Kurze Straße ja, aber die Wirkung ist bescheiden

Vorarlberg / 05.12.2014 • 17:47 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Stau im Grenzverkehr. Eine Verbindungsstraße bei Mäder bringt im Norden des Landes kaum Entlastung.  Foto: VN/Hartinger

Stau im Grenzverkehr. Eine Verbindungsstraße bei Mäder bringt im Norden des Landes kaum Entlastung.  Foto: VN/Hartinger

Die oft geforderte Autobahnverbindungsstraße bei Mäder bringt kaum etwas.

Bregenz. Viele Teilnehmer am VN-Leservotum, die gegen eine Entlastungsstraße im unteren Rheintal sind, bringen die Variante Mäder ins Spiel. Sie plädieren für eine Verbindung der österreichischen und der Schweizer Autobahn an der engsten Stelle. Dort, wo kaum Siedlungen betroffen sind und der Bodenverbrauch am geringsten ist.

Klare Aussage

Zusammen mit einer Verbindung zum bestehenden Straßennetz bei Höchst-Brugg als Entlastung von Höchst und Fußach machten sich Anfang 2011 praktisch alle Naturschutzorganisationen und auch die Grünen für diese Lösung stark. Allerdings: Unter Bedachtnahme auf die Verkehrswirksamkeit ist das in den Augen von Verkehrsexperten keine Lösung. Im vierten Fachbericht von „Mobil im Rheintal“ vom Oktober 2011 wurden die Wünsche und Forderungen der Umweltorganisationen behandelt und dabei folgender Schluss gezogen: „Die Verbindung im Süden entfaltet nur eine geringe positive Verkehrswirkung im Norden. Die Wirkungen sind primär lokal auf die Gemeinde Mäder begrenzt.“

„Jeden Meter untersucht“

Das Problem, auf das Verkehrslandesrat Karlheinz Rüdisser (59) in einem VN-Leserbrief hingewiesen hat, ist, dass der Schwerverkehr zum Queren der Grenze nach Mäder wohl gelenkt werden könnte, nicht jedoch der Pkw-Verkehr. Es geht dabei um über 20.000 Fahrzeuge, die sich täglich durch Lustenau bewegen und vor allem an Wochenenden das Fehlen der Lkw auf unerwünschte Art und Weise kompensieren. „Wir haben jeden Meter Boden, der für eine Entlastungstraße in Frage kam, untersucht. Die Verbindungsstraße bei Mäder hat sich als wirkungsarm herausgestellt. Darum wurde sie ausgeschieden“, wiederholt Karlheinz Rüdisser bekannte Tatsachen.

Während zum Beispiel die Z-Variante durchs Ried auf 2025 hin gerechnet täglich 30.000 Fahrzeuge frequentieren würden, wären es bei einer Verbindung bei Mäder nur knapp über 11.000. Auch die zahlreichen Unternehmen im unteren Rheintal sind an einer kurzen Anbindung an das höhere Straßennetz interessiert.

So meint etwa Thomas Findeis (46), Geschäftsführer von Alpla in Fußach, unmissverständlich: „Für uns wäre die Z-Variante sehr wichtig. Wenn man bedenkt, wie verstopft die L 202 täglich ist, dann kann man sich vorstellen, wie froh wir über eine schnelle Verbindung zur Autobahn wären.“