Drei zu viel
Drei Wochen, drei Freunde, drei Zusammenbrüche. Was sind das nur für Zeiten, in denen die Überforderung zum guten Ton gehört? Schon die Frage nach dem Wohlbefinden gerinnt zum Offenbarungseid: Na, wie geht’s? Großartig! Wie bitte? Lustvoll nützt der Einflüsterungsteufel seinen Einsatz: Großartig? Von wegen! Da muss doch ein Haken sein. Wenn nicht im Job, dann in der Familie. Gesund schaut er auch nicht aus . . .
Nein, wer hingegen mit einem unbestimmten, leicht leidenden „Es geht schon“ antwortet, fährt entschieden besser. Der liegt im Trend. Der erntet mitleidiges Verständnis: Ach, erzähl mir nix! Erst gestern . . . Und schon ist er vollzogen, der Schulterschluss derer, die Seite an Seite – gequält, aber aufopferungsvoll – dem Herzinfarkt entgegen ackern.
Drei Freunde, drei Zusammenbrüche. Das sind drei zu viel. Dabei ging es uns noch nie so gut wie heute. Aber irgendwie sind uns die eigentlichen Qualitäten – Freundschaften pflegen, sich Zeit nehmen – auf dem Weg zum nächsten Meeting abhanden gekommen. Stattdessen haben wir glücklich das bisserl freie Zeit mit Leistungssport und perfekter Freizeitplanung auch noch der allgemeinen Hetze angeglichen.
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