Zehn Projekte in den Mittelpunkt gestellt

In Bregenz wurde gestern der fünfte Vorarlberger Kinderrechte-Preis verliehen. Es gibt zehn Gewinner.
bregenz. (VN-mip) Damit haben die Organisatoren nicht gerechnet. Der Ansturm zur großen Verleihung des fünften Vorarlberger Kinderrechte-Preises war so enorm, dass der Ort des Festes kurzerhand verlegt werden musste: vom alten Landtagssaal der Hypo in die Eingangshalle des Landhauses. Am Ende waren es über 200 Gäste, die sich zu Ehren der Sieger in Bregenz einfanden.
Eine Jury aus Jugendlichen und Erwachsenen ermittelte die neun Preisträger in vier Kategorien nach den Kriterien Kinderbeteiligung, Bezug zu Kinderrechten, Auswirkungen und Nachahmungswert. Die zuständigen Landesrätinnen Mennel und Wiesflecker erklären: „Damit wollen wir Projekte anerkennen, die das Wohl und die Rechte der Kinder in den Mittelpunkt stellen.“
In der Kategorie Gemeinden/Städte holten sich die Stadt Bregenz und die Gemeinde Wolfurt den Sieg. Zwei Sieger gab es auch in der Kategorie Kinderbetreuung/Kindergärten/Schulen: das Montessori-Zentrum Oberland und die Volksschule Rankweil-Brederis. Sogar mit drei Projekte holten sich den 5000 Euro dotierten Preis in der Kategorie Initiative/Ehrenamt ab: Downsyndrom AG Vorarlberg, Kinder aus Gaißau und eine Lustenauer Bürgerinitiative. In der Kategorie Verein/Institution waren laut Jury die Projekte der Pfadfinder Wolfurt und der OJA Bregenzerwald am besten. Einen Sonderpreis außerhalb der Kategorien bekam das Projekt der Jugendbotschafter der youngCaritas.


Freiflächen für Jugendliche in Bregenz sind Mangelware. Darum hat die Stadt unter Beteiligung von Jugendlichen nach deren Bedürfnissen und Vorstellungen einen Freizeitpark errichtet, der den jungen Leuten aus Bregenz und Umgebung als Freiraum und Treffpunkt dient.

Im Naherholungsgebiet an der Bregenzerach wurde ein Niedrigseilgarten errichtet, indem zwischen Bäumen unterschiedliche Stationen in steigenden Schwierigkeitsgraden angebracht wurden. Kinder balancieren und schaukeln in eineinhalb Metern Höhe über dem Boden, was den Garten für Jung und Alt attraktiv macht.

Das Projekt hat Jugendlichen die Möglichkeit geboten, sich ein Jahr lang mit dem Thema Kinderrechte auseinanderzusetzen. In zahlreichen Workshops, Vorträgen und einer Reise nach Wien wurden sie auf ihre Aufgaben als Jugendbotschafter vorbereitet und zu Experten in Sachen Kinderrechte.

Essen zählt zu den Grundbedürfnissen aller Menschen. Für das Gruppenlager 2013 entstand die Idee, 15 professionelle Köche zu gewinnen, die gemeinsam mit 150 Kindern und Jugendlichen Menüs auf offenem Feuer zubereiteten. Es zeigte, dass auch unter einfachen Bedingungen gute Speisen zubereitet werden können und dass die gemeinsame Zusammenarbeit ein Gewinn für alle ist.

Nach einem Kinderrechtsseminar an der VS Gaißau entschlossen sich die Kinder, ein elternfreies Restaurant zu eröffnen, selbst zu kochen und möglichst viele Gäste einzuladen – ohne Intervention von Erwachsenen. Das Kinder- Restaurant öffnet einmal im Monat in der Schulküche und im Medienraum der VS Gaißau.

Ein Gartenprojekt brachte den Kindern der Klasse 3a die Kinderrechte näher. Besondere Beachtung fand das Miteinander von Kindern mit und ohne Beeinträchtigungen. Dadurch lernten die Schulkinder zu verstehen, dass alle Kinder dieselben Rechte haben.

Für ein Schulprojekt zu den Kinderrechten auf Entwicklung und Bildung konnte die berühmte Roma-Musikerin Ida Keralova gewonnen werden. Zunächst wurden die Kinder auf die Projektwoche vorbereitet. Anschließend wurde in dieser mit einem elfköpfigen Roma-Team gemeinsam musiziert und gesungen sowie getanzt.

Die örtliche Jugendarbeit im Bregenzerwald unterscheidet sich von anderen. In letzter Zeit gab es zunehmend Schwierigkeiten, Angebote an Treffpunkten und Freizeitmöglichkeiten aufrechtzuerhalten. Gemeinsam mit Jugendlichen und den Gemeinden wurde daran gearbeitet. So entstanden in beinahe jeder Wälder Gemeinde Jugendtreffs mit regelmäßigen Öffnungszeiten.

Nach der Schließung des Kulturkellers, von vier Proberäumen und der Schließung des Jugendtreffs Full House in Lustenau bildete sich die BürgerInneninitiative „Wir wollen/Wir brauchen ein neues Jugend- und Kulturhaus in Lustenau“. Es wurden Unterschriften gesammelt, eine Facebook-Kampagne gestartet, Gespräche mit der Gemeinde geführt und ein Video produziert.

Alle haben das Recht, dass ihnen geholfen wird, die Vorgänge im eigenen Körper zu verstehen. Ziel der Eltern der AG Downsyndrom war es, einen passenden Aufklärungsunterricht zu organisieren. Die Jugendlichen sollten ihren Körper kennenlernen. Sie lernten in einer kleinen Gruppe in ihrem eigenen Tempo und wurden selbstsicherer und untereinander achtsamer.







