, das Sportfreunden alles abverlangt.
Hohenems. Sie stemmen Gewichte, machen Klimmzüge, rollen Bälle, schwitzen bei Sit-ups und hangeln sich dicke Taue hinauf: Was sich wie ein verquerer Mischmasch an Übungen liest, hat jedoch System und nennt sich „CrossFit“. Dahinter steht ein ganzheitliches Kraft- und Ausdauertraining, dem verschiedenste Elemente zugrunde liegen. „Ziel ist es, die allgemeine Fitness zu verbessern“, erklärt Sarah Trappel den Sinn der Mühe. Vor zwei Jahren haben sie und ihr Partner Christof diesen Fitnesstrend aus Amerika mitgebracht. Seitdem findet er auch in Vorarlberg immer mehr Anhänger.
Fordernde Verpackung
Seit Anfang Mai geht neu in einer „Box“ im Otten-Areal in Hohenems die Post ab. „Box“ wird das Trainingsareal deshalb so genannt, weil „CrossFit“ von seinem Erfinder, Greg Glassmann, in einer Garage praktiziert wurde. Doch ob Box oder Studio: Auf den Inhalt der Verpackung kommt es an, und der fordert. Gilt es doch Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit und Beweglichkeit in einer Trainingsstunde unter einen Hut zu bringen. Wobei sich alles auf die Stärkung der Körpermitte konzentriert. „Denn daraus entspringt jede Bewegung“, erklärt Sarah Trappel. Falsche Bewegungsmuster schwächen die Muskulatur und führen zu Beschwerden. Beim „CrossFit“ werden die richtigen Bewegungsabläufe geschult.
Maschinen finden sich in der 300 Quadratmeter-Box in Hohenems allerdings keine, von Rudergeräten einmal abgesehen. Doch die dienen hauptsächlich dem Aufwärmen. „CrossFit“ ist etwas für Kämpferherzen und basiert auf funktionellen Übungen. Sogar die bei vielen als altbacken geltenden Kniebeugen kommen zu Ehren. Und Oliver findet das gut. „Solche ursprünglichen Bewegungen haben wir ja fast schon verlernt“, meint der gebürtige Wiener, der „CrossFit“ seit vier Jahren betreibt. Was er an diesem Konzept schätzt? „In einer Stunde habe ich für den ganzen Körper etwas getan“, lautet die einfache Antwort. Was sich bei Oliver in einem wohligen Gesundheitsgefühl äußert. Kathi suchte vor eineinhalb Jahren eine neue sportliche Herausforderung. Durch Kollegen und über Facebook erfuhr sie von „CrossFit“, vereinbarte ein Probetraining und ist „jetzt voll dabei“. Nicht nur körperlich tut ihr das abwechslungsreiche Training gut. Kathi fühlt sich mental ebenfalls stärker, wie sie sagt. Denn die Übungen fordern auch den Kopf. Schließlich legen die Betreuer größten Wert darauf, dass alles richtig gemacht wird. Deshalb schauen sie bei ihren Kunden während des gesamten Trainings genau hin.
Maximale Reize
Immer neue Trainingspläne vermeiden Lustlosigkeit und Einseitigkeit. Die hohe Intensität der Übungen sorgt für maximale Reize in kurzer Zeit, was den Trainingserfolg laut Sarah Trappel erheblich steigert. Carmen bestätigt: „Es ist anstrengend, aber nie langweilig.“ Inzwischen ist die junge Frau selbst „CrossFit“-Trainerin. Schon morgens um 6 steht sie in der Box. „Danach arbeitet es sich einfach leichter“, meint sie mit einem zufriedenen Ausdruck in den Augen.
Geeignet ist „CrossFit“ für alle, denen Bewegung am Herzen liegt. Denn die Intensität lässt sich steuern. „Wir haben sogar eine Seniorengruppe“, merkt Christof Trappel an. In der Gemeinschaft von Gleichgesinnten fühlt sich jeder wohl. „Es macht mehr Spaß und spornt an“, sind sich Kathi und Carmen und alle anderen einig.


Weitere Infos unter www.laendlecrossfit.com, Tag der offenen Tür am 31. Mai von 9 bis 17 Uhr, Otten Areal, Halle A35