Die Fanaktion „do gsi“ genießt bereits Kultstatus

Fanclub der Frassenhütte zählt schon mehr als 1300 Mitglieder. Der älteste Fan ist 94.
Nüziders. Der Frassenfanclub wächst und wächst. Davon zeugt auch die Wand hinter der Eingangstür der Frassenhütte. Sie zeigt Hunderte frohgemute Menschen allen Alters. „Inzwischen hat der Club über 1330 Mitglieder“, berichtet Stefan Probst (55) voller Stolz. Der älteste Frassenfan ist bereits 94 und immer noch Stammgast, der jüngste gerade ein paar Monate alt. Teil des Clubs wird, wer ein T-Shirt mit dem Logo „do gsi“ erwirbt. Kultstatus hat das Kleidungsstück heute schon.
Kochen mit Holzherd
Auch im heurigen Sommer sind bereits viele „do gsi“. Sogar bei den Übernachtungen kratzt die Hütte, die über 20 Betten und 40 Schlafmöglichkeiten in einem Lager verfügt, in dieser Saison an der 2000er-Marke. Vor allem Familien mit kleinen Kindern zieht es auf die vom Muttersberg aus gut erreichbare Frassenhütte. Aber auch viele junge Leute kommen nach der Arbeit gerne auf einen Sprung hinauf. Es sind ja nicht nur die Knödel, die Dagmar Probst (53) auf dem guten alten Holzherd zubereitet, legendär, sondern ebenso die Sonnenuntergänge.
Die Frassenhütte befindet sich im Besitz des Österreichischen Alpenvereins. Über Jahrzehnte wurde sie als Alpe genutzt, auch noch, als Stefan Probst die Hütte von seinen Eltern übernahm. „Bis in die 1990er-Jahre hatten wir Vieh hier oben“, erzählt er. Das Hüttenleben als solches kennt er seit über vierzig Jahren. „Ich war praktisch immer in den Betrieb eingebunden“, erinnert sich Stefan gerne an diese Zeit. Sie prägte ihn so sehr, dass er vor 25 Jahren die Nachfolge seiner Eltern als Hüttenwirt antrat. Und ein solcher will er bis zur Pension bleiben.
Wasser vom Muttersberg
Seit 1982 erleichtert eine Materialseilbahn die Versorgung der Frassenhütte mit den erforderlichen Dingen. Seit 2008 ist sie außerdem an das Strom- und Kanalnetz angeschlossen. Das Wasser muss allerdings vom Muttersberg heraufgepumpt werden. „Ohne das wären wir in diesem Sommer auf dem Trockenen gesessen“, merkt Stefan Probst an. So jedoch war und ist das kühle Nass im notwendigen Ausmaß gesichert.
Stolz ist Stefan Probst darauf, die Hütte weitgehend als Familienbetrieb führen zu können.
Er beschäftigt vier Mitarbeiter, bei Bedarf helfen aber auch noch die betagten Eltern oder die Tochter mit. Jetzt neigt sich eine anstrengende Saison auf der Frassenhütte bald ihrem Ende zu. Am 17. Oktober machen Dagmar und Stefan Probst die Läden dicht. Dann können sie sich wieder ihren eigenen Hobbys zuwenden, dem Motorradfahren beispielsweise. Doch die Vorfreude auf den nächsten Sommer funkelt schon in den blauen Augen des Hüttenwirts.
Ich bin sehr froh darüber, dass die Hütte weitgehend als Familienbetrieb geführt werden kann.
stefan probst


Wander-Tipps
» In 30 Minuten hinauf zum Hohen Frassen (1979 m)
» Wanderung zur Klesi- oder Tiefenseealpe
» Tour vom Nitzkopf nach Raggal oder Ludescherberg
» Hüttenumrundung: Raggal–Buchboden–Bieberacher Hütte–Göppinger Hütte–Freiburger Hütte, Frassenhütte (Dauer ca. eine Woche)
Was die Hüttenwirte erzählen
Schönste Zeit auf der Hütte: Jede Zeit ist schön, und hier oben hat jeder Monat seine eigene Stärke.
Spezialitäten auf der Speisekarte: Unsere Knödel sind über die Landesgrenzen hinaus bekannt.
Geschichte der Hütte: Die Frassenhütte wurde 1864 erbaut und war früher eine Alpe, 1927 stiftete sie der Bludenzer Industrielle Ferdinand Gassner dem Alpenverein, 1985 erfolgte der Neubau.
Die Anfänge als Hüttenwirt: Ich half schon als Jugendlicher meinen Eltern bei der Bewirtschaftung der Frassenhütte. Vor 25 Jahre habe ich die Hütte dann übernommen.
Lesen Sie den zehnten Serien-Teil in der Freitagausgabe:
Totalphütte im Rätikon